11.06.2019

Der Altmeister vom Anstoßpunkt

Relegation zur A-Liga Hünfeld/Hersfeld

Timo Reidt (rechts) stand diesmal nur an der Seitenlinie und konnte über Carsten Köhler "nur staunen". Archivfoto: Charlie Rolff

Im kommenden Jahr feiert Carsten Köhler seinen 50. Geburtstag. Über wie viel fußballerische Erfahrung, Raffinesse und unbestrittene Klasse er verfügt? Besser dieser Tage nicht bei der SG Niederaula/Kerspenhausen II nachfragen. Sein Traumtor für den FSV Hohe Luft II stieß das Tor zur A-Liga weit auf, während die SG vor dem Rückspiel am Freitag in Kerspenhausen bangen muss. Mit 3:2 (1:1) setzte sich der FSV vor heimischem Publikum durch.

In der Halbzeit beorderte FSV-Trainer Timo Reidt Köhler eine Position nach vorne. Ein Glücksgriff, denn nur deswegen stand der nun als Spielmacher aufgebotene Köhler am Anstoßpunkt. Dort sah er, dass André Skoupy zu weit vor seinem Kasten stand und schoss rotzfrech drauf. Der Ball wurde lang und länger. Skoupy wetzte hinterher. Doch das war vergebene Liebesmühe. Der Ball schlug ein. 2:1. Drei Sekunden waren da im zweiten Durchgang gespielt. "Jetzt sagen sie bestimmt, hat der Porsche doch gleich gesagt", war SG-Trainer Mike Porsche bedient, denn genau vor solchen Aktionen hatte er seine Mannen gewarnt.

Überhaupt hatte Porsche die Zündschnur recht kurz, "weil ich den Eindruck hatte, dass wir plötzlich Angst vorm eigenen Hobby haben. Die Bedingungen waren perfekt, wir aber total verkrampf, ohne Biss, ohne Laufbereitschaft. Ich bin enttäuscht." Am Freitag, so hofft er, werde das Spiel anders laufen. Dabei war sein Team gar das aktivere, hatte das Mehr an Toraktionen und durch die Routiniers Andreas Brieschke oder Benjamin Blum auch noch den späten Ausgleich am Fuß. So aber muss, um die Liga noch zu halten, zwingend ein Sieg am Freitag her.

Ein goldenes Händchen

Und Timo Reidt? Der war happy, "weil ich wirklich noch auf einige 'Stars' verzichten musste, wir aber in den vergangenen Wochen einen unheimlichen Spirit entwickelt haben". Scheinbar einen, der auch eine besondere Coolness vor dem Tor bezweckt hat. Denn vielmehr Chancen als Tore hatte der FSV nicht zu verbuchen. Den frühen Führungstreffer initiierte Köhler mit einem herrlichen Pass in die Schnittstelle, Fabian Dick blieb eiskalt. Den Treffer zum 3:1 bereitete hingegen Andrej Gidion für Justin David Bradke vor. Zwei Joker. Reidts Händchen war an diesem Tage wirklich golden.

Die Statistik:

FSV Hohe Luft II: Macierzynski – E. Teichreb, D. Teichreb, Almonte, D. Eyerich, Dick, Taddese, Köhler, Nikolovski, Molina, Burgart – Bitikji, Bradke, Gidion.
SG Niederaula/Kerspenhausen II: Skoupy; Rosenthal, Richardt, Diebel, Simon, Czaja, Fischer, Rössing, Diebel, Hirschhauser, R. Freisinger – Blum, Brieschke, Skoupy.
Schiedsrichter: Jan-Philipp Finkler (TSV Wölfershausen).
Zuschauer: 160.
Tore: 1:0 Fabian Dick (15.), 1:1 André Hirschhauser (25.), 2:1 Carsten Köhler (46.), 3:1 Justin David Bradke (85.), 3:2 André Hirschhauser (86.).

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