05.12.2018

Grundstein wurde vor einem Jahr gelegt

torgranate-Analyse: SV Neuhof

Grafik: Carlos Viering

Die Winterpause bietet Zeit zum Reflektieren. Auch bei uns: Wir haben uns die osthessischen Verbandsligisten für eine kleine torgranate-Analyse zur Brust genommen. Heute ist der SV Neuhof an der Reihe.

So lief die bisherige Runde:

Nach einer durchwachsenen Vorbereitung sagte Trainer Alexander Bär vor dem ersten Saisonspiel noch, dass "wir aktuell nicht verbandsligatauglich" sind. Der Coach wurde aber ganz schnell eines Besseren belehrt. Auf zwei Siege zum Start folgten zwar vier Begegnungen ohne einen Dreier, die letzte Niederlage gab es dann aber am Tag der deutschen Einheit (0:1 in Willingen). Dank einer anschließenden Siegesserie setzte sich der Club aus der Kaligemeinde ganz oben fest, der erste Tabellenplatz wurde erst durch ein spätes Ausgleichstor in Eschwege (2:2) abgegeben.

So haben die Neuzugänge eingeschlagen:

Der Grundstein dafür, dass sich der SV Neuhof inzwischen im Aufstiegs- und nicht mehr im Abstiegskampf der Verbandsliga befindet, wurde schon im vergangenen Winter gelegt. Platz zwei in der Rückrundentabelle ließ bereits eine gute Saison erahnen. Spieler wie Damian Dudala, Fabian Wozniak, Aleksandar Anastasov, David Costa Sabate und Carlo Yanez wurden allesamt schon im Winter geholt und sind fester Bestandteil der ersten Neuhofer Elf. Yanez, zehn Jahre lang beim spanischen Topclub Atletico Madrid ausgebildet, entschied mit sehenswerten Toren die knappen Spiele gegen Barockstadt II und Weidenhausen (beide 1:0).

Dominik Jacko, Levani Chapodze, Ondrej Cajka und Co. fügten sich diesen Sommer gut in die mit vielen Nationalitäten gespickte Truppe ein. Einen wichtigen Neuzugang gab es auch außerhalb des Feldes. Ex-Spielertrainer Zeljko Karamatic ist seit einigen Monaten Sportlicher Leiter, sein Vorgänger Alexander Bär kann nun das Traineramt ausüben. Eine wichtige Entlastung für Radek Görner: In den vergangenen Jahren als Spielertrainer unterwegs, kann sich der Tscheche nun ausschließlich auf seine Lieblingsarbeit konzentrieren - Tore schießen. Zehn Treffer stehen beim Routinier bereits auf dem Konto, es sind die mit Abstand meisten im Team.

In Erinnerung bleibt:

Besonders eindrucksvoll trat der SVN bei zwei Auswärtsspielen auf: Schon am zweiten Spieltag wurden die heimstarken Adler aus Weidenhausen mit 5:2 vom Feld gefegt, am 11. November folgte eine ganz starke Leistung beim 3:1 in Johannesberg. Ansonsten blieb es in Neuhof angenehm ruhig - was bekanntermaßen in der Vergangenheit nicht immer der Fall war. Disziplinlosigkeiten wurden fast zur Gänze abgelegt. Negativ in Erinnerung blieb nur die schwere Kopfverletzung von Keeper Dogus Albayrak, der im Heimspiel gegen CSC Kassel (1:1) unglücklich im Gesicht getroffen wurde und seither nicht gespielt hat.

Ausblick:

Dem SV Neuhof ist in dieser Saison der ganz große Wurf zuzutrauen. Fast alle Spieler im Kader wurden entweder professionell ausgebildet oder haben schon Profi-Erfahrung gesammelt, dazu hat sich seit einem Jahr auch ein echtes Team entwickelt. Alexander Bärs Traum, mit seinem Club irgendwann einmal in der Hessenliga zu spielen, könnte schneller Realität werden als gedacht. In dieser Verbandsliga, die ohne herausragende Mannschaft daherkommt, ist Platz zwei und sogar die Meisterschaft realistisch.

Autor: Steffen Kollmann

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