Hessenliga: Hanau siegt

Gelb-Rot? Steinbach hadert mit Rabe

25. Oktober 2020, 15:55 Uhr

Steffen Rabe spielte eine maßgebliche Rolle. Foto: Kevin Kremer

Hanau 93 ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat am Steinbacher Mühlengrund verdient mit 2:0 (1:0) gewonnen. Dafür reichte ein solider Auftritt und eine nicht nur nach dem Geschmack des SVS klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters Steffen Rabe.

Der „Gamechanger“ zugunsten der Steinbacher hätte Hanaus Innenverteidiger Semih Sentürk sein können: Bereits gelbverwarnt legte er Pascal Manß beim Versuch in den Strafraum einzudringen. Die SVS-Bank war außer sich, weil es Rabe es bei einer energischen Ermahnung beließ, statt Sentürk des Feldes zu verweisen (35.). Hanau wechselte Sentürk entsprechend in der Halbzeit aus. "Als der Schiedsrichter gepfiffen hat, habe ich mit Gelb-Rot gerechnet. Die Situation sah komisch aus, aber wenn er sich dann dazu entscheidet, Foul zu pfeifen, dann ist es sicherlich auch Gelb-Rot. Ich denke aber immer, dass sich solche Situationen im Laufe der Saison ausgleichen", sagte Hanaus Spielertrainer Michael Fink sportlich fair und gab seinem Gegenüber Petr Paliatka damit Wasser auf seine Mühlen: "Wenn das schon die Hanauer sagen, frage ich mich, warum der Schiedsrichter da nicht die Eier hat, so früh auch konsequent zu sein und den Spieler vom Platz zu stellen. Eine Stunde in Überzahl hätte schon etwas verändern können"

Da hatte Hanau schon geführt und den bisherigen Spielverlauf ein wenig auf den Kopf gestellt. Die bis dato extrem statischen und destruktiven Gäste warfen erst beim Führungstreffer erstmals ihre hohe spielerische Qualität in die Waagschale: Linksaußen Cem Kara tauchte zentral auf, legte für Mittelstürmer Varol Akgöz ganz weit raus auf die rechte Seite, dessen Hereingabe Rechtsaußen Kristijan Bejic humorlos aus der zweiten Reihe versenkte (28.). Lange Zeit blieb das Spiel offen, auch weil SVS-Keeper Vladan Grbovic zahlreiche hochkarätige Gelegenheiten vereiteln konnte – meist im schnellen Konterspiel. Erst Kara in der Schlussphase beseitigte mit einem punktgenauen Schlenzer alle Zweifel (85.).

Steinbach spielte zwar gefällig, bestimmte gegen auffallend tiefstehende Hanauer weite Teile des Spiels, wurde aber viel zu selten zwingend. Aus dem Spiel heraus in der gesamten Spielzeit nicht ein einziges Mal. Tore hätten höchstens nach zwei guten Standards von Luca Uth fallen können, allerdings verfehlten Tom Wiegand (24.) und Leon Wittke (26.) jeweils das Gehäuse. Für Paliatka waren es entsprechend "zu wenig zwingende Aktionen nach vorne, weil der letzte Ball zu oft nicht funktioniert hat. Aber Hanau ist auch ein Spitzenteam, deswegen bin ich gar nicht unzufrieden." Fink hingegen war zufrieden, "weil wir als spielerisch starke Mannschaft auf schwerem Geläuf wenig zugelassen haben und das Spiel verdient gewonnen haben".

Die Statistik:

SV Steinbach: Grbovic – F. Wiegand (67. Gemming) Hildenbrand, T. Wiegand, Hütsch – M. Wiegand, Zvekic (76. Hanslik), Uth – Wittke (60. Hofmann), Kvaca, Manß.
Hanau 93: Brao – Kaiser, Sentürk (46. Jourdan), Fink, Sejdovic – Ünal (87. Ries), Abdul – Bejic (76. Suljic), Gischewski, Kara – Akgöz.
Schiedsrichter: Steffen Rabe (VfB Wetter).
Zuschauer: 100 (ausverkauft).
Tore: 0:1 Kristijan Bejic (28.), 0:2 Cem Kara (85.).

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