26.03.2019

Der 1. FC Gruben löst sich auf

A-Liga: RWB stellt Weichen für die Zukunft

Mario Hutfleß (links) erklärt im Gespräch mit Johannes Götze, wie es um die Zukunft des SV Rot-Weiss Burghaun bestellt ist. Foto: Steffen Kollmann

Im Mai 2012 hob Holger Fischer den 1. FC Gruben aus der Taufe, gründete einen reinen Fußballverein, der schnell Schlagzeilen produzierte und seinen Höhepunkt im Jahr 2016 mit dem Aufstieg in die A-Liga fand. Danach ging es jedoch bergab, im Vorjahr musste eine Spielgemeinschaft mit dem SV Rot-Weiss Burghaun eingegangen werden, nun wird der Verein aufgelöst.

"Für mich ergibt das alles keinen Sinn mehr. Ich bin selbstständig, habe für den Fußball einfach keine Zeit mehr", erklärt Fischer, der den Verein quasi als "One-Man-Show" führte, das Aus. Ein wenig Wehmut ist bei Fischer hörbar, der allerdings auch klare Kante bezieht: "Es war eine schöne Zeit, die jetzt aber eben zu Ende ist. Wir werden den Verein im Sommer mit einer großen Abschiedsparty schließen." Vor rund sechs Wochen hatte er den Burghauner Vorstand Mario Hutfleß über das Aus informiert, zunächst wurde Stillschweigen vereinbart, um die Rahmenbedingungen für die Zukunft gestalten zu können. Mit Erfolg.

Das Aus wurde am Freitag auf der Jahreshauptversammlung der Rot-Weißen verkündet und sorgt dafür, dass Burghaun ab der kommenden Saison wieder als eigenständiger Verein auf Punktejagd gehen wird. Bei den alteingesessenen Mitgliedern kam die Nachricht gut an, schließlich schmerzte die Tatsache, dass der Verein im vergangenen Sommer als Spielgemeinschaft an den Start gegangen war. Im Rückblick stellt Hutfleß allerdings unmissverständlich klar, "dass die Zusammenarbeit alternativlos war, weil wir als Burghaun mit nur 28 Spielern in die Saison hätten gehen können. Für zwei Mannschaften definitiv zu wenig." Und letztlich stellte sich die Zusammenarbeit auch als sehr positiv dar, wie Hutfleß betont. "Alles lief und läuft blitzsauber ab. Das ging bereits bei der Gründung los und hat sich bis jetzt zur Auflösung durchgezogen."

45 Spieler für zwei Teams

Und letztlich profitiert Burghaun von der einjährigen Zusammenarbeit, schließlich hätten alle Spieler, die bislang für den FC Gruben aufliefen, nun dem SV Rot-Weiss ihre Zusage für die neue Saison gegeben. "Wir werden mit 45 Spielern in die neue Runde gehen", verrät Hutfleß, der auch aus dem Burghauner Lager ausschließlich Zusagen erhalten habe. Auch von den beiden Trainern: Jörg Heß wird ebenso bleiben wie Dietrich Engel, der kürzlich zum nun bereits dritten Male die zweite Mannschaft übernahm. "Bei Dietrich wissen wir seit Jahren, was wir an ihm haben und Jörg leistet eine sehr gute Arbeit bei uns. Gerade mit den Jugendspielern pflegt er einen tollen Umgang, was für unsere Vereinsphilosophie sehr wichtig ist", erklärt Hutfleß.

Mit Albrecht Müller, Marius Keller, Lorenz Wenzel, Niclas Meinert, Leonard Plutz, Christian Bosold, Benedikt Mohr, Kevin Engel, Leonard Tögel und Fabian Hutfleß werden gleich acht Spieler aus den eigenen Junioren in den Seniorenbereich stoßen, dazu kann Hutfleß drei weitere Neuzugänge verkünden: Kai Fischer (SG Dittlofrod/Körnbach) und Daniel Rippert (TV Neuhof) kehren nach einer Saison zu ihrem Verein zurück, dazu wird sich Tim Rösner von der SG Kiebitzgrund dem A-Ligisten anschließen.

Rösner ist noch A-Jugendlicher und spielte dementsprechend mit zahlreichen Spielern bereits zusammen, da Burghaun gemeinsam mit Roland Rothenkirchen, der SG Kiebitzgrund, dem SV Steinbach und ab Sommer auch mit dem FC Wehrda und dem FC Neukirchen den JFV Burghaun bildet. Der Jugendförderverein wächst und wächst. Hutfleß sieht das nicht nur positiv, aber stellt fest, "dass es kaum eine andere Möglichkeit gibt. Im Eitratal oder im Hünfelder Land ist die Entwicklung ähnlich, weil die Spieler einfach nicht da sind." Rot-Weiss Burghaun hat fortan wieder genügend eigene Spieler – und dementsprechend hohe Ziele: "In den kommenden zwei Jahren wollen wir mit A- und B-Liga-Team jeweils eine Etage hoch", stellt Hutfleß unmissverständlich klar.

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