Hessenliga: Glücklicher SGB-Derbysieg

Duran bestraft Hünfelder Chancenwucher – Fotos

29. Oktober 2021, 19:30 Uhr

Barockstadts Marius Grösch (links) im Duell mit Hünfelds Maximilian Fröhlich. Foto: Charlie Rolff

Die SG Barockstadt ist der glückliche Gewinner im osthessischen Hessenliga-Derby gegen den Hünfelder SV. Nach dem Remis in der Vorwoche war Tolga Duran mit seinem späten Treffer Matchwinner beim 1:0 (0:0).

Wie in der Vorwoche beim 2:2 im Hinspiel setzte Barockstadt-Coach Sedat Gören auf ein 4-1-4-1-System. Marius Grösch rückte von der Sechserposition in die Innenverteidigung. Auf der Sechs agierte Dennis Müller, seine angestammte Rolle als Rechtsverteidiger übernahm Julian Pecks. Zudem ersetzte Niklas Budesheim den verletzten Kevin Hillmann. Erstmals seit dem 28. September wirkte Stürmer Dominik Rummel – jedoch kaum sichtbar bis zur Auswechslung – wieder mit. Dem entgegnete Hünfeld-Coach Johannes Helmke mit einem 4-4-2. Im Vergleich zum Duell auf der Rhönkampfbahn rückten Nicolas Häuser und Kevin Krieger in die erste Elf, Max Vogler und Simon Schilling rotierten auf die Bank.

Wie schon im Hinspiel wurde sichtbar, dass zwischen beiden Teams längst keine Welten liegen. Im Gegenteil: Die ersten 45 Minuten verliefen völlig ausgeglichen, beide Mannschaften hatten ihre Ballpassagen, wenngleich niemand dies wirklich zu nutzen wusste. Gefährliche Torraumszenen? Exakt eine. Rummel hätte früh per Kopf die Führung erzielen müssen – HSV-Keeper Benedikt Kaiser reagierte glänzend (5.). Hünfeld muckte mit ungefährlichen Fernschüssen durch Andre Vogt (8.) und Alexander Reith (12.) auf. Die Haunestädter versteckten sich nicht und ließen den Ball gut laufen, während die Fulda-Lehnerzer zu ideenlos agierten. Zu oft wurde abgedreht oder ein Haken geschlagen. Ein Leon Pomnitz oder Patrick Schaaf hätten dem Treiben wohl gut getan.

HSV mit Monster-Chancen

Während die Zuschauer in der Johannisau schon kurz vor der Halbzeit minütlich unruhiger wurden, öffneten sich die Visiere der Mannschaften mehr. Über die Außen entfachten die Hausherren etwas mehr Druck, die Monster-Chance zur Führung besaß allerdings der ehemalige Barockstädter Alexander Reith. Markus Gröger unterlief am Elfmeterpunkt ein böser Stockfehler, Reith war wohl zu überrascht und setzte drüber (54.). Es hätte die Führung für die Blau-Weißen sein müssen, spätestens bei Vogts Kopfball-Aufsetzer, den Wolf gerade noch zu fassen bekam (64.) oder Kriegers Flachschuss – Wolf war bereits geschlagen, Pecks rettete per Grätsche fabulös (75.) – war allen bewusst, dass Barockstadt mehr als glücklich die Null hielt.

Zwischen den Hünfelder Mega-Gelegenheiten zwang Tobias Göbel per Kopfball Kaiser zur einer klasse Aktion (59.). Gören schmeckte das Spiel seiner Mannen wenig, bereits nach 65 Minuten hatte er sein Wechselkontingent ausgeschöpft. Unter anderem feierte Yunus-Emre Kocak sein Hessenliga-Debüt, fortan versuchte sich die SGB mit der Dreierkette. Bringen sollte es lange nichts. Bis Tolga Duran seine Klasse zeigte. Eine Einzelaktion musste her, Duran traf von halbrechts ins lange Ecke (83.). Krieger wollte prompt antworten, wurde aber im Sechzehner geblockt (85.) und in Minute 89 rutschte das Leder durch gleich vier Hünfelder im SGB-Fünfer. Ein Hünfelder Derbysieg unter der Leitung von Zweitligaschiedsrichter Christof Günsch wäre verdient gewesen. Doch die Barockstadt hatte an einem denkwürdigen Abend das glücklichere Ende auf seiner Seite – trotz Unterzahl in den letzten Minuten, da Moritz Reinhard – er spielte beim zweiten Foul Ball und viel Reith – Gelb-Rot sah.

"Es war überragend gut von uns – mit und gegen den Ball. Wir haben wahrscheinlich unsere beste Saisonleistung gebracht. So ein Spiel dürfen wir einfach nicht verlieren", sagte HSV-Stürmer Vogt. Siegtorschütze Duran hingegen nahm kein Blatt vor den Mund, sprach er von einem "nicht verdienten Sieg. Die Punkte nehmen wir dennoch gerne mit. Wir haben uns vor allem im letzten Drittel sehr schwer getan. Hünfeld hat die Räume sehr eng gehalten."

Die Statistik:

SG Barockstadt: Wolf; Pecks, Gröger, Grösch, Budesheim (65. Kocak) – Müller (65. Löbig) – Reinhard, Hofmann, Duran, Göbel – Rummel (55. Kassa).
Hünfelder SV: Kaiser; Häuser, Fuß, Witzel, Faulstich (85. Vogler) – Krieger, Dücker, Alles, Fröhlich – Vogt, Reith.
Schiedsrichter: Christof Günsch (SV Reddighausen).
Zuschauer: 1000.
Tor: 1:0 Tolga Duran (83.)
Gelb-Rote Karte: Moritz Reinhard (87., Barockstadt).

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