Meinhardts Gastkolumne

"Ich sehe Horas am Ende vorne"

14. Dezember 2020, 12:00 Uhr

Jörg Meinhardt schreibt in seiner Gastkolumne, wo der Weg für einige Gruppenligisten hinführen wird. Foto: Charlie Rolff

Für unseren Ligencheck suchen wir uns bekannte Gastkolumnisten, die ihren Eindruck der bisherigen Saison schildern. Über die Gruppenliga schreibt Jörg Meinhardt, zuletzt Coach des FSV Thalau.

"Ich bin der Meinung, dass das Niveau in der Liga - genauso wie in Hessen- und Verbandsliga - aufgrund der Allgemeinsituation mit Corona abgenommen hat. Vermeintliche Favoriten laufen ihren Ansprüchen hinterher. Bei Bronnzell habe ich erwartet, dass die Abläufe schneller funktionieren, da sich viele Spieler schon jahrelang kennen. FT Fulda habe ich einige Male gesehen, da hat mit Alexander Scholz ein Schlüsselspieler lange gefehlt. Trotzdem sehe ich beide Vereine am Ende der Saison unter den ersten fünf, sechs Mannschaften. Mehr erwartet hatte ich auch von Petersberg. Von außen herrscht das Gefühl, dass nicht alles passt, dass die kurzfristigen Verpflichtungen von der Mannschaft vielleicht nicht so gut aufgenommen wurden.

Positiv überrascht hat mich Schlüchtern. Trotz einer großen Fluktuation hat es Trainer Marc Friedel geschafft, dass sich die Mannschaft so findet, dass sie erfolgreichen Fußball spielt. Auch bei Kerzell hätte ich nicht mit so einer Saison gerechnet. Doch die Mischung mit den zwei ehemaligen Neuhofern vorne, den vielen Eigengewächsen und dem Trainerduo scheint zu passen. Überrascht bin ich zudem von Hosenfeld, die Mannschaft funktioniert sehr gut. Trotzdem sehe ich Horas am Ende einen Tick vorne. Fußballerisch sind die Spieler sehr gut ausgebildet, und die Breite ist vorhanden, um auch bei Ausfällen immer wieder nachzuschieben.

Super interessant wird der Abstiegskampf. Abgeschrieben ist noch niemand, mit zwei Siegen am Stück kann die Lage wieder anders aussehen. Künzell wünsche ich den Klassenerhalt. Ich finde es gut, dass der TSV weiter seinen Weg geht und niemanden holt, der das Budget sprengt. Vielleicht haben die Vereine ja das Glück, dass keine osthessische Mannschaft aus der Verbandsliga absteigt, da die Gruppenliga für viele weiterhin die attraktivste Liga ist."

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