23.09.2018

Immer Chef im Ring, aber ohne Punkte

Verbandsliga: Unwetter verwehrt SGJ Belohnung

Haderten mit dem Spielabbruch (von links): Benjamin Mwanza, Alexej Rexius, Eric-Stéphane Kengni-Fotsing und Trainer Jochen Maikranz von der SG Johannesberg. Foto: Charlie Rolff

69 Minuten lang deutete alles darauf hin, dass sich die SG Johannesberg für einen starken Auftritt im Verbandsligaderby gegen Eichenzell mit drei Punkten hätte belohnen können. Dann zog das Unwetter über den Westring hinweg und sorgte dafür, dass die SGJ nur gute Ansätze für die nächsten Spiele, aber keine wichtigen Zähler bei sich behielt.

"Jetzt haben wir auch noch Petrus gegen uns“, kommentierte Johannesbergs Coach Jochen Maikranz konsterniert ein weiteres Kapitel in dieser so schwierigen Saison für den Vorjahresaufsteiger. Kurz zuvor hatten vier seiner Spieler noch versucht, mit Besen und sogar einem Schneeschieber den Johannesberger Rasen von Wasserlachen zu befreien, die sich in der halbstündigen Spielunterbrechung dort angesammelt hatten. Doch die Bemühungen waren vergebens, Schiedsrichter Kevin Sürer traf am Ende aller Wahrscheinlichkeit nach die richtige, jedoch sehr schwer zu treffende Entscheidung, das Spiel abzubrechen. Der Ball hätte an allen Stellen des Platzes ordnungsgemäß rollen müssen, dieser Zustand war nicht gegeben. Ob des rutschigen Geläufs und des sich anbahnenden Gewitters wäre zudem die Gesundheit der Spieler gefährdet gewesen.

Die Eichenzeller konnten sich mit dem Abbruch am Ende des Tages vermutlich etwas mehr anfreunden, waren sie doch zu keiner Zeit ins Spiel gekommen, zeigte sich vorne harmlos und hinten viel zu anfällig. Die Britannia hatte noch Glück, dass die Johannesberger es versäumten, die Führung durch Ferhat Yildiz nach 18 Minuten noch auszubauen. Vor dem 1:0 hatte der insgesamt unglücklich agierende Daniel Kratz den Ball gegen Benjamin Mwanza verloren, sodass der später verletzt ausgewechselte Eric-Stéphane Kengni-Fotsing den Ball Yildiz herrlich in die Gasse servieren konnte.

„Für Johannesberg ist der Abbruch aufgrund der Spielgeschichte sicher hart. Wir sind nicht gut in die Partie gekommen, haben uns gegen das 3-5-2-System der Johannesberger schwer getan“, musste Eichenzells Coach Heiko Rützel eingestehen. Freilich sei seine Mannschaft auch zum Zeitpunkt der Unterbrechung noch im Spiel gewesen, „ich hätte dann noch den unter der Woche kranken Lucas Maierhof gebracht und auf einen glücklichen Punch gehofft“, so Rützel weiter.

Eben jenen Punch hatte Johannesberg zuvor – einmal mehr – versäumt. Unter anderem Swen Wiesner per Schlenzer (21.), Mwanza mit einem Kopfball an die Latte (25.) und noch einmal Mwanza, der den Ball annahm und sich verzettelte, statt das Spielgerät zum völlig freistehenden Ferhat Yildiz durchzulassen (63.), ließen den zweiten Treffer sträflich liegen. „Der Spielabbruch lag nicht in unseren Händen, da können wir nichts machen. Trotzdem unfassbar schade, dass wir uns nicht belohnen konnte, weil wir jederzeit Chef im Ring waren und wieder einen Schritt nach vorne getätigt haben“, befand Jochen Maikranz abschließend. Ein Nachholtermin steht noch nicht fest.

Die Statistik:

SG Johannesberg: Hofacker – Moise, Vlk, Rintelmann – Wiesner, Rexius, Kengni-Fotsing (46. Kretsch), Zeller, Yildiz – Jordan, Mwanza (69. Gjocaj).
FC Eichenzell: Kirbus – Kriwoschein, Kratz, B. Müller, Schlag – M. Müller (55. Schultheis), Heil – Grösch, J. Müller, Madzar – Oezsuvaci.
Schiedsrichter: Kevin Sürer (Wöllstadt). Zuschauer: 250. Tor: 1:0 Ferhat Yildiz (18.).

Johannesbergs Spieler versuchen alles, um den Abbruch zu verhindern.

Autor: Christian Halling

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