08.08.2019

Den Jugendspielern soll die KOL geboten werden

A-Liga Fulda: Sickels und Kolic haben ambitionierte Ziele

Noman Dogar (links) ist zurück bei der SG Sickels – und darf sich gleich auf ein Bruderduell freuen. Foto: Charlie Rolff

Ein Ergebnis, das am vergangenen Wochenende besonders für Aufsehen gesorgt hat, war der 8:2-Sieg von Sickels gegen Marbach/Dietershan in der A-Liga Fulda. Ein Kantersieg, der nicht von ungefähr kam.

Im Vorfeld galten beide Teams als Titelanwärter, nachdem die ersten drei des Vorjahres die Liga verlassen haben und mit Löschenrod und Steinau/Steinhaus nur zwei Kreisoberliga-Absteiger hinzukamen. Umso überraschender die Deutlichkeit des Sieges des Vorjahres-Siebten gegen den -Vierten. „Wir waren aber schon vor dem Spiel überzeugt, dass wir gewinnen würden. Die Vorbereitung lief gut, gerade defensiv stehen wir jetzt besser“, ist der Sportliche Leiter Sejo Kolic zufrieden.

In der vergangenen Spielzeit verhinderten nämlich zu viele Gegentore eine Top-Platzierung der Elf von Zeljko Radic, 72 Mal schlug es hinten ein. Da konnte auch die viertbeste Offensive der Liga um Torschützenkönig Angel Natsev (34 Treffer) nicht mehr viel rausreißen. Nun scheint es vorne und hinten zu passen, traf der Mazedonier in Spiel eins schon vier Mal. „Wir wissen, dass er Minimum in der Gruppenliga spielen könnte. Angel und ich sind aber sehr gut befreundet, zudem haben wir ihm bei der Wohnungs- und Jobsuche geholfen. Das weiß er zu schätzen“, so Kolic.

Der 40-Jährige übernahm das Amt des Sportlichen Leiters vor etwas mehr als einem Jahr und leitete direkt einen großen Umbruch ein. Die Transferpolitik gefiel nicht jedem, viele Sickelser kehrten ihrem Heimatverein den Rücken zu. Doch Kolic steht zu seinem Weg: „Wir haben uns sehr gut verstärkt und jetzt auch einen breiteren Kader als zuvor. An diesem zweiten Jahr muss ich mich jetzt messen lassen. Mein Ziel ist es, Leute zurückzuholen, die von meinem Konzept zunächst nicht beeindruckt waren“, betont der Sportliche Leiter.

Bruderduell beim Derby gegen Oberrode

Dazu soll den Jugendspielern aus der erfolgreichen JSGWest Ring – unter anderem spielen die B-Junioren mit Trainer Kolic in der Verbandsliga – eine attraktive Liga im Seniorenbereich geboten werden. „Man sieht es ja am Beispiel von Horas. Wenn sie eine Liga höher spielen würden, hätten sie sicherlich einige Spieler mehr halten können“, glaubt der 40-Jährige, der die A-Liga deshalb so schnell wie möglich verlassen möchte. „Natürlich wollen wir in die Kreisoberliga, am besten schon am Ende dieser Saison. Mit Löschenrod, Johannesberg II oder dem Türkischen SV gibt es einige gute Teams, aber wir wollen auf jeden Fall besser abschneiden als zuletzt und ganz oben dabei sein.“

Ambitioniert kommt auch der Sickelser Nachbar und Kooperationspartner aus der Jugendspielgemeinschaft, die SGOberrode, daher. Nachdem der Verein in der Vorsaison noch in der Lauterbach-Staffel beheimatet war, spielen beide Clubs nun wieder in einer Liga. Schon am Samstag (15 Uhr) kommt es auf dem Sickelser Sportfest zum mit Vorfreude erwarteten Derby. „Wir sind alle heiß und freuen uns“, kündigt Kolic an. Das Nachbarschaftsduell hat dabei einige interessante Randgeschichten zu erzählen: Unter anderem kommt es zum Bruderduell zwischen Oberrodes Spielertrainer Mubarik Dogar, der jahrelang für Sickels am Ball war, und Noman, der erst vor wenigen Wochen zur Radic-Elf zurückgekehrt ist. Oberrode ist erstmals überhaupt in dieser Saison im Einsatz, der Fokus der Vorbereitung konnte also auf das Derby gelegt werden.

Autor: Steffen Kollmann

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