13.12.2018

"Don Jupp" des Sinntals soll es richten

A-Liga Schlüchtern: Nauths schwere Mission bei der SG Mottgers/Schwarzenfels

Lukas Koschella (hier beim Kopfball) und die SG Mottgers/Schwarzenfels haben einen neuen, alten Trainer. Foto: Karl-Heinz Weinel

Die SG Mottgers/Schwarzenfels ist nunmehr in der achten Saison in der A-Liga Schlüchtern unterwegs und schien sich in den vergangenen Jahren in dieser Klasse etabliert zu haben. In dieser Spielzeit allerdings droht der Spielgemeinschaft aus dem Sinntal nach nur zwei Siegen aus 17 Saisonspielen der Sturz in die B-Liga. Schweren Herzens zog der Verein nun vor Kurzem die Notbremse, trennte sich von Spielertrainer Jens Link und engagierte mit Stephan Nauth einen alten Bekannten.

Nauth war bereits vor gut 15 Jahren schon einmal bei der SG Mottgers/Schwarzenfels als Trainer engagiert und ist im Sinntal bekannt wie ein bunter Hund. Bis Sommer war der 59-jährige in seinem Wohnort Weichersbach tätig, wobei es bereits seine insgesamt vierte Amtszeit bei der dort heimischen TSV gewesen war. "Ich habe schon ein paar Nachrichten erhalten, dass ich der ,Don Jupp' des Sinntals sei", erklärt Nauth lachend in Anspielung auf den immer wiederkehrenden Bayern-Coach Jupp Heynckes. "Eigentlich wollte ich nichts mehr machen, das hatte ich mir schon vor meiner Zusage letztes Jahr in Weichersbach vorgenommen. Aber das hat wieder mal nicht so geklappt", ist Nauth keiner, der sich vor schweren Aufgaben scheut. Am 1. Februar steigt er bei seiner neuen Mannschaft ein, bisher ist ein Testspiel für den 1. März gegen Marjoß anberaumt.

Vordringlichste Aufgabe für Nauth wird es sein, dass die Spieler wieder das Training annehmen, insbesondere die Akteure, die für die erste Mannschaft vorgesehen sind. "Im vergangenen Jahr war es so, dass von der Ersten fast alle immer da waren und der Trainingsfleiß der Reservespieler durch deren Niederlagenserie in der B-Liga gering war. Seit die Zweite abgestiegen ist, haben sich die Verhältnisse gedreht. Die Kicker aus der Reserve haben Bock, von meinen Spielern waren immer nur drei bis fünf am Start", schildert Nauths Vorgänger Jens Link den Hauptgrund für die Misere. Dazu gesellten sich noch die schwerwiegenderen Verletzungen von Lukas Sperzel, Robin Andres, Thomas Henfling und Robin Grau. Auch Link selbst konnte wegen eines Nasenbeinbruchs nur die Hälfte der Spiele absolvieren.

"Wir hatten dann eine Krisensitzung mit Mannschaft und Vorstand, aber auch danach ist keine Verbesserung in Sachen Einstellung eingetreten. Spätestens da hat sich angedeutet, dass es so nicht mehr weitergehen kann", hat der 40-Jährige die im Einvernehmen mit dem Vorstand getroffene Entscheidung, sich zu trennen, nicht mit Groll aufgenommen. Dem Mottgerser Vorstandsmitglied Ralf Brauer fiel die Entscheidung auch nicht leicht, "weil wir gemeinsam mit Jens eine gute Vorsaison bestritten und den sechsten Platz erreicht haben."

In dieser Saison sei der gewünschte Erfolg nicht eingetreten, angesichts der Tatsache, dass nur der Letzte der A-Liga Schlüchtern direkt absteigt und der Vorletzte Relegation spielt, möchte man den Abstieg unbedingt vermeiden. "Wir haben uns für den Trainerwechsel entschieden, um uns am Ende auch nicht vorwerfen lassen zu müssen, nicht alles getan zu haben", so Brauer, der nun voll auf die Erfahrung von Stephan Nauth setzt. Die ersten Spiele in der Rückserie haben es für den Neuen auf jeden Fall gleich in sich: Dreimal geht es zunächst auswärts ran, als erstes beim Tabellenletzten Niederkalbach, ehe schon Nauths Wiedersehen mit seinem Heimatverein, der TSV Weichersbach, auf dem Programm steht.

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