Peikerts HSV Letzter

"Hätte nie gedacht, dass wir so dastehen würden"

12. Oktober 2021, 10:00 Uhr

Im Sturzflug: Jason Lacis (links) und der Haimbacher SV haben die Rote Laterne übernommen. Foto: Charlie Rolff

Da die TSG Mackenzell am Wochenende beim 3:1 im Schlitzerland ihren ersten Saisonsieg einfuhr, gibt es in der Kreisoberliga Mitte einen neuen Tabellenletzten: den Haimbacher SV.

"Vor der Saison und bei der Kaderzusammenstellung hätte ich niemals gedacht, dass wir zum jetzigen Zeitpunkt so dastehen würden", gesteht Trainer Timo Peikert. Doch die Misere begann schon früh in der Saison mit zahlreichen Ausfällen: Der etatmäßige Kapitän Julian Heins musste seine Schuhe aufgrund anhaltender Bandscheibenprobleme sogar an den Nagel hängen, mit Lukas Hasenauer fällt ein weiterer wichtiger Akteur aufgrund von beruflichen Verpflichtungen die ganze erste Saisonhälfte aus. Mit Florian Engel musste jüngst beim tabellarisch unbedeutenden Spiel in Pilgerzell ein weiterer Spieler mit dem Krankenwagen abtransportiert werden, Engel hat nun vorzeitig Winterpause.

"Am Ende haben wir dadurch doppelt verloren: das Spiel und den Spieler. Wir hätten auch wie andere Vereine nicht antreten können, aber das wäre ein Schlag ins Gesicht für die Leute gewesen. Zumal es mir schwer fällt zu glauben, dass man als erste Mannschaft nicht elf Spieler zusammentrommeln kann", unterstreicht Peikert. Die 0:6-Pleite beim Tabellenzweiten war jedenfalls sinnbildlich für die vergangenen Wochen. Nach Angaben des Trainers war der HSV in der ersten Halbzeit ebenbürtig, und nach der Pause ließ Colin Kratz vom Elfmeterpunkt das 1:1 liegen. Am Ende brach Haimbach auseinander, kassierte drei Treffer in der Nachspielzeit.

"Modus ist mehr als Quatsch"

"Der Fitnesszustand ist nicht wie erhofft, so können wir die Defizite nicht kämpferisch wettmachen. Und wir kassieren zu viele Rückschläge, die wir momentan nicht wegstecken können", weiß der 35-Jährige besonders um die Anfälligkeit in der Hintermannschaft. Nur in zwei Spielen kassierte die schwächste Defensive der Liga weniger als drei Gegentreffer. Das liegt unter anderem daran, dass die wichtigsten Ausfälle Abwehrspieler sind. Und mit Tom Rux ist ein solcher nicht spielberechtigt: Rux kommt aus Brandenburg, studiert in Fulda und trainiert seit Wochen mit, ist aber erst ab dem 1. November - ausgerechnet ein Tag nach dem letzten Spieltag - spielberechtigt.

Peikert glaubt dennoch fest daran, dass Haimbach am Ende die Klasse halten wird. Selbst wenn Bachrain und Margretenhaun in die Aufstiegsrunde wandern sollten und der HSV Stand jetzt - es geht noch zu direkten Konkurrenten wie Hilders/Simmershausen oder Nüsttal - nur zwei Punkte mit ins neue Jahr nehmen würde. "Dieser Modus ist mehr als Quatsch, aber es bringt ja nichts darüber zu jammern. Die Mannschaften, die mit uns in die Playdowns gehen, sind nicht komplett außer Reichweite. Irgendwann müssen wir uns belohnen, denn die Qualität ist da", bleibt der frühere Borusse zuversichtlich.

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