27.11.2018

Eifrige Gießener schalten den FSV aus

Hessenpokal: 2:1-Sieg gegen Regionalligisten

Die Haupttribüne des Gießener Waldstadions erstrahlte mit einer sehenswerten Choreographie. Foto: Pedro Acebes

Der FC Gießen hat sich am Dienstagabend eindrucksvoll für das Halbfinale im Hessenpokal qualifiziert. Der Hessenliga-Primus setzte sich in einer intensiven Pokalpartie gegen den Südwest-Regionalligisten FSV Frankfurt knapp mit 2:1 (2:1) durch und bekommt es in der Vorschlussrunde auswärts mit dem Ligakonkurrenten KSV Baunatal zu tun. Eine Überraschung war das nur bedingt, ein Klassenunterschied war zu keiner Zeit sichtbar.

Die Partie im Gießener Waldstadion begann mit einigen Minuten Verspätung, weil der Andrang vor den Stadiontoren enorm war. 3726 Zuschauer bildeten einen stimmungsvollen Rahmen für diese Partie. Auf der Haupttribüne zelebrierten die heimischen Fans eine aufwendige Choreografie und hüllten den kompletten Sitzbereich in die Farben Rot und Weiß. Der spannende Pokalfight begann mit leichten Vorteilen für die Schwarz-Blauen aus dem Frankfurter Stadtteil Bornheim. "Wir haben gut angefangen und waren etwas besser drin im Spiel. Gießen nimmt im Moment seinen Lauf mit und so waren zwei Torschüsse drin", konstatierte FSV-Coach Alexander Conrad. Gießens Trainer Daniyel Cimen bewertete es ähnlich: "Es begann relativ ausgeglichen mit leichten Vorteilen für den FSV. Unsere Stärke in den letzten Wochen waren die Standards und das haben wir in den letzten Spielen oft bewiesen. In so ganz engen Spielen ist das gut für uns."

Denn in Führung ging der Hessenligist durch einen Freistoß, den Timo Cecen aus halblinker Position trotz eines ungünstigen Winkels direkt versenkte (18.). Das 1:0 sorgte weder für eine große Sicherheit beim Hessenligisten, noch für eine starke Verunsicherung beim Regionalligisten. Denn nur sieben Minuten danach glich der FSV aus. Marco Koch zog aus der zweiten Reihe ab und traf per Flachschuss zum 1:1 (25.). Beide Teams schenkten sich in der Folge nichts und gingen Zweikämpfen nicht aus dem Weg. Schiedsrichter Dennis Meinhardt aus Fulda hatte in einigen Szenen alle Hände voll zu tun, um Rudelbildungen zu unterbinden. Mit einer gelungenen Offensivaktion gingen die Mittelhessen dann wieder in Führung und gaben diese bis zum Spielende nicht mehr ab.

Nothnagel setzt Elfmeter an den Pfosten

Barbaros Koyuncu traf mit einem abgefälschten Schuss zum 2:1 für den FCG (39.). Mit einem Paukenschlag endete die erste Hälfte, die wegen der vielen Unterbrechungen einen Nachschlag von fünf Minuten erhielt. Nach einer unübersichtlichen Situation im Gießener Strafraum zeigte der Unparteiische auf den Elfmeterpunkt, die nachfolgenden Diskussionen bedachte der Referee noch mit diversen Gelben Karten. Dominik Nothnagel ließ sich von der hektischen Stimmung aus dem Konzept bringen und setzte den Strafstoß an den Pfosten (45.+5). "Wenn wir im Spiel drin bleiben wollen, müssen wir den Elfmeter verwandeln. Das war natürlich schlecht", haderte Conrad mit dem Fehlschuss. "Da hatten wir auch das nötige Glück, was man im Pokal braucht", stellte Cimen fest. Im zweiten Abschnitt verteidigten die Hausherren den Vorsprung und wollten mit dem dritten Treffer über Kontersituationen den Deckel draufsetzen.

Die Partie blieb rasant und spannend bis zum Schluss, weil der FSV mit dem Mute der Verzweiflung mit drei frischen Kräften offensiver wurde und hinten aufmachte. Gießen nutzte die sich bietenden Räume, nutzte aber die Gelegenheiten nicht. Markus Müllers Kopfball landete am Pfosten und der eingewechselte Noah Michel vergab zwei weitere Konterchancen. In der fünfminütigen Nachspielzeit wurde es noch einmal hektisch und Kamil Tyminski sah wegen einer Tätlichkeit die Rote Karte (90.+2). "Wir sind natürlich enttäuscht, dass wir ausgeschieden sind. Wir haben einfach zu wenig Torgefahr in unserem Spiel", musste Conrad am Ende zugeben. "Wir haben leidenschaftlich verteidigt und schnell und zügig nach vorne gespielt. Wir haben es nicht geschafft, das Spiel früher zu entscheiden und deswegen war es bis zum Ende spannend. Aufgrund der zweiten Hälfte war es ein verdientes Weiterkommen", freute sich der Gießener Trainer.

Die Statistik:

FC Gießen: Jäckel - Antonaci, Koutny, Nennhuber, Lekaj - Cecen, Fink - Koyuncu, Spang, C.Kara (89. Hofmann) - Müller (82. Michel).
FSV Frankfurt: Aulbach - Mangafic, Sabah, Nothnagel, Markovic (72. Huckle) - Azaouagh - Koch, Güclü (64. Aschauer), Tyminski, Schick (64. Straub) - Plut.
Schiedsrichter: Dennis Meinhardt (Fulda).
Zuschauer: 3726.
Tore: 1:0 Timo Cecen (18.), 1:1 Marco Koch (25.), 2:1 Barbaros Koyuncu (39.).
Rote Karte: Kamil Tyminski (FSV Frankfurt, 90.+2).
Besonderes Vorkommnis: Dominik Nothnagel (FSV Frankfurt) setzt Foulelfmeter an den Pfosten (45.+5).

Autor: Pedro Acebes

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften