Verbandsliga in der Übersicht

Einfache Spiele? "Haben wir eh nicht"

16. Oktober 2020, 06:58 Uhr

Sven Kemmerzell hat sich in den vergangenen Spielen genug aufgeregt. Der Youngster möchte nun mit der SG Ehrenberg nach drei Pleiten den Bock umstoßen. Foto: Charlie Rolff

Wieder einmal stehen die Verbandsligisten vor einer wegweisenden Woche, denn drei Spiele binnen sieben Tagen sind zu absolvieren. Vor allem die Kellerkinder sind hierbei in der Pflicht.

Enorme Brisanz bringen die Spiele der SG Ehrenberg (Sonntag, 15 Uhr gegen Hombressen/Udenhausen) und des FSV Thalau (Sonntag, 15 Uhr gegen Körle) mit sich. Die Gegner der Osthessen sind die bis dato einzigen sieglosen Teams der Liga, ein Dreier ist selbstredend im engen Rennen um den Ligaverbleib unumgänglich. Und Ehrenbergs Trainer Sebastian Vollmar macht gar keinen Hehl daraus: "Ein mehr als richtungsweisendes Spiel für uns. Jeder Spieler muss wissen, wie er in die 90 Minuten zu gehen hat. Zumal wir ein Heimspiel haben."

Beim Anblick der derzeitigen Witterungsbedingungen schiebt der 36-Jährige die wichtigen Werte umgehend hinterher: "Kampf ist Trumpf. Wir müssen das Wetter, die Bodenverhältnisse annehmen und das auch im Kopf verinnerlichen." Also anders als in den vergangenen Partien, zuletzt hagelte es nämlich drei Pleiten und zehn Gegentreffer. Dass die SGE nach dem guten Saisonauftakt in den zurückliegenden Wochen wieder zu viele Gegentore kassierte (in der Vorsaison waren es ligaweit die meisten) wurmt auch den Trainer. "Die Null", so Vollmar, sei die Basis um überhaupt etwas mitzunehmen. Deshalb müsse die Bereitschaft, sich aufzuopfern, immer stimmen. "Aber die Spieler merken es selbst, dass es wieder anders werden muss. Besonders in Partien wie am Sonntag nun", lässt der 36-Jährige verlauten und hofft, dass die Spielphasen, in denen seine Truppe nicht so präsent ist, wieder kürzer werden.

Der Druck, der auf dem Kessel ist, redet Vollmar nicht klein, "doch Hombressen hat diesen ja auch. Sie brauchen die Punkte noch mehr." Ein vermeintlich leichtes Spiel gegen einen noch sieglosen Gegner erwarte ohnehin niemand. "Weil wir eh keine einfachen Spiele haben", verrät der Coach, für den Hombressen eine sehr geschlossene Mannschaft ist. Mit Dominik Lohne sei ein Stürmer vorhanden, der aus wenig viel herausholt. Personell sieht es in den Reihen der Rhöner zwar etwas besser aus, mit Christoph Neidhardt und Marius Schäfer fehlen aber weiterhin zwei Akteure defintiv. Hinzu kommen Akteure wie Florian Dinkel oder Julius Brehl, die erst wieder locker ins Training eingestiegen sind. Besonders der Ausfall von Neidhardt schmerzt, war der Routinier doch als wichtiges Puzzleteil in der Mannschaft eingeplant. Das Knie des ehemaligen Hünfelders bereitet aber noch immer Probleme.

Mit schwerem Rucksack zum Verfolger

Heimpleite gegen den CSC, Pokal-Aus gegen Hünfeld, und jetzt das Gastspiel bei Emporkömmling Lichtenau (Samstag, 15 Uhr), der drei Punkte, aber auch ein Spiel weniger hat als der Tabellenführer aus Bad Soden: "Trotz der beiden jüngsten Niederlagen fahren wir selbstbewusst nach Lichtenau. Wir haben gesehen, dass wir auch ersatzgeschwächt starken Gegnern auf Augenhöhe begegnen können“, sagt SG-Trainer Anton Römmich. Der Tabellendritte bevorzuge eine ähnliches Spiel wie die eigene Elf: „Ballsicher im Aufbau, schnell im Umschalten.“ Der zuletzt zweimal privat verhinderte Offensivspieler Lukas Ehlert wird ebenso zum Aufgebot zählen wie der bislang unauffällige Ex-Regionalligaspieler Christos Stoilas, der am Mittwoch kurzfristig mit Knieproblemen den Einsatz gegen Hünfeld absagen musste. Ob die Stars der „Sprudelkicker“, Mittelstürmer Daniele Fiorentino und Abwehrchef Kevin Pezzoni, einsatzfähig sein werden, ist ungewiss: „Wir werden das Training heute Abend abwarten, vielleicht wissen wir auch erst nach dem Aufwärmen am Spieltag Bescheid“, sagt Römmich.

Ihre Erfolgsgeschichte der letzten Spiele wollen die SG Johannesberg (Sonntag, 15 Uhr in Dörnberg) und die SG Barockstadt II (Sonntag, 15 Uhr gegen Sandershausen) fortsetzen. Die SGJ ist nach vier Siegen in Folge im oberen Tabellendrittel angelangt, das zusammengewürfelte Team scheint sich gefunden zu haben. Ähnlich scheint es den punktgleichen Youngstern der SGB-Reserve nach einer kurzweiligen Schwächephase zu gehen. Für den FC Eichenzell steht nach der Niederlage im Derby gegen die Barockstadt die Fahrt in die Party-Hochburg Willingen (Samstag, 15.30 Uhr) an.

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