28.12.2018

Die Individualisten sind zu einem Haufen geworden

Gruppenliga: Toptorjäger Lukas Ehlert traut Bad Soden noch viel zu

Lukas Ehlert (weißes Trikot) ist der Toptorjäger der Gruppenliga. Archivfoto: Charlie Rolff

Dass die SG Bad Soden zu diesem Zeitpunkt Platz eins der Gruppenliga-Tabelle belegen würde, war schon vor der Saison aufgrund des starken Kaders abzusehen. Die anvisierte Rückkehr in die Verbandsliga könnte angesichts schon acht Punkten Vorsprung früh Realität werden, schließlich haben sich die guten Einzelspieler inzwischen zu einem richtig starken Team geformt.

Einer dieser herausragenden Individualisten ist Lukas Ehlert, der quasi Woche für Woche unterstreicht, dass er in der Gruppenliga eigentlich nichts verloren hat. Schon 24 Saisontreffer stehen beim 25-Jährigen auf dem Konto, obwohl er nicht einmal ganz vorne, sondern auf der Zehn oder der offensiven Außenbahn eingesetzt wird. "Im Seniorenfußball ist mir das auch noch nie gelungen", gibt Ehlert zu, "aber im Moment passt einfach alles. Bei uns gibt es keine Grüppchenbildung mehr, wir sind jetzt ein Haufen. Jeder reißt sich für den anderen den Arsch auf."

Und deshalb stehen nach 19 Spielen noch keine Niederlage, dafür aber schon 77 geschossene Treffer auf dem Konto. Auch die Defensive, die in den vergangenen Jahren stets wackelig war, hat sich inzwischen eingespielt und gefunden. Den nötigen Warnschuss, dass kein Spiel in dieser Klasse ein Selbstläufer ist, gab es bereits beim 1:1 am ersten Spieltag bei Aufsteiger FT Fulda. "Danach wussten wir, worauf es ankommt. Die Gegner stellen sich gegen uns meist hinten rein, wir müssen mit unserem vielen Ballbesitz Chancen kreieren. Wichtig ist es, so schnell wie möglich das 1:0 zu machen, damit der Gegner aufmachen muss, sonst wird es schwer", weiß Ehlert.

Bei sieben Heim- und nur noch vier Auswärtspartien können die Sprudelkicker nun den "Betriebsunfall" Abstieg direkt vergessen machen, gegen die zwei ärgsten Verfolger aus der Rhön, Elters/Eckweisbach/Schwarzbach und Ehrenberg, hat die SG bereits zweimal gespielt. "Wenn wir gut starten, wird es ganz schwer uns einzuholen", so der aus Altenstadt stammende und in der Nähe von Büdingen wohnende Ehlert, der seinem Team bei einem möglichen Aufstieg einiges zutraut: "Wenn die Mannschaft gehalten wird und noch zwei, drei gute Verstärkungen getätigt werden, können wir auch in der Verbandsliga eine gute Rolle spielen."

Der 25-jährige Linksfuß, der in Wächtersbach eine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement macht, kann sich einen Verbleib jedenfalls gut vorstellen. "Es ist noch nichts fix, aber ich fühle mich in Bad Soden wohl. Ich denke, dass ich bei einem Aufstieg bleiben werde", betont Ehlert, der bei Offenbach und der Frankfurter Eintracht ausgebildet wurde, später Regionalliga- und Hessenliga-Erfahrung sammelte und seit 2016 in der Kurstadt spielt. Einen großen Anteil hätte Trainer Anton Römmich: "Er ist dieser Trainertyp, den ich mag: Kumpeltyp mit der nötigen Ernsthaftigkeit. Er macht seinen Job gut."

Autor: Steffen Kollmann

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