03.04.2018

Ex-Borussen-Coach fährt jetzt Abschleppwagen

Andrzej Rudy: Einst Profi beim 1. FC Köln, heute im Schichtbetrieb

Andrzej Rudy war zweimal bei Borussia Fulda Trainer. Foto: Charlie Rolff

Andrzej Rudy gewann als Spieler mit Ajax Amsterdam das niederländische Double, avancierte beim 1. FC Köln zum Publikumsliebling und probierte später unter anderem beim SC Borussia Fulda sein Glück als Trainer. Heute ist vom Glamour des einstigen polnischen Nationalspielers ist mittlerweile nicht mehr viel übrig, der inzwischen 52-Jährige fährt jetzt Abschleppwagen in Köln. Das berichtet die Bild-Zeitung.

Zwischen 2002 und 2004 war Rudy unter dem damaligen Mäzen und Sportdirektor Ross Shtyn zweimal Spielertrainer in der Barockstadt, versuchte danach noch sein Glück beim Bonner SC (2004/2005) sowie bei den Sportfreunden Siegen (2010/2011), ehe er zuletzt allerdings ausschließlich für Junioren-Mannschaften tätig war und unter anderem von 2007 bis 2010 in der Nachwuchsabteilung des 1. FC Kölns als Techniktrainer arbeitete. Zuletzt trat er in Osthessen im Sommer 2016 beim Internationalen Trainer-Kongress in Fulda in Erscheinung.

Von der Fußballbühne ist Rudy jetzt ganz verschwunden, arbeitet seit dem 1. November in Köln als Abschleppwagen-Fahrer im Schichtbetrieb. "Der Plan war natürlich ein anderer", gibt Rudy gegenüber der Bild-Zeitung zu. „Natürlich habe ich Vorteile des Fußballs genossen, auch, dass ich für so viele Menschen einer der Größten war, aber ich konnte immer gut damit umgehen, weil ich selbst aus einem armen Haus kam. Ich weiß, wie es ist, wenig zu haben und mit wenig auszukommen. Ich muss Luxus nicht haben.“

Vom Luxus ist der inzwischen 52-Jährige weit entfernt, dennoch macht ihm der neue Job Spaß. „Ich mache das genauso gewissenhaft und ehrgeizig, wie als Fußballer. Die Firma und Mitarbeiter haben mich perfekt aufgenommen“, erzählt der Ex-Kölner gegenüber der Bild-Zeitung, der trotz seiner fußballerischen Laufbahn nicht die Wurzeln vergessen hat und sagt: „Bodenständigkeit war schon immer mein Ding und in den VIP-Räumen habe ich mich schon als Spieler immer unwohl gefühlt.“ Eine Rückkehr in das Fußball-Business will Rudy aber nicht gänzlich ausschließen.

Kommentieren