TSV Künzell

Eine nicht unlösbare Herkulesaufgabe

Gruppenliga: Neuer TSV-Coach Schäfer hat die Hoffnung noch nicht verloren

26. November 2019, 17:03 Uhr

In der Hinrunde noch Stand-by-Spieler bei FT Fulda, nun Trainer in Künzell: Steffen Schäfer (Nummer elf). Foto: Charlie Rolff

Mit Steffen Schäfer hat der TSV Künzell seinen Feuerwehrmann gefunden, der den abgeschlagenen Gruppenliga-Letzten vor dem Super-Gau Abstieg bewahren soll. Dass eine Herkulesaufgabe vor ihm liegt, ist dem 40-Jährigen klar.

Aufgrund der Situation der osthessischen Verbandsligisten Eichenzell und Ehrenberg darf von fünf Gruppenliga-Absteigern ausgegangen werden, der TSV muss also in den verbleibenden zwölf Spielen zwölf Punkte aufholen. „Wie das gehen soll? Ich habe keine Ahnung“, antwortet Schäfer zunächst, um kurz darauf nachzuschieben: „Wir müssen einen Haufen Spiele gewinnen. Das erscheint anhand der Partien vor der Winterpause wahrscheinlich unrealistisch, ist in dieser Liga, in der jeder jeden schlagen kann und der Spitzenreiter schon fünf Mal verloren hat, aber keineswegs unmöglich.“

Aufgeben ist an den Tannen keine Option, das wurde schon in den jüngsten Spielen unter dem Interimsduo Torsten Parzeller und Thomas Röher deutlich. Dabei war auch Schäfer, in der Hinrunde noch Stand-by-Spieler bei Ligakonkurrent FT Fulda, vor Ort, die Erkenntnisse waren trotz der weniger erfolgreichen Resultate positiv. „Manche fragen sich vielleicht, warum ich mich dazu entschieden habe zu helfen. Einerseits natürlich deshalb, weil es so etwas wie mein Heimatverein ist. Aber andererseits habe ich gesehen, dass die Mannschaft trotz der schwierigen Lage brennt. Ich sehe einen Haufen Qualität und habe nicht unter der Prämisse zugesagt, dass noch drei Raketen kommen müssen“, betont Schäfer.

Schließlich kommen Spieler wie Louis Winkow und Sebastian Kress aus Verletzungen zurück, zudem versuchen die Verantwortlichen, Ur-Künzeller wie David Bettendorf zu regenerieren. „Aber er spielt ja nicht mehr deshalb, weil er keinen Bock mehr hat, sondern weil es aufgrund der beruflichen Situation nicht ging. Da müssen wir schauen, ob das jetzt realistischer wäre“, betont der neue Trainer, der auch selbst als Spieler aushelfen soll. Torgefahr bringt der Routinier mit, zwischen 2000 und 2014 traf der Mittelstürmer 120 Mal für die erste Mannschaft. Das bedeutet Platz vier in der ewigen Torschützenliste des TSV, bei Minimum sechs Treffern würde sogar Platz zwei winken.

Grundsätzlich ist das Engagement des 40-Jährigen aber zunächst bis Sommer angepeilt, danach möchte der frühere Trainer des FV Horas und der SG Hattenhof schauen, wie es weiter geht. „In diesen vier Monaten kann alles passieren, deshalb macht es noch keinen Sinn, darüber hinaus zu schauen“, betont Schäfer, der 2001, beim letzten Künzeller Aufstieg in die heutige Gruppenliga, schon als Spieler dabei war. Nun soll er als Trainer unbedingt verhindern, dass es nach 19 Jahren wieder runter geht.

Autor: Steffen Kollmann

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