Serie Hünfelder SV

In der Abwärtsspirale

02. Januar 2021, 11:57 Uhr

Die Meistermannschaft des Hünfelder SV aus dem Jahr 1982. Foto: Verein

Mit dem zweiten Abstieg aus der Hessenliga im Jahr 1970 begann für den Hünfelder SV die Zeit eines schleichenden Abstiegs. Das fatale in dieser Zeit: Bessere Platzierungen zwischendurch kaschierten die anstehende Talfahrt immer wieder.

Im Heimspiel gegen Großenritte spielte der Hünfelder SV 1976 noch auf Asche.

Nach der ersten Verbandsligasaison 1970/1971 hatte der Club den direkten Wiederaufstieg nur knapp verpasst. Zwar lag der HSV fünf Punkte hinter den Amateuren von Hessen Kassel, die sich die Meisterkrone aufsetzten. Doch am Ende fehlte nur ein Pünktchen auf Vizemeister Eintracht Großenritte, der ebenfalls aufstieg.

Dabei blieb die Mannschaft des damaligen Trainers Alfred Lühn in den Heimspielen bei elf Siegen und fünf Remis ungeschlagen und fertigte auch die Top-Teams Hessen Kassel (3:1) und Großenritte (4:0) ab. Doch auswärts wurden die Aufstiegschancen verspielt. Gerade die Niederlagen bei den Kellerkindern in Melsungen (0:2), FV Bebra (0:3) und SV Neuhof (2:2) schmerzten.

Danach setzte sich die Spirale fort: Zwei achte Plätze (71/72 und 72/73) sowie Rang zwölf (73/74) wurden durch den ordentlichen fünften Rang (74/75) übertüncht. Fatal, denn danach lief Hünfeld auf Platz 11, 13 und 12 ein, ehe der große Einschlag folgte: Nach neun Jahren Verbandsliga am Stück und insgesamt 17 Jahren auf Verbandsebene musste der HSV nach der Saison 78/79 runter auf Gruppenliga-Niveau in die damalige Bezirksliga.

In den Jahren zuvor schaffte es der Verein nicht, Konstanz rein zu bekommen. Spieler verließen den Verein, mit Alfred Lühn, Willi Schrimpf, Kurt Deckert, Karl-Heinz Kircher, Heinz Straeter und zuletzt Norbert Fladung wurden sechs Trainer verschlissen. Entscheidend für den Abstieg 1979 war die eklatante Auswärtsschwäche, denn bei 5:27 Punkten gab es lediglich einen einzigen Auswärtssieg, als mit 3:2 in Bad Sooden-Allendorf gewonnen wurde. Mehr noch: Die Rückserie verlief desolat. Nur 7:25 Zähler in der zweiten Serie bedeuteten die schlechteste Bilanz aller Verbandsligisten. Die zweitschwächste Rückrundenmannschaft ESV Ronshausen hatte fast doppelt so viele Punkte gesammelt.

Hünfeld wurde Letzter. Selbst die zwölf Saisontore von Thomas Hohmann halfen nichts. Auch Armand Krimmels Bilanz mit acht Toren und die sieben von Markus Stark waren völlig in Ordnung. Dieses Trio hatte letztlich 27 der 41 Saisontore erzielt. Die neue Heimat hieß nun Gruppenliga. Friedhelm Bott wurde neuer Trainer, ging aber nach einer Saison wieder. Mit ihm verließen nach dem enttäuschenden achten Platz 79/80 neun Stammspieler den Club. Der Hünfelder SV stand vor einem Scherbenhaufen.

Neuaufbau und Kehrtwende

Einzig bei Auswärtsspielen, wie hier beim VfL Eiterfeld, durfte der HSV auf dem Grün ran.

Im Sommer 1981 übernahm Axel Becker das Zepter. Er hatte einen kompletten Neuaufbau vor sich. Der Start mit dem 1:7 in Asbach und die 10:20 Punkte aus der Vorrunde bedeuteten einen Abstiegsplatz. Doch die Mannschaft entwickelte sich. Mit den Rückkehrern Wolfgang van Thiel (Borussia Fulda), Rainer Wiegand (Germania Fulda), Torwart Roland Kosarek und Leuten wie Tommy Hohmann, Markus Stark, Hartmut Zimmermann oder Dieter Glübert schaffte man in der Rückrunde die Kehrtwende.

Nach einer starken zweiten Saisonhälfte drehte man den Spieß um, holte 22:8 Punkte und landete schließlich im gesicherten Mittelfeld. Der Grundstein für eine erfolgreichere Zukunft war gelegt. Und 1981/1982, nach drei Jahren in der Gruppenliga, war es dann so weit. Der HSV hatte wieder eine richtig starke Truppe. Ein wichtiger Schachzug dabei war, dass man Lothar Rehberg wieder zum Fußball überreden konnte. Der hatte nach seiner Jugendzeit aufgehört und erfolgreich Tischtennis gespielt. Nun war Rehberg auf Anhieb eine Stütze.

Dazu kamen die Neuzugänge Wolfgang Lambrecht (Germania Fulda) und Jürgen Weber (SG Bronnzell), die voll einschlugen. Am Ende war es mal wieder die Heimstärke, die die Grundlage bot. Nur eine einzige Partie (0:1 gegen den TSV Ufhausen), wurde verloren. Vorentscheidend war das 0:0 im Spitzenspiel beim SV Großenlüder, den der HSV letztlich um sechs Punkte distanzierte. Mit dem 4:0 gegen Hosenfeld hatten die Hünfelder alles klargemacht. Nach drei Jahren ging es wieder hoch in die Verbandsliga Nord (damals Landesliga Nord).

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