21.11.2019

Die beiden fairsten Teams der Liga

Hessenliga: Barockstadt gastiert in Ginsheim

Marcel Trägler (rechts) und die SG Barockstadt werden am Sonntag in Ginsheim voll gefordert sein. Foto: Charlie Rolff

Wenn die SG Barockstadt am Sonntag (14.45 Uhr) beim VfB Ginsheim antritt, dann scheinen zwei Dinge so gut wie sicher: Tore satt und ein super faires und anständiges Spiel. Das lassen jedenfalls die Statistiken vermuten. Ginsheim und die Barockstadt sind nämlich die fairsten Mannschaften der Hessenliga.

"Wir haben ein paar klare Regeln im Verein, was wir auf dem Platz auf keinen Fall sehen wollen. Von daher ist es kein Zufall, dass wir kaum Karten und so gut wie nie Feldverweise kassieren. Aber ausgerechnet gegen Fulda war das zuletzt anders", wundert sich Ginsheims Trainer Artur Lemm. Die Fakten verraten was er meint: Seit fast zwei Jahren gab es für seine Mannschaft keine Rote Karte mehr, in der gesamten letzten Saison und den 17 Partien dieser Spielzeit sah der VfB nur zwei Mal Gelb-Rot. "Eine davon war im Hinspiel, dazu hatten wir vor zwei Jahren ein Spiel in Lehnerz, in dem gleich zwei Spieler von uns vom Feld flogen. Das ist wirklich untypisch", so Lemm.

Was die Tore angeht, verspricht es ein kleines Fußballfest zu werden. Die Barockstadt erzielte bei ihren jüngsten drei Siegen am Stück immer drei Treffer. Ginsheim treibt es vorne wie hinten noch doller: 226 Tore sind bei Ginsheimer Spielen in den letzten eineinhalb Jahren gefallen. Im Schnitt über 4,6 pro Partie. "Unsere Spielweise ist schon sehr offensiv ausgerichtet und von daher meistens spektakulär. Das ist die Art von Fußball, mit der wir unsere Zuschauer mitnehmen wollen. Da gehören leider auch die Gegentore dazu", erklärt der Trainer.

Von großen Ambitionen Richtung Tabellenspitze will Lemm indes nichts wissen: "Wir sind und bleiben ein kleiner Dorfverein, der mit einer sehr jungen Mannschaft seine Erfahrungen sammelt. Viele würden uns belächeln wenn sie wüssten, mit welchen Mitteln wir hier arbeiten. Aber man sieht ja, welche Entwicklung wir in den vergangenen Jahren gemacht haben."

In der Tat spricht die Bilanz für eine kontinuierliche Arbeit: Holte man im ersten Hessenligajahr bis zur Winterpause in 21 Spielen 25 Punkte, waren es in der zweiten Saison nach ebenfalls 21 Partien 24 Zähler. Aktuell ist man bereits bei 28 Punkten angelangt, obwohl man erst 17 Spiele absolviert hat. "Das zeigt, dass es vorwärts geht und unser Ziel ist es, dass wir bis zur Winterpause noch die 30er-Marke überschreiten."

"Die Stabilität und Leichtigkeit ist zurück"

Nach drei Siegen in Serie ist die Barockstadt wieder obenauf. "Die Stabilität ist wieder da und die Leichtigkeit ist zurück. Die Spieler sind wieder auf dem Niveau vom Anfang der Runde", pustet Trainer Sedat Gören durch. "Wir dominieren die Spiele und erspielen uns enorm viele Chancen."

Weder vom Gegner noch vom vermutlichen Untergrund auf Kunstrasen lässt sich Gören irritieren. "Wir haben uns die Woche über auf Kunstrasen vorbereitet. Das ist kein Problem. Wichtig wird sein, dass wir die Offensive von Ginsheim in den Griff bekommen. Das ist die Stärke des Gegners", so der Barockstadt-Trainer, der wohl weiterhin auf Benjamin Fuß verzichten muss, sonst aber alle Spieler an Bord hat.

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