14.05.2019

Giemza und Co. beschwören Momentum

Gruppenliga: Quartett muss zittern / Fabian Lehmann geht wohl bei Abstieg

Emotionen des Abstiegskampfs: Großenlüders Fabian Lehmann (Nummer 17) und Moritz Reith jubeln, Oberzells Kapitän Maximilian Heil (links) schiebt Frust. Foto: Christian Halling

Oben sind die Fronten so gut wie geklärt, im Gruppenligakeller haben FT Fulda, Petersberg und Bronnzell nun die Klasse gehalten, während neben Rothemann auch die Festspielstadt runter muss. Je nachdem, wie der FC Eichenzell in der Verbandsliga Nord abschneidet, werden nun noch ein bis zwei Teams aus einem Quartett gesucht, die am Ende ebenfalls in den sauren Apfel beißen müssen. Eine Bestandsaufnahme.

SG Schlitzerland (34 Punkte, 29:60 Tore)

Die Spielgemeinschaft aus Schlitz und Queck hat die besten Karten im Kampf um den Klassenerhalt, zumal beide abschließenden Partien auf heimischen Boden ausgetragen werden. Die Rechnung ist simpel: Zwei Siege reichen, selbst mit einem Sieg gegen Oberzell/Züntersbach könnte die SGS schon gerettet sein, sollten die Verfolger patzen. Die nötigen Voraussetzungen, auf die es im Klassenkampf ankommt, besitzt Schlitzerland. Kampfgeist ist bereits die komplette Saison das A und O der Elf des scheidenden Trainers Simon Grosch – das beste Beispiel war der 3:2-Sieg in der Vorwoche gegen Konkurrent Großenlüder, als alles auf ein Remis hinauslief und Hendrik Bachmann mit dem Schlusspfiff den so wichtigen Siegtreffer markierte. „Das war Krieg“, resümierte Grosch damals, um im selben Atemzug zu sagen, „dass das eben Schlitzerland ist.“ Das jüngste 0:3 gegen Ehrenberg ist schnell relativiert, denn gegen den Tabellenzweiten rechnete jeder mit einer Pleite. Deutlich macht dies die Personalie Marius Hampl, denn der treffsicherste Akteur der SGS wurde mit einer leichten Zerrung für die verbleibenden Begegnungen geschont.

SG Kerzell (33 Punkte, 44:60 Tore)

Mikael Avanesian oder Aron Loui Jahn – wenn nach Kerzeller Siegen die Frage nach dem Matchwinner gestellt wird, sind diese beiden Herren nicht weit. Im Nervenspiel gegen Rothemann war es Avanesian, der die Helvetier mit seinem Schlenzer in der Nachspielzeit erlöste. Kerzell ist nach dem 1:0 wieder im Geschäft im Kampf um den Ligaerhalt, zumal für die kommenden Gegner Hosenfeld und Künzell nach oben und nach unten nichts mehr geht. Die SGK ist im Abstiegskampf erprobt, muss seit dem Aufstieg 2016 im Grunde jedes Jahr bis zum Schluss zittern. Gerne möchte Helvetia-Coach Michael Jäger seinem Nachfolger Christian Birkenbach einen Gruppenligisten hinterlassen, der im nächsten Jahr allerdings ohne das nach Eichenzell abwandernde Duo Avanesian/Jahn mit der erste Abstiegskandidat sein dürfte. Gleichzeitig hofft Jäger natürlich, dass sein künftiger Verein Oberzell/Züntersbach ebenfalls die Liga hält.

SG Oberzell/Züntersbach (33 Punkte, 56:74 Tore)

Die SGOZ war zwei Minuten vor Spielende gefühlt schon durch, als es beim eigenen Spiel in Großenlüder noch 1:1 stand und parallel Kerzell sich fast schon mit einem 0:0 gegen das bereits abgeschlagene Schlusslicht Rothemann angefreundet hatte. Dann traf erst Fabian Lehmann ins Sinntaler Gehäuse von Matthias Brust, der erneut den wegen einer Schnittverletzung am Finger behinderten Robin Dorn vertrat, ehe Mikael Avanesian noch das Last-Minute-Tor für Kerzell glückte. So hat sich die Ausgangslage der Mannschaft von Frank Kühlthau erheblich verschlechtert, wenngleich man dank des Eichenzeller Positivlaufs eine Liga drüber weiterhin auf einem Nichtabstiegsplatz steht. Der Coach war bemüht, seine Jungs rasch wieder aufzubauen. Hadern mit dem späten Gegentor und der schwachen Schiedsrichterleistung bringt nichts, zumal am kommenden Sonntag nach den Duellen mit Kerzell, Festspielstadt und Großenlüder nun das nächste Kellerdrama am Schlitzer Damenweg wartet. Auf den letzten Spieltag und die Partie bei der SG Ehrenberg will man bei der SGOZ lieber nicht setzen, unabhängig davon, ob die Rhöner bis dahin schon die Aufstiegsrunde fix haben oder nicht.

SV Großenlüder (31 Punkte, 32:50 Tore)

Dem ewigen Gruppenligisten droht nach elf Jahren der Gang in die Kreisoberliga – trotz des späten 2:1 gegen Oberzell/Züntersbach. Einzig zwei Siege helfen den Giemza-Mannen wohl. Im schlechtesten Fall könnte der Abstieg am Sonntag besiegelt sein, wenn die Teutonen in Thalau verlieren und Kerzell sowie Oberzell/Züntersbach gewinnen.

Daran will man in Großenlüder aber keinen Gedanken verschwenden, lieber das Momentum beschwören. „Wir leben noch“, frohlockte Trainer Adrian Giemza, der hofft, dass Sascha Hasenauer (muskuläre Probleme) und Felix Schlitzer (Infekt) noch einmal eingreifen können. Für Schlitzer stand am Sonntag Christopher Ripka erstmals seit seinem im Spätsommer erlittenen Kreuzbandruss wieder in der Lüderer Innenverteidigung. „Gegen Julian Ankert war es nicht einfach, aber am Ende hat alles gepasst: Knie gehalten, drei Punkte“, war der Routinier froh.

Siegtorschütze Fabian Lehmann indes wird im Falle des Klassenerhalts definitiv weiter im Lüdertalstadion kicken – bei Abstieg eher nicht. „Für die Kreisoberliga ist mir der Aufwand einfach zu hoch, um jedes Wochenende von meinem Berufsort Mannheim nach Fulda zu fahren“, so der 27-Jährige, der ganz offen erklärt, dass es Gespräche mit dem TSV Künzell und der Spvgg. Wallstadt bei Mannheim, wo Lehmann unter der Woche ohnehin trainiert, gegeben habe.

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