30.06.2020

Der „Passspielfetischist“ hinterlässt Spuren

Dittrich und Pflanz verabschiedet

Claus Schäfer (Bildmitte) verteilte Geschenke: Markus Pflanz (links) erhielt eine DFB-Uhr, Wolfgang Dittrich ein DFB-Sondertrikot. Foto: Johannes Götze

Spricht Claus Schäfer über den DFB-Stützpunkt Hünfeld, gerät er vor allem wegen der Trainerkonstellation ins Schwärmen. Gestern nun verlor er gleich zwei langjährige Trainer des Erfolgsquartetts: Wolfgang Dittrich und Markus Pflanz.

Bei weit über 1000 Trainern in den DFB-Stützpunkten ist es nicht üblich, dass Verabschiedungen gefeiert werden. Doch gestern wurde eine kleine Ausnahme gemacht: So hatten Markus Pflanz, Matthias Kapelle und Michael Jäger den letzten Tag von Dittrich von langer Hand geplant. Auch Dittrich hatte zum offiziellen Teil einige seiner alten Weggefährten geladen. Unter ihnen Claus Schäfer. Der Ex-Profi und ehemalige U19-Trainer von Eintracht Frankfurt ist hauptamtlich beim Deutschen Fußball-Verband beschäftigt und zeichnet sich für die Koordination der DFB-Stützpunkte in den Fußballregionen Fulda, Kassel und Gießen/Marburg verantwortlich.

Dittrich und Schäfer gingen 14 Jahre einen gemeinsamen Weg, den Schäfer genossen hat: „Es ist schon viel Wehmut dabei, weil Wolfgang ein echtes Trainertalent ist. Er hat mit Zuckerbrot und Peitsche ausgestattet ganz exzellent auf die Spieler eingewirkt. Er setzt stets Ziele und für ihn ist gut nie gut genug.“ Schäfer betonte, „dass ich unendlich dankbar bin, den Passspielfetischisten Wolfgang Dittrich überhaupt kennengelernt zu haben“. Auch seine Gradlinigkeit und Ehrlichkeit hätten ihn zu einem „ewig jungen Trainer“ gemacht.

König und Ruppert folgen

Pflanz, der kürzlich Co-Trainer beim belgischen Erstligisten KV Oostende wurde und dessen Ausscheiden entsprechend plötzlich kam, sei laut Schäfer nicht minder wichtig für die Entwicklung des von ihm in hohen Tönen gelobten Stützpunkts gewesen und bekam gestern als Überraschung eine DFB-Uhr überreicht. Die wäre bereits im vergangenen Jahr zum Zehnjährigen fällig geworden, aber auch durch Corona hatte sich die entsprechende Belobigung seitens des DFB nach hinten verschoben. Bezogen auf Pflanz hob Schäfer die innovativen Ideen hervor: „Markus wird manchmal als Professor bezeichnet. Zu Recht. Er versucht im Bereich Spielphilosophien und mannschaftstaktischem Verhalten immer wieder einen Schritt nach vorne zu gehen. Damit geht er abends ins Bett und steht morgens wieder auf.“ Gerade die Heterogenität des Stützpunkts in Hünfeld sei bislang das Erfolgsrezept gewesen, wie Schäfer betonte: „Vier Trainer, vier verschiedene Typen, vier verschiedene Schwerpunkte und vier verschiedene Ansätze. Genau das braucht es.“

Nachfolger hat Schäfer bereits gefunden: Einerseits wird Steffen König, Spielertrainer des Kreisoberliga-Aufsteigers TSG Mackenzell, neben Jäger und Kapelle einsteigen. Bislang war er schon Trainervertreter, sprang also ein, falls ein anderer Trainer verhindert gewesen ist. „Mit Steffen ist uns zweifelsohne ein Glücksgriff gelungen. Schon als er bei uns seine Hospitation hatte, wollten wir ihn uns für den Tag X unbedingt warmhalten“, erklärte Schäfer. Zweiter Neuer wird ab 1. August Michael Ruppert sein, der zu diesem Zeitpunkt sein Engagement als Regionalauswahltrainer beenden wird. Hier ist Schäfer froh, einen erfahrenen Mann gewonnen zu haben.

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