24.03.2020

Externe Lösung ist nach wenigen Wochen Geschichte

Gruppenliga: Reith und Schlüchtern/Elm mit unterschiedlichen Auffassungen

Daniel Reith verlässt die SG Schlüchtern nach nur wenigen Monaten wieder und zeigt sich enttäuscht vom Verein. Foto: Charlie Rolff

Der vom Abstieg bedrohte Gruppenligist SG Schlüchtern/Elm hat sich mit sofortiger Wirkung von Co-Trainer Daniel Reith getrennt. Reith hatte erst zu Jahresbeginn an der Auwiese angeheuert und galt, abgesehen von seiner Tätigkeit als Assistent des neuen Spielertrainers Marc Friedel, als designierter Sportlicher Leiter der SG.

Marco Schlichting, Fußball-Abteilungsleiter der Sportgemeinschaft Schlüchtern, ist ein wenig unglücklich darüber, dass sein Club erneut in einem eher negativen Kontext Schlagzeilen macht. Erst am vergangenen Wochenende war bekannt geworden, dass mit Abwehr-Ass Bilal Qamar und Offensivallrounder Nikola Kostadinov (beide TSV Künzell) sowie dem gerade erst verpflichteten David Peli (SG Barockstadt II) drei Spieler den Verein im Sommer verlassen werden. Nun ist der SG Schlüchtern/Elm nach Jochen Eurich (Rücktritt im Rundenverlauf) mit Daniel Reith erneut ein Co-Trainer abhanden gekommen. Wie Schlichting erläutert habe es vor allem „unterschiedliche Ansichten über die Ausrichtung des Vereins gegeben“.

Augenscheinlich in den letzten Wochen: Mit dem ehrgeizigen Reith, der in der Region als hervorragend vernetzt gilt, liefen dem Abstiegskandidaten teils hochkarätige Spieler reihenweise zu. Mit Marc Friedel kam ein weidlich erfahrener Spielertrainer, mit Lars Jordan und Nils Trautwein Verbandsligaakteure, mit dem lange verletzten David Peli ein lange verletzter, aber hochveranlagter Youngster und zuletzt mit Gideon Betz ein Ex-Hessenligaspieler des SV Flieden. Hatte der Mohr seine Schuldigkeit nach wenigen Wochen bereits getan? „Von Undank oder so kann überhaupt keine Rede sein. Mit Ausnahme von Trautwein und Peli ist kein Spieler wegen Daniel Reith gekommen. Letztlich waren zwischenmenschliche Geschichten ausschlagebend“, sagt Marco Schlichting. Für den Abteilungsleiter ist nach den jüngsten Erfahrungen klar: „Von außerhalb werden wir keinen Co-Trainer oder Sportlichen Leiter mehr holen.“

Reith fühlt sich als Opfer unterschiedlicher Strömungen im Verein: „Die müssen sich intern erst einmal einig werden, was sie wollen. Die einen reden von Gruppenligaspitze, andere wollen lieber einen Schritt zurück machen. Als Externer gerät man da schnell zwischen die Fronten.“ Der 31-Jährige, der als Trainer die Reserve des Kreisoberligisten SG Kressenbach/Ulmbach in die A-Liga führte, dann als „K/U-Kaderplaner“ fungierte, ehe er beim SV Flieden Spielausschussvorsitzender und schließlich Sportlicher Leiter wurde, ist auch deshalb enttäuscht, „weil ich wegen der Anfrage aus Schlüchtern in Flieden ein geiles Team verlassen habe, um bei der SG etwas aufzubauen und nach meiner ehrenamtlichen Tätigkeit in Flieden vielleicht noch ein Paareurofuffzich dazuzuverdienen. Wer mich holt, der muss eigentlich wissen, dass sich dann personell auch im Kader etwas tut. Das war in Schlüchtern offenbar nicht allen bewusst.“ / oi

Kommentieren

Vermarktung:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Mannschaften