31.10.2019

Für Weber ist Sprung an die Spitze Nebensache

Verbandsliga: Verfolgerduell in Flieden / Britannia wieder in der Pflicht

Während Jonathan Müller (links) und Eichenzell ein Tal durchschreiten, will Hünfelds Marcel Dücker unbedingt fit werden, um den Sprung an die Spitze mit Hünfeld zu verwirklichen. Foto: Charlie Rolff

Da die SG Johannesberg am Wochenende spielfrei ist, wird die Tabelle im Spitzenfeld begradigt und ermöglicht dem Hünfelder SV den Sprung an die Pole Position. Dafür genügt im Heimspiel gegen den OSC Vellmar bereits ein Punkt, die Weber-Elf strebt allerdings an, den Heimnimbus zu wahren und auch das neunte Spiel auf der Rhönkampfbahn zu gewinnen.

Hünfelder SV – OSC Vellmar (Samstag, 14.30 Uhr).

"Ach. Das wusste ich gar nicht", antwortet HSV-Coach Dominik Weber auf die Frage, ob denn die Eroberung der Spitze ein ausgemachtes Ziel des Wochenendes sei. "Ehrlicherweise wusste ich gar nicht, dass Johannesberg spielfrei ist. Es klingt zwar abgedroschen, aber wir beschäftigen uns nur mit uns und nicht mit irgendwelchen tabellarischen Konstellationen", erklärt Weber, dessen Team mit jener Herangehensweise offensichtlich gut verfährt. Seit Wochen eilt der HSV von Sieg zu Sieg – und das in den allermeisten Fällen in überzeugender Art und Weise. Zuletzt gelang ein 7:0-Kantersieg in Seiferts.

Doch Weber wäre nicht Trainer, wenn er den Auftritt differenzieren würde. "Ich habe in Seiferts nach ziemlich genau 30 Minuten auf die Uhr geschaut und festgestellt, dass wir nach einem Drittel des Spiels noch nicht wirklich etwas auf den Weg gebracht haben." Gegen Vellmar müsse das anders werden, um dem langjährigen Hessenligisten gleich mit Dominanz aufzuzeigen, wer das Verbandsliga-Team der Stunde ist. Vellmar ist hingegen so etwas wie die Wundertüte der Liga, die mit technisch beschlagener und namhafter Elf den selbst äußerst ambitioniert ausgesprochenen Ansprüchen tabellarisch ein ganzes Stück hinterherhinkt. Im Vergleich zu den Vorwochen droht dem HSV Rechtsverteidiger Marcel Dücker (Schlag aufs Knie) wegzubrechen.

SG Bad Soden – SG Hombressen/Udenhausen (Samstag, 14.30 Uhr).

Die Sodener beendeten ihre Ergebniskrise, als trotz teils ansprechender Leistung Punktverluste in Sanderhausen, gegen Weidenhausen und in Johannesberg quittiert werden mussten, mit einem eindrucksvollen Derbysieg über Hessenligaabsteiger SV Flieden. Die Rollen vor dem Duell der Kurstädter mit dem Team aus dem Hofgeismarer Ortsteil sind klar verteilt: Die zweitstärkste Heimmannschaft empfängt einen Tabellenzwölften, der auswärts noch nicht gewonnen hat. In der Innenverteidigung ist Bad Sodens Trainer Anton Römmich nach der Gelb-Roten Karte gegen Christoph Neiter zu einer Umstellung gezwungen.

SV Türkgücü Kassel – Britannia Eichenzell (Samstag, 16.30 Uhr).

Nach dem Schock um Offensivspieler Mikael Avanesian (Verdacht auf Riss des vorderen Kreuzbandes) sind die Britannen am Samstag in der Pflicht. Im Kellerduell bei Aufsteiger kann die Devise für Heiko Rützels Team nur "Auswärtssieg" lauten, auch weil Hombressen/Udenhausen auf dem ersten sicheren Nichtabstiegsplatz bereits fünf Punkte enteilt ist. "Die Punktausbeute ist nicht gut und zum jetzigen Zeitpunkt kann die Tabelle auch fast nicht ehrlicher sein. Deswegen wissen wir um die Situation und ich gehe davon aus, dass die Mannschaft das auch weiß."

Bei den Erfolgen gegen Körle oder Ehrenberg hatte der FCB unter Beweis gestellt, worauf es in den direkten Duellen ankommt – gegen Hombressen/Udenhausen hingegen nicht. "Dieses Spiel sollte mahnend genug für die Mannschaft sein", sagt Rützel, der sagt, "dass wir in diesen Spielen vor allem erst einmal auf uns selbst schauen müssen und uns gar nicht so viel mit dem Gegner beschäftigen sollten". Avanesian (Rützel: "Das ist brutal für uns") ist nach den beiden Kapitänen und wichtigen Verteidigern Benedikt Müller und Roman Schad der dritte Langzeitverletzte.

SV Buchonia Flieden – SSV Sand (Sonntag, 14.30 Uhr).

Trotz der 2:4-Niederlage hat das Kreispokal-Viertelfinale unter der Woche gegen Neuhof Hoffnung im Fliedener Lager gemacht. "Der Auftritt war sehr ansprechend, auch wenn wir wieder unsere ein, zwei Fehler drin hatten. Darauf müssen wir aufbauen", betont Co-Trainer Markus Kullmann. Das Verfolgerduell mit Sand scheint vom Papier her die noch bis zum Winter schwerste Aufgabe zu sein, der Hauswurzer hofft, "dass gerade die jungen Spieler aus den vier Niederlagen zuletzt ihre Lehren gezogen haben und die Fehlerquote geringer ist." Hoffnungsträger gegen die Sander, die zuletzt auch ins Straucheln geraten sind, ist in der Offensive Marc Röhrig, der gegen Neuhof nicht zu bändigen war. Der Einsatz von Kapitän Andreas Drews indes ist nach dessen grippalen Infekt unter der Woche fraglich.

SV Adler Weidenhausen – SG Ehrenberg (Sonntag, 14.30 Uhr).

Ehrenbergs spielender Co-Trainer Mark Jaksch verspürt enorme Vorfreude im Hinblick auf die Reise ans Chattenloh: "Für viele Jungs von uns wird es ein besonderes Erlebnis. Die Atmosphäre in Weidenhausen ist unvergleichbar. Für mich war es in der Vergangenheit immer mit das schwerste Spiele auswärts, ich habe meines Wissens nur in der Meistersaison mit Borussia mal dort gewonnen." In die Hose machen wollen sich die Rhöner trotzdem nicht, zumal das 0:7 gegen Hünfeld schnell aus den Köpfen gestrichen wurde. "Da hängt nichts nach, auch wenn das Ergebnis am Ende etwas zu hoch war", betont der 30-jährige Mittelfeldspieler. Mittelfeldmann Julian Keidel (war verhindert) kehrt im Vergleich zur Vorwoche zurück.

CSC 03 Kassel – SG Barockstadt II (Sonntag, 14.30 Uhr).

CSC Kassel, Hünfelder SV und SSV Sand: Die kommenden Spiele der SG Barockstadt II haben es in sich, „da alle drei Vereine vor der Saison als Favoriten gehandelt wurden“, verdeutlicht Trainer Marco Lohsse das kommende und schwere Programm. Am Wochenende treffen laut Lohsse zwei unterschiedliche Mannschaften aufeinander. „Da wäre eine qualitativ hochwertige Kassler Mannschaft, die gefühlt 1000 Hessenligaspiele an Erfahrung mitbringt und wir: die jungen Wilden“. Wichtig sei, dass seine Mannschaft keine leichtsinnigen Fehler mache, da dies der CSC sofort bestrafen werde. „Wenn wir hingegen diszipliniert auftreten und jeder 120 Prozent gibt, können wir der Erfahrung von Kassel Paroli bieten“, betont der 40-Jährige. Verzichten muss der SGB-Coach auf Allrounder Franz Ruppel (Weisheitszahn-OP) und Verteidiger Lukas Hildenbrand (berufliche Gründe). / jg, hall, mic, oi

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