23.03.2020

Der Glanz von einst ist erblasst

FSC Lohfelden und SV 07 Eschwege haben sich gefangen

Im Lohfeldener Nordhessenstadion wird seit dieser Saison nur noch A-Liga-Fußball geboten. Foto: Ralph Kraus

Drastische Einbußen im Sponsoringbereich haben den FSC Lohfelden vor der letzten Saison zu einer drastischen Maßnahme veranlasst. Der Verein zog sein Team aus der Hessenliga zurück und kurzzeitig drohte dem FSC sogar ganz von der Fußballlandkarte zu verschwinden.

FSC Lohfelden

Immerhin schafften die Verantwortlichen, den Verein doch noch so aufzustellen, dass man einen Startplatz in der A-Liga Kassel einnehmen konnte. Nachdem es rund um das Nordhessenstadion brenzlig aussah, hat sich das Team nach gut neun Monaten in der neuen Liga etabliert. Es gab zwar Schlappen wie das 1:6 bei Escherode/Uschlag am ersten Spieltag, das 0:7 bei der TSG Sandershausen III oder das 1:7 bei der SG Söhrewald. Dennoch zeigt die Formkurve und Entwicklung vor allem zum Ende der Hinrunde nach oben.

Abseits jeglicher Ambitionen, aber auch ohne Ängste in Sachen Abstiegskampf rangiert der FSC Lohfelden aktuell auf dem sechsten Platz der Liga, die von Andalu Spor Baunatal souverän angeführt wird. Zahlreiche Spieler haben sich in der Not bereiterklärt, wieder für den Verein zu spielen. Karl-Heinz Wegendt beispielsweise. Der ist mittlerweile 41 Jahre alt, bringt aber aus seiner Hessenligazeit beim FSC sowie aus den Stationen OSC Vellmar, SC Neukirchen und VfB Marburg jede Menge Erfahrung mit. Mit acht Saisontoren ist er zudem der aktuell beste Schütze des Clubs. Oder Yusuf Barak, der schon beim KSV Baunatal, dem SC Paderborn, dem KSV Hessen Kassel und ebenfalls zu besseren Zeiten in Lohfelden spielte. Auch der mittlerweile 36-Jährige hilft aus. Und so hat der FSC inzwischen mehr als 30 verschiedene Spieler eingesetzt.

SV 07 Eschwege

Von den vergangenen zwölf Jahren spielte die SV 07 Eschwege zehn in der Verbandsliga Nord, schaffte 2015 unter Friedhelm Janusch und später Piet Schönberg den dritten Platz und damit die beste Platzierung aller Zeiten. Bis im vergangenen Sommer die Bombe explodierte. Wie Lohfelden zog auch Eschwege seine Mannschaft aus finanziellen Gründen zurück. Und zwar ganz nach unten. Die neue Heimat heißt C-Liga Werra/Meißner. Zunächst hatte man noch für die Kreisoberliga gemeldet, ehe der ganz große Schnitt vollzogen wurde. Das Umfeld nimmt die neue Situation mittlerweile an, der Club wird nach wie vor von Matthias Kreiselmeyer geführt.

Aktuell führt Eschwege die Tabelle an. Zuletzt gab es einen spektakulären 15:1-Auswärtssieg bei der SG Werratal II. Stark ist man besonders zu Hause, doch ausgerechnet an der heimischen Torwiese durchlebte die junge Eschweger Mannschaft auch die schwärzeste Stunde nach dem Neuaufbau. Beim 2:6 gegen Ziegenhagen/Ermschwerd gab es die einzige Saisonniederlage.

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