02.04.2018

Der Unterschied war erschreckend groß

Hessenliga: Dreieich gewinnt 4:0 bei Borussia Fulda

Andre Fliess (links) und Dreieich waren Leon Pomnitz und Co. immer einen Schritt voraus. Archivfoto: Patrick Scheiber

Seit Ostermontag weiß der SC Borussia, wie erschreckend groß sein Abstand zur Hessenliga-Spitze ist. Tabellenführer Hessen Dreieich war den Fuldaern nicht nur um einen Schritt voraus. Und in Anbetracht des Restprogramms müssen sich die Borussen mit dem Thema Abstiegskampf auseinandersetzen. Das ist die unangenehme Realität.

„Dass wir nicht mehr nach oben schauen dürfen, war schon nach den beiden ersten Spielen im neuen Jahr klar“, gibt sich auch Trainer Henry Lesser keinen Illusionen hin. 2018 ist der SCB noch ohne Sieg, und mit der Leistung wird er das auch noch eine Weile bleiben. Nächste Woche geht es gegen Alzenau. „Wir müssen jetzt ruhig bleiben“, fordert Lesser.

Hessen Dreieich war in der Johannisau zielgerichtet, konsequent, clever und effektiv – und das vom Anpfiff weg. Und die Borussen mussten dafür bezahlen, dass sie zu Beginn beider Spielhälften zu schlafmützig waren. Hätte die Defensive ordentlich zugepackt, dann hätte Lagator nicht zum 0:1 (4.) abschließen können.

Dreieich-Keeper hätte Kaffetrinken gehen können

Den Knockout verpasste die Elf von Trainer Rudi Bommer den Borussen aber direkt nach Wiederanpfiff. Oder besser: Die Fuldaer verpassten ihn sich selbst. Denn vor dem 0:2 (47.) spazierte Loris Weiss durch die Abwehr des SCB so, als wäre die gar nicht da. Drei Minuten später leistete sich Markus Gröger unbedrängt einen kapitalen Fehlpass in der eigenen Hälfte. Große Klasse war allerdings, was Fliess daraus machte. Aus 35 Metern hob er den Ball gefühlvoll über den aufgerückten Wolf zum 0:3 (50.) ins Netz.

Hinten gravierende Fehler, vorne die üblichen Unzulänglichkeiten im Abschluss, im Mittelfeld zu viele Fehlpässe und verlorene Zweikämpfe – mit dieser grausligen Mixtur war Dreieich selbstverständlich nicht beizukommen. Typisch für die Flaute im Angriff die Szene in der 44. Minute: Dreieich verliert den Ball an Bahssou. Der strebt allein aufs Tor zu, Rummel läuft mit. Im Sechzehner spielt Bahssou dann so ungenau quer, dass sein Mitspieler nichts mit dem Ball anfangen kann. Das hätte das 1:1 sein müssen.

Aber so nahm das Schicksal kurz nach Wiederbeginn seinen Lauf. „Von diesen beiden schnellen Gegentoren haben wir uns nicht mehr erholt“, weiß Lesser, der danach in der Mannschaft eine „große Unzufriedenheit“ ausgemacht hat: „Kein Wunder, wenn es so läuft.“ Die Unzufriedenheit drückte sich so aus, dass es zwischen der 46. und 88. Minute keine einzige Szene im Strafraum der Gäste gab – Torhüter Kleinheider hätte auch Kaffeetrinken gehen können. / hw

Die Statistik:

Bor. Fulda: Wolf – Fuß, Gröger, Hillmann – Jaksch – Ernst (68. Mosch), Mistretta (81. Kornagel), Pomnitz, Müller – Rummel (68. Poredski), Bahssou.
Hessen Dreieich: Kleinheider – Opper, Talijan, Gavric, Lekaj – Henrich, Mladenovic (81. Reljic) – Schnier (78. Alikhil), Fliess, Weiss – Lagator (79. Böttler).

Schiedsrichter: Nicklas Rau (Wöllstadt).
Zuschauer: 600.
Tore: 0:1 Tino Lagator (4.), 0:2 Loris Weiss (47.), 0:3 Andre Fliess (50.), 0:4 Loris Weiss (75.).

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