30.09.2019

Fallrückzieher, Verlobung und "viel Dreck"

A-Liga Hünfeld/Hersfeld: Fußball kann so schön sein

Da wurden Erinnerungen geweckt: Michael Straub hat an alter Wirkungsstätte den Fallrückzieher ausgepackt. Foto: Kevin Kremer

Wie auf Wolke sieben dürfte Burghauns Lukas Heider momentan schweben. Nicht nur sein später Ausgleichstreffer beim 2:2 im Derby gegen Wölf wird künftig für einige Kisten Bier sorgen, die der 25-Jährige blechen muss.

Frisch aus dem Urlaub kehrte Heider am Samstag heim – und ebenso frisch verlobt kam der Burghauner daher. Da passte es überhaupt nicht ins Bild, dass der spätere Torschütze bereits nach einer Viertelstunde vom Feld musste, nachdem er frühzeitig Gelb sah. Doch der Fußball ist wunderbar, Heider kam kurz vor Schluss nochmal auf den Platz und stocherte in der Schlussminute den Ball zum Ausgleich über die Linie (90.+2). „Deprimierend war es“, meinte der 25-Jährige, dass er fast die gesamte Partie von außen betrachten musste, „doch ein paar Bier muss ich nun wohl demnächst noch ausgeben.“

Dass der Ausgleich überhaupt noch fiel, deutete sich keineswegs an. Die Hausherren hatten im zweiten Durchgang nichts zu melden, Wölf bestimmte nach einer schwachen ersten Halbzeit die Partie nach Belieben – und Spielertrainer Michael Straub dürfte nach 52 Minuten einige Erinnerungen geweckt haben, als er herrlich per Fallrückzieher traf. „Die Situation kannte ich schon“, meinte Straub schmunzelnd, „doch damals war es der andere Winkel.“ Fast fünf Jahre ist es nämlich her, als ihm jenes Kunststück schon einmal gelang. Doch da war der mittlerweile 31-Jährige noch für Burghaun aktiv. „Ich freue mich jetzt lieber über die Tore meiner Spieler“, fügte der Coach an. Doch beste Chancen versiebten seine Nebenleute teilweise, zahlreiche Standards führten zu keinem Erfolg. Erst Jan Göllmann behielt die Nerven, als er ins kurze Eck vollendete (74.).

„Hier musst du immer Dreck fressen. Deshalb war klar, dass es eklig wird. Zwei Punkte fehlen uns dennoch, weil wir nach dem 2:1 das Spiel entscheiden müssen“, wusste Wölfs Spielertrainer. Beide Mannschaften rieben sich in vielen Zweikämpfen auf – einzig Burghauns Alex Stoz bugsierte das Leder in die Maschen, als er nach einem glücklichen Foulelfmeter vom Elfmeterpunkt aus ran durfte (14.).

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