Neuwahlen

"Fredde" Wess löst Rudi Klemenz ab

Fulda bekommt nach 20 Jahren einen neuen Kreisjugendwart

11. Februar 2020, 20:53 Uhr

Alfred "Fredde" Wess (links) ist neuer Kreisjugendwart in Fulda. Er übernimmt von Rudi Klemenz, der 20 Jahre an der Spitze des KJA Fulda stand. Foto: Ralph Kraus

Im Vereinsheim des TSV Rothemann fand am Dienstagabend der Fuldaer Kreisjugendtag statt. Im Mittelpunkt standen die Neuwahlen. Die wichtigste Änderung: Alfred „Fredde“ Wess vom SV Hofbieber ist ab sofort neuer Kreisjugendwart und löst damit Vorgänger Rudi Klemenz (SG Dipperz) ab, der den heimischen Jugendfußball insgesamt 20 Jahre von der Spitze aus gelenkt hat.

„Der Sport war mein Leben. Ich habe in der Zeit viel gegeben, aber auch ganz viel zurückbekommen. Ich möchte nichts missen: Ab und an wurde es auch mal laut, aber was mir meine Schiedsrichterei und die Arbeit im Kreisjugendausschuss (KJA) gegeben hat, das war und ist einfach klasse“, erklärt Klemenz. Der 68-Jährige kandidierte nicht mehr.

„50 Jahre als Schiedsrichter und die Arbeit im Ausschuss sind genug“, so Klemenz, der Anfang der 1990er-Jahre in der Turnierleitung der Hallenrunde erste Gehversuche im KJA unternahm, später als Klassenleiter offiziell einstieg und seit 2000 als Nachfolger von Hubert Rommel (SG Bronnzell) an der Spitze des KJA stand. In seiner langen Zeit als Ehrenamtler war Klemenz auch zehn Jahre Jugendleiter der SG Dipperz, der er zusätzlich als zweiter und dritter Vorsitzender beistand. „Einerseits freue ich mich, dass wir einen geeigneten Nachfolger gefunden haben. Aber ich würde auch lügen wenn ich sagen würde, dass ich nicht doch ein bisschen emotional reagiere“, so Klemenz.

Der neue erste Mann an der Spitze des KJA Fulda ist mit Alfred Wess ein 55-Jähriger aus Niederbieber, der ursprünglich von der SG Kerzell stammt und dort bereits erste Erfahrungen mit der Jugendarbeit machte. 1991 zog es ihn aus familiären Gründen zum SV Hofbieber. Dort war er unter anderem 15 Jahre als Jugendtrainer tätig, ehe er seit 2013 dem KJA Fulda angehört.

157 Mannschaften in zehn Jahren verloren

„Uns werden noch einige schwere Zeiten bevorstehen“, ist sich Wess bewusst. „In Zeiten, in denen die Mannschaften und Spieler immer weniger werden, muss uns bewusst sein, dass wir noch mehr kreisübergreifend spielen müssen, als bisher ohnehin schon. Vielleicht müssen wir bald bis nach Hersfeld zu den Spielen fahren“, gibt Wess zu bedenken. Vorgänger Klemenz pflichtet ihm mit einem einfachen Zahlenspiel bei: „In den vergangenen zehn Jahren haben wir in Fulda in den verschiedenen Altersklassen 157 Mannschaften verloren.“

Der neue Kreisjugendausschuss

Als stellvertretender Kreisjugendwart wurde Jörg Geppert (Spvgg. Bimbach) gewählt. Als Jugendbildungsbeauftragter fungiert Alexander Kropp vom Haimbacher SV. Referent für Schulfußball bleibt Manfred Kropp (SG Sickels), während sich Martina Dentel (SV Gläserzell) als Mädchenreferentin zur Verfügung stellte.

Die neuen Klassenleiter

Auch die neuen Klassenleiter der Kreisklassen stehen fest: Alexander Stiel (A-Junioren), Ingo Jökel (B-Junioren), Karsten Hopfhauer (C-Junioren), Uli Nüdling (D-Junioren), Andreas Große (E-Junioren), Jörg Geppert (F-Junioren) und Lars Hütsch (G-Junioren) werden den Ligen vorstehen.

Emotionaler Brief

Sehr emotional wurde es, als der Ausschuss einen Brief des erkrankten Ausschussmitglieds Peter Rustler (Jugendbildungsbeauftragter) vorlas. Dazu wurde mit Edgar Krause und Roland Happ zwei im Jahr 2019 verstorbenen Mitgliedern gedacht. Als Ehrengäste waren unter anderem Verbands-Jugendwart Carsten Well aus Alsfeld, Fuldas Kreisfußballwart Torsten Beck, KSO Hans-Dieter Köhler und sein Stellvertreter Roland Bräuning vor Ort.

Heißt die Zukunft Funino?

In seiner Ansprache an die anwesenden Jugendleiter machte Rudi Klemenz deutlich, dass im April oder Mai erstmals ein Funino-Turnier im Bereich der F-Junioren ausgerichtet werden soll. Bei Funino besteht eine Mannschaft aus vier Spielern, von denen drei am Feld stehen und immer einer draußen ist. Bei jeder Torerzielung müssen dann beide Mannschaften wechseln. Gespielt wird auf einem Mini-Feld und Tore dürfen nur in einer Zone sechs Meter vor dem Tor erzielt werden.

"Wir versprechen uns davon mehr Spielanteile für die Kinder, ein besseres Zusammenspiel und deutlich weniger Leistungsdruck", so Klemenz.

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