13.03.2018

"Hoffentlich steigt ihr auf"

Warum sich Waldgirmes-Coach Daniyel Bulut einen Lehnerzer Aufstieg wünscht

Auch wenn Waldgirmes-Kapitän Oliver Schmidt (rechts) hier eher am Ball ist als Patrick Broschke, am Ende setzte sich doch der TSV Lehnerz durch. Foto: Steffen Kollmann

Im Duell der besten Heimmannschaft und der stärksten Auswärtsmannschaft der Hessenliga setzte sich am Samstagnachmittag der Gast durch. Das 2:1 des TSV Lehnerz in Waldgirmes war nicht nur ein wichtiger Sieg im Verfolgerduell, sondern auch ein fettes Ausrufezeichen an die Konkurrenz im Kampf um Platz zwei.

"Ich selbst habe die Messlatte nie so hoch gelegt", sagt TSV-Trainer Marco Lohsse, dessen Elf die Erwartungen aber nicht erst seit dem vergangenen Wochenende in die Höhe geschraubt hat. Fakt ist: Wer auswärts bei einem direkten Konkurrenten gewinnt und nach 20 Spieltagen die beste Ausgangsposition im Kampf um Platz zwei der Hessenliga hat, muss sich mit einem Aufstieg in die Regionalliga beschäftigen.

Waldgirmes-Coach Daniyel Bulut würde ein Lehnerzer Triumph jedenfalls gefallen: "Hoffentlich steigt ihr auf", meinte der Trainer auf der anschließenden Pressekonferenz schmunzelnd. Warum liegt auf der Hand: Zwei der vier Saisonniederlagen kassierte der SCW gegen den TSV, Lehnerz scheint Waldgirmes wirklich nicht zu liegen. "Lehnerz hat unsere Fehler brutal ausgenutzt und sehr clever gespielt", lobte Bulut. Im Stile einer Spitzenmannschaft eben.

Elf Topspieler für den Offensivbereich

Und das nötige Glück hat die Lohsse-Truppe zurzeit auch. Bedanken durfte sich Lehnerz in der Anfangsphase wie im Hinspiel bei Keeper Aykut Bayar, dann schlug Jan-Niklas Jordan doppelt zu. Der 24-Jährige überzeugte in der Offensive ebenso wie Patrick Broschke, der Winterneuzugang war mit seiner Schnelligkeit ein Unruheherd. Da mit Florian Münkel im Sommer ein weiterer Stürmer kommt, hat der TSV im Sommer ein echtes Überangebot im Offensivbereich.

Mit Steven von der Burg, Marcel Trägler, Tobias Göbel, Jan-Niklas Jordan, Patrick Broschke, Antonio Bravo Sanchez, Alexander Reith, David Wollny, Christoph Sternstein, Marius Strangl und eben Münkel hat der Verein elf Spieler, die allesamt gewillt sind Hessenliga zu spielen und quasi ausschließlich in der Offensive eingesetzt werden können. Ein Kemal Sarvan, der sowohl im Sturmzentrum als auch im defensiven Mittelfeld oder der Innenverteidigung spielen kann, ist da gar nicht miteinberechnet.

"Noch wissen wir ja gar nicht, wo die Reise hingeht. Die Chance auf die Regionalliga ist ja da", sagte TSV-Funktionär Volker Bagus im Vorfeld der Partie und wollte mögliche Abgänge weder bestätigen noch dementieren. Durch den Dreier sind die Chancen zumindest gestiegen, dass der TSV Lehnerz nach 2015 zum zweiten Mal an den Aufstiegsspielen zur Regionalliga teilnimmt - mögliche Gegner wären mit Eintracht Trier oder dem FK Pirmasens durchaus klangvolle Namen, die ein volles Haus am Galgengraben wohl erneut garantieren würden.

Autor: Steffen Kollmann

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