20.03.2018

Die Kiste Bier gab's trotzdem

Warum Weyhers II gegen Margretenhaun II als einzige Partie in Petersberg stattfand

Eine Hälfte des Spielfelds war zwar ordentlich weiß, dennoch war der Platz einigermaßen bespielbar.

Beim Blick auf das osthessische Fußballprogramm am Sonntag könnte so mancher Fan große Augen bekommen haben. Jedes einzelne Seniorenspiel musste witterungsbedingt abgesagt werden - bis auf eine Ausnahme. In der B-Liga Rhön standen sich der TSV Weyhers II und der RSV Margretenhaun II auf dem Kunstrasenplatz in Petersberg gegenüber.

Auf die Idee kam Daniel Otschonovsky, Vorstandsmitglied beim RSV und mitverantwortlich für die zweite Mannschaft. "Da so viele Spiele schon ausgefallen sind, hätten wir diese Partie dann auch noch irgendwann unter der Woche austragen müssen. Da haben wir aber keine Leute, dann müssten wir wieder die 40-Jährigen aus der Alten-Herren-Truppe ausgraben", so Otschonovsky. Durch die guten Margretenhauner Beziehungen nach Petersberg - nicht nur durch die Zusammenarbeit im gemeinsamen Jugendförderverein - ging es so an den Kunstrasenplatz am Waidesgrund, der als einziger in der Region bespielbar war.

Und auch Weyhers II war angetan vom Plan, eine englische Woche weniger bestreiten zu müssen. "Mit der ersten und zweiten Mannschaft hätten wir sonst noch 28 Spiele in neun Wochen unterbringen müssen, davon viele daheim", erläutert Niclas Bott, Mannschaftsverantwortlicher des TSV. Auf ein klassisches Heimrecht verzichtete Weyhers somit, Getränkeeinnahmen gingen an den RSV Petersberg, der Verein, der sein Spielfeld zur Verfügung gestellt hat. "Unsere Spieler hatten auch einfach Lust, mal wieder zu spielen", betont Bott.

Die gut 60 Zuschauer durften folglich beobachten, wie so mancher Akteur auf dem teils eisigen Untergrund durch das Feld schlitterte, verletzt hat sich aber keiner der Akteure. Durch zwei sehenswerte Distanzschüsse von Andreas Bickert und Vadim Ficht trennten sich die Teams dann auch noch schiedlich, friedlich 1:1, auf übermäßige Unterstützung von den spielfreien ersten Mannschaften verzichteten beide Clubs. Stattdessen machten es sich die Vereine noch eine Weile im Sportlerheim bequem, die Kiste Bier für die "Auswärtsmannschaft" aus Margretenhaun gab es von den "Gastgebern" aus Weyhers trotzdem.

Eine gelungene Sache für alle Beteiligten also - und auch Schiedsrichter Walter Löhler konnte die Sache mit Humor nehmen. Obwohl in Osthessen nur ein Seniorenspiel stattfand, kam der Unparteiische aus Bayern - aus Stetten, um genau zu sein. Der hatte durch den Ortswechsel nun eine 45 Kilometer lange Anreise und war damit noch gut zehn Minuten länger unterwegs.

Autor: Steffen Kollmann

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