09.09.2018

Hersfelder B-Elf nur mit Verteidigen beschäftigt

Gruppenliga: 1:4 auf der Bornwiese

Jaron Krapf spielte nach seiner Einwechselung eine Hauptrolle. Foto: Charlie Rolff

11:1 Tore, sechs Punkte am Doppelspieltag: Verbandsligaabsteiger SGBad Soden hat die Tabellenführung in der Gruppenliga Fulda souverän verteidigt. Dem 7:0 am Freitag über den RSV Petersberg ließ die Mannschaft von Trainer Anton Römmich einen 4:1 (1:1)-Sieg gegen die SGFestspielstadt/Spvgg. Hersfeld folgen.

„Das Ziel, aus diesem Wochenende mit sechs Punkten herauszugehen, haben wir erreicht, Kompliment an die Jungs“, sagte Römmich nach einem bemerkenswerten Spiel gegen Bad Hersfeld, zu dem der Sodener Coach feststellte: „Das war ekelhaft zu spielen. Die wollten überhaupt nicht gewinnen, waren nur darauf aus, den aktuellen Spielstand zu halten. Selbst bei 4:1 haben die das Ergebnis noch verwaltet.“

Bad Hersfeld musste neun Stammspieler ersetzen. Beinahe die komplette Vierer-Abwehrkette war krank oder verletzt. Und so gab denn auch der Sportliche Leiter Helwig May zu: „Unser Ziel war es, einstellig zu verlieren. Die Mannschaft hat noch nie auch nur annähernd in dieser Zusammensetzung gespielt, deshalb fahren wir unterm Strich mit einem positiven Gefühl nach Hause.“

Die Hersfelder machten aus der Not eine Tugend und schrieben im Handbuch für destruktives Spiel ein neues Kapitel. Dem Sodener 3-2-4-1 stellte der Gast ein 5-3-2 entgegen, das nur deshalb nicht als 8-2 durchging, da zwischen den fünf hintersten Spielern kein Platz mehr für drei weitere war. Und selten hat man eine Mannschaft gesehen, die vorsätzlich den Ball dorthin spielt, wo weit und breit kein eigener Spieler zu finden ist, nur um kurz verschnaufen zu können.

Bad Soden hatte 90 Prozent Ballbesitz, wusste damit jedoch nichts anzufangen und geriet nach Hersfelds quasi erstem Überschreiten der Mittellinie prompt in Rückstand. Umringt von sieben Sodenern und im Angesicht des achten, Torhüter Abdul Ersöz, zog Niko Pepic aus 17 Metern ab und traf zum 0:1 (29.).

Joker Krapf entscheidender Faktor

Für Bad Soden bedurfte es zum Ausgleich eines an Daniele Fiorentino verursachten und von Fiorentino verwandelten Strafstoßes (34.). „Dieser unberechtigte Elfer war der Knackpunkt“, fand der Hersfelder Funktionär May. Um ein Haar wäre Soden mit einer 2:1-Führung in die Kabine gegangen, doch Fiorentinos 16-Meter-Schuss sprang vom Innenpfosten zurück ins Feld (45.).

Zur zweiten Halbzeit brachte Römmich Mittelfeldspieler Jaron Krapf für Christian Gietl, der bis dahin im Zentrum der Dreier-Abwehrkette gespielt hatte. Mit zwei Torvorbereitungen war Krapf der entscheidende Faktor für Sodens Arbeitssieg. Beide Male profitierte Benedikt Kreß, dessen Kopfball zum 2:1 noch entscheidend abgefälscht worden war, ehe er ein flaches Zuspiel aus kurzer Distanz zum 3:1 verwertete.

Die SG Festspielstadt musste nach dem 6:3-Erfolg am Freitag gegen Rothemann auf beinahe die komplette Abwehr verzichten: So fehlten Benjamin Augustin, Daniel Pfalzgraf, Andreas Rakk, Bogdan Cojocaru, Adrian May oder Jonas Seitz – übrig war allein Jakov Pavic. Auch Mittelstürmer Dominik Oelschläger stand nicht zur Verfügung, zudem waren die beiden Angreifer Emmanuel Crawford und Philipp Prokopenko angeschlagen und saßen zunächst nur auf der Bank. So musste Trainer Roman Prokopenko kräftig basteln, berief beispielsweise Alexander Ebinger nach monatelanger Pause direkt in die Startelf, stellte auf die Außenbahnen vier Youngster und sich selbst vorne in den Sturm. / oi

Die Statistik:

SG Bad Soden: Ersöz; Saletnik, Gietl (46. Krapf), Lairich (65. T. Paulowitsch) – Neiter, Moaremoglu – Degermenci (76. Emre), K. Paulowitsch, Ehlert, Kress – Fiorentino.
SG Festspielstadt/Spvgg. Hersfeld: Brunner; Pavic, Emmerich, Pepik (68. Crawford), R. Prokopenko (56. P. Prokopenko), Muschner, El Ouariachi (90. Savolainen), Ebinger, Schlensog, Kahya, Müller-Siebert.
Schiedsrichter: Emil Schwarz (Bruchköbel).
Zuschauer: 110.
Tore: 0:1 Niko Pepic (29.), 1:1 Daniele Fiorentino (34., FE), 2:1, 3:1 Benedikt Kreß (57., 63.), 4:1 Cem Emre (87.).

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