07.10.2019

Gekommen, um zu bleiben?

Gruppenliga: SV Müs legt bislang beeindruckende Serie hin

Konstantin Gerk (links) hat sich in jungen Jahren zu einer Stütze in Müs gemausert, wechselt sich beim Tragen der Kapitänsbinde mit Keeper Sebastian Schäfer ab. Foto: Oliver Müller

Die Gruppenliga Fulda weist in dieser Spielzeit eine selten dagewesene Homogenität auf. Davon profitieren nicht zuletzt die Aufsteiger, mit Ausnahme der SG Freiensteinau ist kein Neuling derzeit auf einem Abstiegsplatz zu finden. So scheint es für den SV Müs endlich mal realistisch, länger als eine Saison die Liga zu halten.

Die Laune im Lager der Germania ist prächtig: Von den vergangenen neun Spielen verlor Müs gerade mal eins, zuletzt gab es ein 3:1 über die SG Oberzell/Züntersbach. „Die Truppe macht derzeit richtig Spaß“, findet Abteilungsleiter Frank Post. Am Freitag habe die Mannschaft auf der Oktoberfestkirmes in Müs „richtig einen gemacht“, um zwei Tage später gegen die Sinntaler wieder Vollgas zu geben. „Wir haben Oberzell regelrecht die Luft zum Atmen genommen. Es war schon fantastisch zu sehen, wie unser Spielertrainer Denis Erovic in der 90. Minute noch vorne aggressiv draufgeht und so das 3:1 erzwingt“, so Post weiter.

Nicht nur die Kombination mit dem Trainerduo – Erovic im Feld, Kenan Duran als erfahrener Mann draußen – scheint in Müs zu passen, auch die Zusammenstellung des Kaders ist offenbar gelungen: „Das Trainerduo spielt seine Kompetenzen super aus und macht klasse Einheiten, was sich in einer hohen Trainingsbeteiligung widerspiegelt. Wir haben auch Glück, dass keiner verletzt ist, und der Zusammenhalt in der Mannschaft ist trotz des Umbruchs im Sommer nach einem Drittel der Saison hervorragend. Man darf nicht vergessen, dass wir mit unserem ehemaligen Spielertrainer Marc Friedel, der gerade spielerisch einiges auf den Weg gebracht hat, Mehmet Bagci Koray, der jetzt Stammspieler in Eichenzells Verbandsligateam ist, und Julian Keller, der im Winter nach Bronnzell gegangen ist, schon enorme Qualität abgegeben haben.“

Im jetzigen Kader würden indes Einheimische wie Konstantin Gerk, der in der Jugend des JFV Viktoria Fulda ausgebildet wurde, und Auswärtige wie die Lauterbacher Fraktion um Jan Zengler und Nils Löffler sowie die beiden Bosnier Mirza Mujezinovic und Senad Jahic gut harmonieren. „Jeder gönnt dem anderen etwas“, sagt Funktionär Frank Post. Bestes Beispiel ist hier Keeper Sebastian Schäfer, der sich alle zwei Spiele mit dem aus Steinbach gekommenen Mahsuni Algac abwechselt und seinen Kontrahenten für ein Riesenspiel gegen Oberzell lobt: „Der Junge hat uns im Spiel gehalten.“

Und so besteht in Müs die leise Hoffnung, dass es das erste Mal seit 1997, als die Germania in der Folgesaison mit Platz vier unter Christoph Keller sogar die beste Platzierung der Vereinshistorie erreicht hat, mal wieder gelingt, mehr als ein Jahr die Gruppenliga zu halten. „Ich habe schon einige Auf- und Abstiege mitgemacht, ob als Kapitän oder Abteilungsleiter“, betont Frank Post schmunzelnd. Alleine fünf waren es in den vergangenen 13 Jahren. „Das Schlimme ist“, so der Germanen-Abteilungsleiter, „dass die Liga so ausgeglichen ist und wir trotz unserer Serie weiter nach unten schauen müssen. Petersberg auf dem ersten Abstiegsrang hat nur fünf Punkte weniger und noch ein Spiel in der Hinterhand. Es ist alles so eng.“ Sechs, sieben Punkte sollen es laut Post noch bis Winter sein für die Müser, die allem Anschein nach auch demnächst mit den Trainer Erovic/Duran verlängern wollen.

Autor: Christian Halling

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