19.11.2018

„Ein Schiedsrichter muss sich mal irren dürfen“

100 Jahre Kreisschiedsrichterausschuss Fulda wurden in Großenlüder gefeiert - Fotos

Foto: Paul Schmitt

Vor genau 100 Jahren wurde die Schiedsrichtervereinigung Fulda gegründet. Anlass genug, um dieses Ereignis mit einem festlichen Kommers gebührend zu feiern. Daher stand die Lüderhalle in Großenlüder am Samstag ganz im Zeichen von Grußworten, Ehrungen, Ernennungen, Dankesworten, gegenseitigen Übergaben von Geschenken und Showacts.

„Das Ehrenamt fordert. Das geht nicht so einfach im Vorbeigehen. Es gilt sich vorzubereiten, sich ausbilden zu lassen und stets neu zu qualifizieren und fortzubilden. Man ist häufig unterwegs. Und das kostet sehr viel Zeit“, beschrieb Landrat Bernd Woide das nicht unerhebliche Anforderungsprofil an einen Unparteiischen.

Der Präsident des Hessischen Fußballverbandes, Stefan Reuß, lobte die Kontinuität, die bei der Schiedsrichtervereinigung Fulda vorgelebt wird: „Das sieht man unter anderem auch daran, dass nach Bernhard Haase Hans Dieter Köhler inzwischen auch schon wieder seit zehn Jahren im Amt ist. Auch die Anzahl an Schiedsrichter ist im Gegensatz zu manch anderen Kreisen sehr stabil.“ Das Aufgabengebiet eines KSO und dessen Mitarbeiter sei äußerst vielfältig. Es gelte manchmal Tränen zu trocknen, Wogen zu glätten, psychische Aufbauarbeit (zumeist bei Nachwuchsschiedsrichtern) zu leisten und auch Lobbyarbeit zu betreiben. Reuß: „Das heißt, dass immer wieder darauf hingearbeitet werden muss, dass das Amt des Schiedsrichters mehr Anerkennung erfährt.“

Reuß hatte aber auch eine Reihe von Präsenten an den Kreisschiedsrichterausschuss im „Gepäck“, darunter einen Scheck in Höhe von 3110 Euro. Dieser setzte sich aus der Anzahl der aktiven Schiedsrichter der Schiedsrichtervereinigung zusammen. „Für jeden aktiven Schiedsrichter zehn Euro“, so Reuß. Kreisschiedsrichterabmann Köhler hatte während seiner Begrüßungsansprache von 311 aktiven und 37 passiven Referees gesprochen und gleichzeitig auch um Verständnis für sich und seine Kollegen geworben: „Ein Schiedsrichter ist ein Mensch und keine Maschine. Er muss auch mal irren können.“

Im Rahmen des Kommers überreichte Woide dem Kreisschiedsrichterobmann für dessen Verdienste und ehrenamtliches Engagement den Ehrenbrief des Landes Hessen. Köhler war zwischen 1996 und 2008 stellvertretender Kreisschiedsrichterobmann unter Bernhard Haase und hat 2008 dessen Nachfolge angetreten. Zudem wurden Gerhard Hohmann (Künzell) und Gerd Schugard (Dipperz) zu Ehrenmitgliedern der Kreisschiedsrichtervereinigung ernannt. Beide sind bereits seit 1966 „an der Pfeife“ tätig und haben darüber hinaus zahlreiche ehrenamtliche Funktionen übernommen und teilweise auch noch inne wie etwa Gerhard Schugard, der das Amt des Verbandschiedsrichterobmanns bekleidet. Roland Bräuning bekam zudem den Ehrenbrief des Verbandes überreicht.

Darüber hinaus dürfen sich einige Referees - und gleichzeitg langjährige Funktionäre - künftig mit diversen Ehrennadeln des Hessischen Fußballverbandes aus Silber und Bronze für ihre Verdienste um den Fußball schmücken. Hans-Dieter Köhler und der stellvertretende Kreisfußballwart Klaus Bodusch nutzten überdies hinaus die Gelegenheit, einige Schiedsrichterkollegen zu ehren, die seit mehr als 50 Jahren aktiv sind - darunter Edgar Krause (Borussia Fulda) mit 68 Jahren und Rolf Bauer (Pilgerzell) mit 57 Jahren.

Für den Showact sorgten die „Flying Petticoats“ aus Nüsttal und die „Grasmücken“ aus Kleinsassen. / rd

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