Jahr 1966 Initialzündung für Flieden

Ein ganz entscheidender Titel

26. März 2021, 11:59 Uhr

Die Meisterschaft von 1966 in der A-Klasse Süd wurde gebührend gefeiert. Spielführer Franz Renz wird hier von den Teamkollegen auf den Schultern getragen. Fotos: Verein

Erstmals für die Gruppenliga (damalige Bezirksklasse) qualifizierte sich Buchonia Flieden im Jahre 1948. Nach nur einer Saison musste der Club aber wieder absteigen. Nach 18 Jahre wurde die Saison 1965/1966 eine äußerst einschneidende für den Verein.

Nach dem letzten Spiel gegen Wallroth zogen die Spieler vom Sportplatz aus durchs Dorf ins Vereinslokal. Angeführt wurde die Riege vom Spielmannszug der Feuerwehr.

„Ich gehe heute so weit zu sagen, dass 1966 eines der wichtigsten Jahre der Vereinsgeschichte ist. Vorher wurde der Fußball ein bisschen locker genommen und andere Dinge waren wichtiger. In dieser Saison sowie danach wurde einiges anders. Der ganze Verein ist zu jener Zeit viel enger zusammengerückt“, sagt Vereinsikone Winfried Happ, zugleich heutiger Vorsitzender des Clubs. Vor 55 Jahren wurde er als Kulturwart in den Vorstand der Buchonen gewählt, ehe er 1978 den Posten des Vorsitzenden übernahm, den er noch heute innehat.

Auf sportlicher Ebene hatte Georg Kuczera vor der Spielzeit das Trainerzepter übernommen. Ihm gelang es, die nötige Disziplin in die Mannschaft zu bringen. In der A-Klasse, Spielkreis 2, Bezirk Mitte III (so die Titulierung der Liga) waren die SG Hattenhof, aber vor allem Nachbar SG Rommerz die heißesten Konkurrenten im Aufstiegsrennen.

Unvergessen bleibt das vorentscheidende Spiel gegen jene Rommerzer. Es ging um den Titel, 1200 Zuschauer pilgerten nach Flieden. Die Hausherren legten gut los und gingen durch Herbert Maul und Martin Abel vor der Pause mit 2:0 in Front. Doch Rommerz gab nicht klein bei, kam heran und schaffte sogar den Ausgleich. So blieb es in der 75. Minute Wilbert Weber überlassen, eines der wichtigsten Tore der Fliedener Geschichte zu schießen. „Auf Flanke von Martin Abel bin ich am Fünfer in den Ball mehr oder weniger hineingegrätscht und habe so das 3:2 gemacht“, erinnert sich Weber. Es war die entscheidende Bude zum Aufstieg, der in Mottgers (6:3) eingetütet und nach dem Sieg am letzten Spieltag gegen Wallroth ausgiebig gefeiert wurde. Übrigens: Das 3:2 gegen Rommerz war das letzte Punktspiel der beiden Nachbarn, deren Wege sich damals bis heute für immer trennten.

Seit 55 Jahren Minimum Gruppenliga

Das Meisterteam aus der Saison 1965/1966.

Mit dem Aufstieg in die Gruppenliga (Bezirksklasse) spielte Flieden bis zum heutigen Tag niemals mehr in einer der unteren Ligen. Im 55. Jahr in Folge agieren die Mannen aus dem „Königreich“ nun schon auf dem Niveau der Gruppen-, Verbands- oder Hessenliga.

Eine Anekdote aus der früheren Zeit ist die Geschichte um Trainer Georg Kuczera und Spieler Lothar Scheich, der es im Training gerne etwas gemütlicher anging. So versteckte er sich während einer Trainingseinheit kurzum in einer Hecke neben dem Platz, um ungeliebten Übungen aus dem Weg zu gehen. Als es schließlich zu den Steigerungsläufen kam, huschte Scheich, für den Coach unbemerkt, aus der Hecke zurück aufs Feld, ordnete sich flugs ganz vorne ein und bekam zum Elend seiner Mitspieler noch das Lob des Trainers: „Holt endlich mal den Scheich ein. Der läuft euch ja allen davon“, soll Kuczera damals gerufen haben.

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