Serie: Spieler im Blickpunkt

Eine Bank in der Innenverteidigung

Leon Weiser
18. November 2020, 18:06 Uhr

Fabian Stähler (links, hier im Trikot des Haimbacher SV) spielt seit dieser Saison in Niesig und hat sich zum Stammspieler entwickelt. Foto: Charlie Rolff

Oft werden Leistungsträger auf die Topscorer beschränkt. Doch was ist mit den eher unauffälligen Spielern, die aber einen hohen Stellenwert besitzen? Wir schauen auf die oft vergessenen Helden. Heute: Fabian Stähler von Kreisoberligist KSV Niesig.

Er spielt erst seit diesem Sommer für den KSV Niesig, aber dennoch ist Fabian Stähler jetzt schon Stammspieler beim Mitte-Kreisoberligisten. Mit gerade einmal 21 Jahren zeigt er Leistungen, die Mitspieler und Trainer verzücken. „Ich habe selten gesehen, dass jemand in so einem jungen Alter so reif und abgeklärt ist. Und dann auch noch in der Innenverteidigung“, lobt Teamkollege Lucas Laibach.

Aber warum wird dieser Spieler dann unterschätzt oder steht im Hintergrund? Die Ursache könnte darin liegen, dass Stähler ein sehr ruhiger Zeitgenosse ist. „Er ist etwas schüchtern und sagt auf dem Platz relativ wenig“, so Umutcan Topal, der ihn seit der Jugend kennt und ebenfalls neu in Niesig ist. „Aber ich denke, dass ich in dieser Saison schon lauter geworden bin, als ich es in Haimbach war. Ich möchte mich immer weiterentwickeln“, sagt Innenverteidiger Stähler selbst.

Trotz dieser Eigenschaft ist der 21-Jährige sowohl für Laibach als auch für Topal ein Glücksgriff für das Team. Dazu kommt noch die Verbindung mit dem seit dieser Saison aktiven Trainer Daniel Weiß, der Stähler bereits beim JFV Fulda „Borussia“ in der Jugend trainierte. Für Stähler ein entscheidender Grund, zum KSV zu wechseln. „Fabi ist extrem zuverlässig und menschlich korrekt. Man kann ihm alles sagen und er motiviert einen immer. Das war schon in Haimbach so“, erklärt Topal. Zudem ist er bei nahezu jedem Training dabei.

Eine Sache steht jedoch zwischen Stähler und Laibach. Denn während Stähler Eintracht-Fan ist, schmückt sich Laibach mit den Farben des FC Bayern und zieht ob der unterschiedlichen Sichtweisen seinen Kompagnon das eine oder andere Mal auf. „Ich bin dennoch dankbar, dass er beim KSV ist. Eigentlich müsste ich ihm etwas von meiner großen Klappe geben und er mir etwas von seiner Ruhe“, empfiehlt Laibach.

Früher Klassenerhalt das Ziel

Sportlich soll der Klassenerhalt so schnell wie möglich eingetütet werden. Der langjährige A-Ligist geht in seine zweite Saison in der Kreisoberliga in Folge. „In der Vorsaison stand Niesig eher schlecht da, deswegen wollen wir jetzt schnellstmöglich oft punkten“, erklärt Stähler. Trotz des Abstiegskampfs bereut der Defensivakteur seine Entscheidung keinesfalls und ist froh, beim KSV zu spielen.

„Als mich Daniel Weiß angerufen und gefragt hat, ob ich wechseln möchte, war ich nicht abgeneigt. Wir haben hier einen sehr guten mannschaftlichen Zusammenhalt. Das spiegelt sich in den Spielen wider, weil jeder für jeden kämpft“, freut sich der Eintracht-Fan. Im Team selbst wurde er als Neuzugang zudem gut integriert und aufgenommen, was ihn positiv überraschte.

Steckbrief

Name: Fabian Stähler.
Spitzname: Fabi.
Geburtsdatum: 08.04.1999.
Im Verein seit: Sommer 2020 (Wechsel vom Haimbacher SV).
Position: Rechter Innenverteidiger.
Rückennummer: 4.

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