Verbandsliga: Derby in Thalau

In der Offensive beginnt das Basteln

10. September 2021, 12:00 Uhr

Dominik Piechutta wird auf das Wiedersehen mit seinen früheren Kollegen verletzungbedingt verzichten müssen. Foto: Charlie Rolff

Eine klare Verteilung der Rollen im Derby? Mitnichten, sagt Florian Roth, Trainer der SG Barockstadt II. Vor dem Duell am Sonntag (15 Uhr) beim FSV Thalau nennt der 38-Jährige zwei Gründe, warum er gegen den FSV ein knappes Ergebnis erwartet.

Da wäre zum einen der Faktor, dass die Tabelle trügt. Thalau sei deutlich stärker einzuschätzen, als es die Ergebnisse der letzten Wochen und die Platzierung widerspiegeln. Zum anderen wäre da die Ausfallliste, die Roth vorliegt. In Maximilian Weisbäcker fehlt der Torhüter, darüber hinaus spielt am selben Tag die A-Jugend. Und mit Arnis Mulaj, Eric Behr, Jonas Jakob und Dominik Piechutta, der das Wiedersehen mit seinen früheren Kollegen verpasst, sind gleich vier Offensivspieler nicht dabei. "Deshalb werden Attribute wie Kampf, Leidenschaft und Wille vor dem Spielerischen an den Tag gelegt werden müssen", sagt Roth.

Doch sind das nicht Eigenschaften, die eher zu einer Mannschaft passt, die um den Klassenerhalt kämpft als zu einer blutjungen, spielerisch stark ausgebildeten Truppe? "Wir haben bislang 16 Spiele zusammen gemacht. In den Phasen, wo wir genau diese Attribute gebraucht haben, haben die Jungs gezeigt, dass sie es können", betont Roth. Mit dem eigenen Saisonstart sei er zufrieden. "Wir hatten ein schweres Programm, in dem wir sieben Punkte holen und inhaltlich überzeugen konnten. Aber das bringt uns nichts, wenn wir in den nächsten Spielen gegen Thalau und Sandershausen keine Punkte holen", sagt Roth.

Auf Seiten des FSV dürfte das Selbstvertrauen nach dem 1:6 in Gudensberg im Keller sein. Entsprechend wird Trainer Meik Voll in den nächsten Tagen vor dem Derby als Aufbauhelfer fungieren müssen. "Wir müssen die Mannschaft jetzt aufrichten und den Spaßfaktor im Training hochhalten. Wir werden keine Fehleranalyse betreiben, die Spieler sollen keine Angst haben, sowas nochmal zu erleben", sagt Voll. Es sei alles ein Lernprozess, den es anzunehmen gelte, auch wenn es hier und da bitter werden kann. Nimmt die Mannschaft ihn an, werden auch Erfolge in den Wittiggrund zurückkehren.

Wessen Serie startet?

Mit enormen Rückenwind reist Gudensberg also am Sonntag (15.30 Uhr) nach Eichenzell. Nach dem 2:1-Sieg über Johannesberg möchte die Britannia die nächsten Punkte einheimsen, zumal bis auf Ferhat Yildiz und Alexander Ganß der gesamte Kader zur Verfügung stehen dürfte. Ebenfalls ein Spiel gegen einen direkten Konkurrenten hat die SG Ehrenberg zur selben Zeit, Gegner ist Türkgücü Kassel. Nach dem klaren Erfolg über Thalau wollte die SGE so richtig in die Saison starten und vor allem gegen die direkten Konkurrenten punktemäßig glänzen, gegen Hombressen/Udenhausen folgte allerdings ein Rückschlag. Im Kasseler Nordstadtstadion gibt es also die Chance, es besser zu machen.

Alle sechs Spiele gewonnen, Tabellenführer, 22:5 Tore: Besser geht es nicht? Doch: Überzeugt hat die SG Bad Soden längst nicht in allen Begegnungen. Und das ausnahmslos gegen Mannschaften von Platz neun an abwärts. „Die optimale Ausbeute war das Ziel, das muss man auch erst einmal packen“, sagt Trainer Anton Römmich und glaubt, „dass wir uns gegen Gegner unserer Kragenweite, die mitspielen anstatt Beton anzurühren, vielleicht leichter tun.“ Lichtenau dürfte so ein Gegner sein: Der Tabellenfünfte hat aus fünf Spielen elf Zähler gesammelt und erst sechs Tore gefangen. Auf den letztmals gesperrten Angreifer Ehlert, den erkrankten Innenverteidiger Rintelmann und Außenverteidiger Okyere (Muskelfaserriss) muss die SG verzichten.

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