26.06.2020

Eine feste Größe

Fußballer seit Jahrzehnten unverzichtbar

War erst als Spieler des VfL aktiv, später wurde er dann die Stimme des Vereins als Platzsprecher: Urgestein Hilmar Schäfer. Foto: Karl-Heinz Burkhardt

100 Jahre VfL Eiterfeld bedeutet im Fußball eine kleine Erfolgsgeschichte. Denn die Kicker waren schon immer das Aushängeschild des Vereins, spielten fast ausschließlich kreisübergreifend und viele Jahre sogar in der Verbandsliga.

Elf Meisterschaften sind bis heute überliefert, wobei der erstmalige Sprung in die Landesliga Nord (damals noch Gruppenliga Nord) in der Saison 1966/1967 als der vielleicht größte Triumph eingestuft werden kann. Trainer war damals der legendäre Karl Flinner, der sich vor allem auf seine Toptorjäger Josef Hilpert (38 Tore) und Manfred Petrich (30 Tore) verlassen konnte.

Rund um Spieler wie Karl-Heinz Glotzbach, Hilmar Schäfer, Josef Wiegand oder Georg Mehl hatten die Eiterfelder eine bärenstarke Mannschaft aufgebaut, die sich nun auf einem Level mit den damals großen Vereinen wie SVGroßenlüder, TSV Künzell, Hessen Hersfeld oder Eintracht Großenritte bewegte.Unvergessen aus dem ersten Verbandsliga-Jahr war das sensationelle 2:2 beim Nachbarn Hünfelder SV, der später Meister wurde. Selbst beim 2:3 zu Hause bot der VfL dem HSV mächtig Paroli. Dennoch konnten die 16 Saisontore von Josef Hilpert den direkten Abstieg nicht verhindern.

24 Jahre sollte es nach dem einjährigen Gastspiel dauern, bis sich Eiterfeld wieder einmal für die Verbandsliga (jetzt Landesliga Nord) qualifizieren sollte. Trainer beim zweiten historischen Aufstieg war Udo Gutwasser, dessen Team unter anderem aus Torwart Reiner Enders, Raymund Walk, Gebhard Göbel, Björn Nophut, Rainer Pomnitz und dem jungen Uwe Hartmann bestand. Toptorjäger waren Andreas Beyer (14 Treffer), Achim Liebeck (12) und Markus Hohmann (10).

Entscheidend für den Titel und den erneuten Sprung auf die überregionale Fußballbühne war diesmal ein Wochenende im April 1992, als der bisherige Tabellenführer TSV Ausbach völlig überraschend 0:1 beim VfL Lauterbach unterlag, während die Eiterfelder die hohe Hürde bei der TSG Mackenzell mit 3:1 nahm.Schaut der Eiterfelder auf die vollständig erhaltene Chronik der Fußballer seit 1952, so kann er stolz auf das sein, was der VfL bislang erreicht hat: In diesen 68 Jahren spielte Eiterfeld insgesamt 11 Jahre in der Verbandsliga, 29 Spielzeiten in der Gruppenliga und 22 Jahre auf Kreisoberliga-Niveau.

Verbandsliga-Rückkehr nur eine Frage der Zeit?

Nur einmal stürzte der Club so richtig ab: 1978, nach einem 0:1 im Entscheidungsspiel gegen die TSG Oberaula (1000 Zuschauer in Kerspenhausen), ging es runter bis in die B-Liga. Zwei Jahre sollte dies die Heimat bleiben, weil in Jahr eins am letzten Spieltag die Nerven flatterten. Es kam zum „Endspiel“ daheim gegen Soisdorf, und das Derby ging mit 0:2 verloren. Ein Jahr später, in der Saison 1979/ 1980, kehrte Eiterfeld unter dem damaligen Coach Emil Neidhardt zurück. Wieder war es eine Zittersaison, denn die Meisterschaft wurde im Entscheidungsspiel gegen den 1. FC Nüsttal eingefahren. 2000 Besucher in Burghaun sahen beim 2:0 die beiden Treffer von Heribert Giebel.

Heute steht der Verein auf gesunden Füßen, kann stolz darauf sein, was rundherum entstanden ist. Pünktlich zum 100. Geburtstag wurde sogar ein Kunstrasenplatz neuester Prägung fertiggestellt. Bis die Feierlichkeiten wegen der Coronakrise stattfinden können, wird die Anlage endgültig in vollem Glanz erstrahlen. „Hier ist einiges gewachsen: Ich kann mich noch erinnern, dass wir auf dem heutigen Parkplatz einst Fußball gespielt haben. Auf Asche“, hatte der Zweite Vorsitzende Volker Hilpert vor einigen Wochen im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet, als der außergewöhnliche Weg der Eiterfelder mit den vielen Errungenschaften (Kunstrasen, Sauna, Fitnessraum, neue Tribüne oder umgebauter Gastraum) beleuchtetet wurde („Für uns zählt Nachhaltigkeit“/FZ vom 12. Mai).

Und, wer weiß? Vielleicht sind ja die ganz großen Tage auf hessenweitem Niveau nicht mehr allzu fern. Eine zwölfte Verbandsliga-Saison will rund um den „Hain“ jedenfalls niemand ausschließen. Vielleicht gibt es den Spielern zusätzliche Motivation, wenn sie an die Spielzeit 1995/1996 erinnert würden. Damals erreichte der VfL Eiterfeld unter Trainer Stephan Walter und mit Spielern wie Andreas Gründer, Dieter Eckart, Harry Klawonn, Thomas Fladung, Christoph Stark, Armin Heysel, Dietmar Wolf oder Oliver Stein mit Platz fünf die beste Platzierung der gesamten Vereinsgeschichte.

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