10.09.2019

HFV schließt Lücke im Relegations-Wirrwarr

Auf- und Abstiegsreglungen veröffentlicht

Jürgen Radeck und der HFV haben die Satzung angepasst. Foto: Charlie Rolff

Am Ende konnten alle über die abstrusen Reglungen des Hessischen Fußball-Verbandes schmunzeln, die Anfang Juni in den Relegations- und Aufstiegsrunden für Aufsehen gesorgt hatten. Dass Neuhof mit einer 0:2-Niederlage nicht in die Hessenliga hätte aufsteigen dürfen, mit jeder höherer Pleite aber schon, sorgte seinerzeit für Augenverdrehen. Nun hat der Hessische Fußball-Verband in den auf der eigenen Internetpräsenz veröffentlichten Auf- und Abstiegsreglungen die Bestimmungen entsprechend angepasst.

„Wir mussten eine Lücke schließen“, gibt der im kommenden Sommer ausscheidende Verbandsfußballwart Jürgen Radeck (Ortenberg) unumwunden zu. Und er erklärt gleichermaßen den Sinn des neuen Regelwerks: „Die Mannschaften sind mittlerweile den direkten Vergleich gewohnt, entsprechend soll sich dieser auch in den Relegations- und Aufstiegsrunden wiederfinden.“ Ergo: Sind zwei Teams punktgleich, entscheidet der direkte Vergleich über den Aufsteiger. Sind mehr als zwei Teams punktgleich, wird eine Sondertabelle mit den punktgleichen Teams gebildet. Hier wiederum entscheiden zunächst Punkte, dann Tore. Erst danach erfolgt ein Rückgriff auf die Gesamttabelle der Aufstiegsrunde. Die letzte Instanz sind Entscheidungsspiele. Ein Chaos wie zuletzt soll damit vermieden werden.

Im gleichen Atemzug mit der Angleichung des §32 a) der Spielordnung und den entsprechenden Durchführungsbestimmungen, hat der HFV auch die Auf- und Abstiegsreglungen veröffentlicht. In Hessen-, Verbands- und Gruppenliga ist (fast) alles wie gehabt. Mindestens drei Absteiger gibt es, die Anzahl steigert sich um jeweils einen bis maximal auf fünf, sofern Teams aus oberen Klasse in die betreffende Liga absteigen. In der Vorsaison hätten in der Hessenliga ob der Aufstockung auf 18 Teams nur mindestens zwei Teams absteigen müssen, am Ende traf es dennoch vier Teams.

Auch in den drei heimischen Kreisoberligen hat sich nichts geändert. Mindestens ein Absteiger, maximal drei Absteiger heißt es von Nord bis Süd. Die Gruppenligisten sind einer Kreisoberliga zugeordnet, in die sie als Absteiger eingeordnet würden. Steigt kein Gruppenligist in die betreffende KOL ab, bleibt es bei einem Absteiger. Bei einem Gruppenligisten sind es zwei KOL-Absteiger. Bei zwei oder mehr Gruppenligisten drei KOL-Absteiger.

A-Ligen sollen gestärkt werden

In den arg geschröpften A-Ligen sind die Regelungen in allen sechs Staffeln gleich: ein Aufsteiger plus ein Absteiger. Unterschiedlich ist die Herangehensweise in den B-Ligen: Während die beiden Hersfelder Ligen und auch die Lauterbach/Hünfeld-Staffel mit einem Aufsteiger und einem Absteiger auskommen, steigen in den beiden Fuldaer B-Ligen jeweils zwei Teams direkt auf und ab. In der B-Liga Schlüchtern ist ein Aufsteiger geplant, zwei Teams sollen direkt in die C-Liga absteigen. In den fünf C-Ligen steigt jeweils ein Team direkt auf.

Sind zu Hessen-, Verbands- und Gruppenliga weiterhin Aufstiegsspiele geplant, finden in den Ligen darunter wie gewohnt Relegationsrunden statt. Wie erstmalig in der Vorsaison gehandhabt, wird in A- und B-Ligen auf Richtzahlen verzichtet. Vielmehr sind Sollzahlen maßgebend. Werden diese vor der Relegation unterschritten, wird über die Relegationsrunde aufgefüllt oder diese entfällt entsprechend. Die Sollzahl lautet in drei A-Ligen (Hersfeld/Rotenburg, Hünfeld/Hersfeld, Lauterbach/Hünfeld) jeweils 15 und in den drei anderen A-Ligen jeweils 16. In den B-Ligen sind sie entsprechend, außer dass sie in der B-Liga Schlüchtern lediglich auf 15 festgesetzt wurde.

Die Gruppenligisten sind im Abstiegsfalle folgenden Kreisoberligen zugeordnet:

KOL Nord: SG Eiterfeld/Leimbach, SG Aulatal
KOL Mitte: SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach, FT Fulda, Teutonia Großenlüder, Spvgg. Hosenfeld, TSV Künzell, Germania Müs, RSV Petersberg, Hünfelder SV II
KOL Süd: Viktoria Bronnzell, Helvetia Kerzell, FSV Thalau, SG Freiensteinau, SG Oberzell/Züntersbach, SG Schlüchtern/Elm

Autor: Johannes Götze

Kommentieren