Leon Wittke über altes und neues Ich

Die Formel: Ehrgeiz, Sturm und Drang

22. März 2021, 09:01 Uhr

Das Barockstadt-Trikot kennt Leon Wittke bislang zur aus seiner Zeit bei der Reserve. Nun möchte er bei der Ersten angreifen. Foto: Kevin Kremer

Der erste externe Neuzugang beim Hessenligisten SG Barockstadt ist mit Leon Wittke gar nicht so extern. Zwar agiert er derzeit beim Ligakonkurrenten SV Steinbach, doch zuvor spielte er bereits für die U23 der SGB sowie beim Vorgängerverein TSV Lehnerz. Doch worin liegen die Unterschiede des „alten“ und „neuen“ Leon Wittke?

Die Gründe, weshalb es nun erfolgreicher für ihn läuft, sieht der Rückkehrer vor allem in der Reife. Er sei älter geworden, habe Erfahrungswerte gesammelt. „Es ist ganz normal, dass ein 23-Jähriger ein Spiel anders sieht als ein 20-Jähriger. Mit jeder Partie in der Hessenliga lernst du, entwickelst dich weiter. Dinge wie Robustheit oder Dynamik kommen, zudem habe ich die letzte Überzeugung mehr verinnerlicht und die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor gefunden“, schildert Wittke, der jedoch eine entscheidende Komponente nicht in den Ring wirft: seinen immensen Ehrgeiz. Sein stetiger Drang, in jeder Trainingseinheit besser zu werden, hat ihn letztlich dahin gebracht, wo er alsbald stehen könnte: in den Regionalligastadien der Republik.

Dass er für diesen Schritt einen Umweg nehmen musste, war ihm bereits vor zwei Jahren bewusst. „Der Sprung in den Hessenligakader, so ehrlich muss ich sein, war zum damaligen Zeitpunkt ein ganzes Stück entfernt. Ich musste also eine Entscheidung treffen, die rein sportlicher Natur war. An den Leuten bei der Barockstadt lag es nämlich in keinster Weise“, schildert Wittke. Seine Entscheidung führte ihn nach Steinbach. Für den heute 23-Jährigen war der Wechsel „ein natürlicher Verlauf. Bei Lehnerz II unter Sedat Gören lief es noch sehr gut, doch dann kam der Zusammenschluss und ich ging parallel in ein Auslandssemester in Kalifornien.“ Er konnte sich somit nicht von Beginn an beweisen, die eigenen Ambitionen in Richtung Hessenliga litten darunter. Doch er zeigte beim SVS, dass er die Liga kann. Und weckte die Begehrlichkeiten seines alten, neuen Vereins.

„Jeder Fußballer weiß, dass du dich in der Hessenliga beweisen kannst. Bringst du Leistungen, werden Vereine auf dich aufmerksam. Das habe ich geschafft, da ich alles reingehauen und mich durchgebissen habe“, so der Flügelspieler. Nun geht er den Schritt, hin zu einem Spitzenteam der Liga. Vor dem bevorstehenden Konkurrenzkampf hat er keinerlei Angst, freut sich vielmehr darauf, sich ins Team zu fighten. Zumal er klarstellt: „Nur durch Konkurrenten wirst du zu neuen Höchstleistungen gepusht. Hinzu kommt, dass ich quasi vor der eigenen Haustür in der Hessenliga-Spitze oder vielleicht gar in der Regionalliga spielen darf und mein Studium noch super unter den Hut bekomme. Das hätte ich nirgends anders haben können“, berichtet Wittke, der vergangenes Jahr sein Bachelor-Studium in Fulda abgeschlossen hat und nun in Göttingen den Master im Studiengang Finanzen anstrebt. Sein unbändiger Ehrgeiz, in jeder Trainingseinheit besser zu werden, wird dieses Mal nicht ausgebremst. Göttingen ist schließlich nicht Kalifornien.

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