21.03.2017

Hessen Dreieich verzichtet auf die Regionalliga

Hessenliga: Kein Aufstieg bei Platz eins

Rudi Bommer und Hessen Dreieich verzichten auf einen möglichen Aufstieg in die Regionalliga. Foto: Peter Hartenfelser

Riesen-Überraschung in der Hessenliga. Wie Tabellenführer Hessen Dreieich in einer Pressemitteilung bekanntgibt, wird der Verein - im Falle der sportlichen Qualifizierung - auf einen Aufstieg in die Regionalliga verzichten.

In der Mitteilung heißt es: „Der Zustand der Sportanlagen, die in Dreieich für den Breitensport und den Nachwuchsfußball zur Verfügung stehen, ist insgesamt so unbefriedigend, dass die Verwendung von Sponsoring- Geldern der Wirtschaft im hohen sechsstelligen Bereich ausschließlich für die Anforderungen der vierten Fußball-Liga der Situation in unserer Stadt nicht angemessen wäre. Der SC Hessen liefe mit einem Aufstieg schon in diesem Jahr Gefahr, sich dauerhaft von seiner Basis, den für die sportliche Grund-Ausbildung von weit mehr als 1.000 Kindern und Jugendlichen verantwortlichen Vereinen in den Ortsteilen, zu entkoppeln“, begründet SC-Hessen-Präsident Reinhold Gerhard die Entscheidung, das von Rudi Bommer trainierte Team auch in der kommenden Spielzeit in der Fußball-Hessenliga antreten zu lassen.

Das Trainerteam Rudi Bommer und Ralf Weber trägt den diesjährigen Aufstiegs-Verzicht mit: „Wir haben uns für das Projekt Dreieich entschieden, weil wir einen gemeinsamen Plan haben, den wir konzentriert abarbeiten“, sagt Bommer. „Dieser Plan sieht einen Regionalliga-Aufstieg im Jahr 2017 nicht vor. Die Rahmenbedingungen in Dreieich entsprechen noch nicht den gezeigten sportlichen Leistungen. Für dauerhaften Erfolg muss das komplette Umfeld stimmen. Daran arbeiten wir alle zusammen."

Am sportlichen Ehrgeiz der Trainer ändert die Entscheidung nichts: „Unsere Aufgabe ist in dieser Saison weiterhin, das Maximale aus der Mannschaft zu holen. Wir haben uns in der Tabelle einen Vorsprung erarbeitet und werden alles daran setzen, uns mit der Meisterschaft zu belohnen. In der neuen Saison 2017/2018 gilt es dann, wieder die sportlichen Voraussetzungen für einen Aufstieg zu schaffen. Ich bin zuversichtlich, dass unsere Pläne auf und neben dem Platz aufgehen."

Eine Million Euro soll lieber in die Jugend fließen

„Gemeinsam mit der Dreieich Sportstätten Betriebs- und Marketing GmbH (DSBM), der zentralen Sponsoring-Partnerin des SC Hessen, haben wir entschieden, in der kommenden Saison einen Betrag von einer Million Euro nicht dem Budget für den Spielbetrieb im bezahlten Fußball zuzuweisen, sondern mit Blick in die Zukunft gezielt für die Verbesserung der Nachwuchs-Infrastruktur in Dreieich einzusetzen“, ergänzt Eintracht-Legende Karl-Heinz „Charly“ Körbel, der als Vize-Präsident beim SC Hessen die Jugend-Strategie verantwortet.

„Einerseits sind wir natürlich sehr stolz auf unser Aushängeschild, die Hessenliga-Mannschaft, andererseits haben wir eine Verantwortung für die Nachhaltigkeit der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen im ganzen Ort, für die wir mit dem Projekt SC Hessen angetreten sind. Wir müssen darauf achten, dass wir die verfügbaren Gelder sinnvoll einsetzen “, so Vize-Präsident Norbert Haller.

Profitiert Borussia Fulda?

Besonders interessant ist die Nachricht für die Aufstiegskandidaten der Hessenliga, unter anderem dem SC Borussia Fulda. Sollte Dreieich am Ende der Saison Meister werden, würde der zweite Platz zum direkten Aufstieg in die Regionalliga reichen, während der Dritte an den Aufstiegsspielen teilnehmen dürfte. Vorausgesetzt natürlich, der entsprechende Verein meldet selbst seine Ansprüche an, in die vierthöchste Spielklasse aufzusteigen.

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