25.09.2018

FSV benötigt Verlängerung in Waldgirmes

Hessen-Pokal: 5:2-Sieg nach 0:2-Rückstand

Die Profis des FSV Frankfurt mussten in Waldgirmes ein hartes Stück Arbeit verrichten. Foto: Pedro Acebes

Regionalligist FSV Frankfurt musste am Dienstagabend im Achtelfinale des Hessen-Pokals über 120 Minuten gehen, um Hessenligist SC Waldgirmes aus dem Wettbewerb zu werfen. Die Bornheimer lagen in Lahnau zwischenzeitlich schon mit 0:2 zurück, erzwangen dann mit dem 2:2 die Verlängerung, in der sich der Favorit dann doch noch deutlich mit 5:2 durchsetzte. Im Viertelfinale ist der ehemalige Zweitligist bei Hessenliga-Primus FC Gießen gefordert.

FSV-Trainer Alexander Conrad bot mit Torhüter Matay Birol und Alexander Aschauer zwei Akteure auf, die bislang in der Regionalliga Südwest noch nicht zum Einsatz gekommen sind. Der Coach hatte bei den formstarken Mittelhessen keinen Spaziergang erwartet: "Bei nur einer Liga Unterschied war eine enge Partie zu erwarten". Dass der SCW allerdings auf dem Kunstrasen nach etwas mehr als einer halben Stunde mit 2:0 in Führung liegen würde, das hätten wohl nur die wenigsten prognostiziert. Schon der erste Schuss der Lahnauer war drin, als Max Schneiders Distanzschuss unter der Latte landete (9.). Die Gastgeber legten gegen kaum zu Torchancen kommende Frankfurter mit Lucas Hartmann nach (32.). "Die ersten zwei Schüsse waren drin und bei dem Licht auch schwer zu halten", urteilte Conrad auf der Pressekonferenz und erntete dafür Gelächter von den heimischen Fans.

Apropos Fans: Der FSV hatte seine Ultra-Fraktion mitgebracht, die für mächtig Lärm sorgte. Nach dem unerwarteten 0:2-Rückstand mussten drei Ordner vor den erbosten Anhängern positioniert werden, um zu verhindern, dass weitere Gegenstände auf den Platz geworfen wurden. Die Sensation lag in der Luft vor insgesamt 550 Zuschauern. "Das hat uns am Anfang das Leben schwer gemacht. Es war wichtig, dass wir vor der Pause zum 2:1 gekommen sind", konstatierte Conrad. Der Flachschuss von Marco Koch brachte den FSV wieder ins Spiel zurück (42.). Nach dem Seitenwechsel stand Waldgirmes zu tief, der Druck des Favoriten nahm immer mehr zu. "Wir haben uns ins Spiel zurückgekämpft und haetten nach dem Ausgleich noch in der regulären Spielzeit gewinnen müssen", bedauerte der Gästecoach.

Grutza hält Elfmeter von Plut

Denn nach dem 2:2 von Alexander Aschauer (71.) bot sich dem eingewechselten Stürmer Vito Plut in der Nachspielzeit noch die große Gelegenheit, um allen Beteiligten die Verlängerung zu ersparen. SCW-Keeper Fabian Grutza war zur Stelle und es ging in die zusätzlichen 30 Minuten. Nach Wiederbeginn hatte Tolga Duran Pech mit einem Lattenknaller, im Gegenzug brachte Aschauer die Bornheimer erstmals in Führung (94.). Zwei Minuten später Elfmeter für die Frankfurter, doch Plut brachte den Ball an Grutza nicht vorbei, der die Kugel an den Pfosten lenkte (96.). "Im Verlauf der Verlängerung konnten wir uns durchsetzen und hatten das nötige Glück, dass wir in so einem Spiel brauchen. Unter dem Strich sind wir froh, dass wir weiter sind und Waldgirmes hat uns das erwartet schwere Spiel bereitet", lautete die Analyse des FSV-Trainers.

Nach dem 4:2 von Plut auf Vorlage von Robert Schick war das Spiel entschieden (105.). In der letzten Minute erhöhte Aschauer mit seinem dritten Treffer noch auf 5:2 (120.). Damit kann der FSV weiter von der Teilnahme am DFB-Pokal träumen. Waldgirmes-Trainer Daniyel Bulut sah im "unglücklichen 2:1 kurz vor der Pause den Knackpunkt. Nach der Pause haben wir nicht mehr so klar dominiert und mussten verletzungsbedingt wechseln. Ich bin trotzdem sehr stolz auf die Leistung. Wenn Duran das 3:2 macht, kann das vielleicht anders ausgehen. Jetzt können wir uns auf die Liga konzentrieren."

Die Statistik:

SC Waldgirmes: Grutza - Siegel (98. Pektas), Schmidt (59. Höhn), Cost, Ciraci - Golafra, Schneider - Öztürk, Duran, Strack - Hartmann (42. Helm/72. Dahlem).
FSV Frankfurt: Birol - Huckle, Becker (46. Mangafic), Nothnagel - Azaouagh (74. Bazzoli), Pollasch, Koch (98. Markovic), Schick, Tyminski - Güclü (59. Plut), Aschauer.
Schiedsrichter: Pascal Loschke (Kassel).
Zuschauer: 550.
Tore: 1:0 Max Schneider (9.), 2:0 Lucas Hartmann (32.), 2:1 Marco Koch (42.), 2:2 und 2:3 Alexander Aschauer (71., 94.), 2:4 Vito Plut (105.), 2:5 Alexander Aschauer (120.).
Besonderes Vorkommnis: Waldgirmes-Torhüter Fabian Grutza hält Foulelfmeter von Vito Plut (96.).

Autor: Pedro Acebes

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