16.09.2018

"Die würd' ich heimlaufe lasse"

Gruppenliga: Derby klare Sache

Florian Reichler trifft und trifft und trifft.

"Die würd' ich nach Oberzell heimlaufe lasse. Die Schlüchterner spiele ja wie im Training, sind eine Klasse besser", fand Oberzells Fußball-Legende Heinrich "Blitz" Müller (75) kurz vor dem Abpfiff deutliche Worte, welche die Leistung der eigenen Mannschaft, der SG Oberzell/Züntersbach, bei deren 2:5 (1:3)-Heimpleite gegen die SG Schlüchtern/Elm beschreiben sollte.

"Es gibt halt so Tage. Eine Ansprache brauch ich so kurz nach dem Spiel nicht zu halten. Jeder, der auf dem Platz gestanden hat, weiß selber, dass das nicht gut war", pflichtete ihm Trainer Frank Kühthau indirekt sogar bei. Ganz anders die Gemütslage bei Gegner Schlüchtern/Elm. "Hab ich mich doch getäuscht, dass ich nur auf Unentschieden getippt habe. Etwa hundert Leute aus Schlüchtern waren gekommen. Die Kulisse war schon gut", frohlockte Abteilungsleiter Michael Hohmann. Sein Kapitän Fabian Zarnack befand, "dass es irgendwie ein komisches Spiel war. Von Oberzell hätte ich mir wesentlich mehr Gegenwehr erwartet."

Dabei fing es für den Gastgeber sehr gut an. Nach etwas mehr als zehn Minuten stellte Goalgetter Julian Ankert einmal mehr seinen Torriecher unter Beweis, als er einen Kopfball nach einer Ecke seines Bruders Valentin zur Führung im Tor unterbrachte. Doch schon kurz nach Wiederanstoß unterstrich der Torjäger auf der Gegenseite, Florian Reichler, dass er Ankert in nichts nach steht und den Ausgleich erzielte. Schlüchtern/Elm war nun richtig im Spiel angekommen, ließ wie es der Fußball-Sachverständige immer so schön zu formulieren weiß, Ball und Gegner laufen und vergaß auch nicht das Toreschießen. Mladen Puric und Bilal Qamar feierten noch vor der Pause ihre Torpremiere in dieser Spielzeit. Nach dem Seitenwechsel sollte Drilon Arapi diesbezüglich noch folgen. Wenige Minuten nach dem Seitenwechsel hatte Florian Reichler mit seinem zehnten Saisontor im achten Spiel bereits zum 1:4 eingenetzt, wodurch der Käse aus Schlüchterner Sicht faktisch gelutscht war.

OZ nun in Elters

Fast alle Oberzeller Angriffsbemühungen gerieten zu Stückwerk. Vorne agierte Julian Ankert fast als Alleinunterhalter. Nach 84 Minuten wurde er für seinen nimmermüden Eifer zumindest noch mit dem elften Saisontor belohnt. Zuvor hatte der eingewechselte Gayé Simon Ankert im Strafraum regelwidrig zu Fall gebracht. Der Jubel nach diesem sicher verwandelten Strafstoß fiel aber eher verhalten aus.

Seinem Team steht am Sonntag mit dem Gastspiel in Elters bei der SG Elters/Eckweisbach der nächste schwere Brocken bevor, während bei Schlüchtern/Elm nun erst einmal das ganze Augenmerk dem kommenden Freitag gilt, wenn um 19.30 Uhr in Asbach das Nachholspiel bei Festspielstadt Bad Hersfeld angepfiffen wird. / rd

Die Statistik:

Oberzell/Züntersbach: R. Dorn; Manz, Heil, Eichholz (41. J. Dorn), V. Ankert, J. Ankert, Föller, Statt, Müller, Münch (30. Zeier), S. Ankert.
Schlüchtern/Elm: Zarnack; Qamar, Arapi (60. Slowinski), Schulz (64. Gayé), Hrkic, Kostadinov, Puric, Lenz, Köhler, Schlichting, Reichler (67. Scholz).
Schiedsrichter: Eric Wettels (Haimbach).
Zuschauer: 350.
Tore: 1:0 Julian Ankert (11.), 1:1 Florian Reichler (12.), 1:2 Mladen Puric (24.), 1:3 Bilal Qamar (34.), 1:4 Florian Reichler (52.), 1:5 Drilon Arapi (55.), 2:5 Julian Ankert (84., Foulelfmeter).

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