27.10.2018

Höhenflug im Blauen Eck

Drei benachbarte Clubs sind Erster, Erster und Zweiter

Euphorie pur herrscht derzeit im blauen Eck, hier bei einem Heimspiel der SG Freiensteinau. Foto: Ralf Hofacker

„Das Blaue Eck ist dieses Jahr souverän unterwegs“, meint Michael Berting, Vorsitzender der KSG Radmühl, beim Blick auf die Tabellen der Kreisoberliga Fulda Süd sowie der B- und C-Liga Schlüchtern. Während der SV Nieder-Moos die B-Liga anführt und die KSG Radmühl die C-Liga dominiert, befindet sich die SG Freiensteinau in der Kreisoberliga Fulda Süd als Zweiter in Lauerstellung hinter Spitzenreiter Kressenbach/Ulmbach.

SG Freiensteinau

Jannik Beikirch ist mit 18 Saisontoren der Topscorer der Kreisoberliga Fulda Süd. Seine Mannschaft, die SG Freiensteinau, mischt ganz vorne in der Tabelle mit. Das nach dem Trainerwechsel anfangs noch kritische Umfeld in Freiensteinau ist mittlerweile mit dem bisherigen Abschneiden des Teams überaus zufrieden. „Favorit auf den Meistertitel ist ganz klar Kressenbach/Ulmbach. Wir wollen unter die ersten fünf“, sagt Abteilungsleiter Dieter Krieg.

Der Saisonstart war mit nur einem Punkt aus vier Spielen überaus holprig verlaufen. „Mit Heiko Breitenberger haben wir im Sommer einen neuen Trainer bekommen. Der hat neue Sachen einstudiert, das Training total umgestellt. An ihm hat es aber ganz sicher nicht gelegen“, nimmt Krieg den Übungsleiter in Schutz und nennt weitere Knackpunkte, die zum Fehlstart beigetragen haben: „Die Abwehr, die in der letzten Saison unser Garant war, hat zu hoch gestanden. Dazu kamen noch einige individuelle Fehler. Nach dem vierten Spiel hat sich die Mannschaft dann mal zusammengesetzt und Tacheles geredet. Seitdem läuft es deutlich besser.“ Es folgten acht Siege und drei Unentschieden.

Am morgigen Sonntag steht in Frischborn bei der SG Lauter (Dritter mit einem Spiel weniger) das Verfolgerduell auf dem Spielplan. „Das ist eine gute Mannschaft. Mit Marco Hühn haben sie einen ausgebufften, erfahrenen Spieler in ihren Reihen. Mit einem Punkt wäre ich zufrieden“, beschreibt Krieg die Ausgangslage.

SV Nieder-Moos

Den ausgeglichenen Kader mit 15 gleichwertigen Spielern bezeichnet Thomas Minnert, Abteilungsleiter des SV Nieder-Moos, als Erfolgsgaranten dafür, dass der SVN die B-Liga-Tabelle mit sieben Punkten Vorsprung anführt: „Fällt mal ein Spieler aus der ersten Elf aus, können wir das inzwischen problemlos kompensieren. Da gibt es keinen Leistungsabfall mehr. Zu Saisonbeginn hatten wir noch etwas mit Verletzungsproblemen zu kämpfen. Das hat sich inzwischen aber gegeben.“ Zudem herrsche derzeit ein sehr gutes Betriebsklima im Team: „Das hat sich rumgesprochen und einige Spieler von anderen Vereinen dazu bewegt, zu uns zu kommen.“

Am treffsichersten agiert derzeit Martin Hämel, der nach seinem einjährigen von zahlreichen Verletzungen gekennzeichneten Gastspiel aus Freiensteinau zurückgekehrt ist. Mit zwölf Toren führt er vor Nico Peppel (neun) und Spielertrainer Sebastian Otto (6) die interne Torschützenliste an. „Dass es so gut laufen würde, hatten wir nicht unbedingt erwartet, wollen aber jetzt auch bis zuletzt oben dabeibleiben. Hauptkonkurrent um die Meisterschaft ist Marjoß. Bei unserem 4:3-Sieg vor wenigen Tagen waren beide Mannschaften auf Augenhöhe, wobei wir im Endeffekt doch insgesamt gesehen etwas besser waren“, spricht Thomas Minnert das nun neu gesetzte Saisonziel an.

KSG Radmühl

Souveräner geht es nicht. Zwölfmal ist die KSG Radmühl in der C-Liga Schlüchtern angetreten, zwölfmal hat sie gewonnen. „Einen großen Anteil daran haben sicherlich die Neuzugänge. Thomas Hofmann, der zuletzt bei Kressenbach/Ulmbach II war, führt mit zwölf Toren die Torjägerliste an. Direkt dahinter folgt Theerapol Jäger – zuletzt Freiensteinau – mit einem Treffer weniger“, stellt KSG-Chef Michael Berting zwei Leistungsträger heraus. Beide Angreifer sind mit 22 Jahren noch äußerst jung, wie auch Kapitän Dennis Gassmann (24), der auch schon fünfmal einnetzen konnte. Die Führungskräfte stehen damit wieder für eine verheißungsvolle Zukunft in einem Verein, der seit Jahren den Dornröschenschlaf in der untersten Liga des Kreises schläft. Berting hofft, dass die Mannschaft nun auch den Sprung in die B-Liga schaffen wird: „Niederzell II ist unser härtester Widersacher.“

Dass die KSG Radmühl in absehbarer Zeit wieder im Fußballkreis Gelnhausen unterwegs sein könnte, weist Berting als Gerücht ins Reich der Fabel und betreibt Aufklärung: „Gut, dass ich das einmal klarstellen kann: Letzte Saison sind vier Gastmannschaften nicht bei uns angetreten. Etwas aus der Verärgerung heraus hatte ich damals gemeint, dass wir dann vielleicht am besten den Kreis wechseln sollten. Das war aus der Emotion heraus gesagt. Da ist aber momentan absolut nichts dran.“ / rd

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