"Titi" Straubs Gastkolumne

„In dieser Liga wird ehrliches Handwerk betrieben“

22. Januar 2021, 09:15 Uhr

Michael Straub ist im vierten Jahr Trainer des SV Wölf. Foto: Siggi Larbig

Michael Straubs Wohnzimmer ist mittlerweile die A-Liga Hünfeld/Hersfeld. Seit vier Saisons betreut er, mittlerweile gemeinsam mit René Dieterich, dort den SV Wölf. In unserer Gastkolumne zur Lage der Liga schwärmt der 32-Jährige regelrecht.

Ich kenne die Liga jetzt schon relativ lange und darf sagen, dass wir in dieser Saison die attraktivste A-Liga seit Jahren haben. Es sind noch weitere Teams aus dem Altkreis Hünfeld hinzugekommen, die einfach in diese Klasse gehören. Jetzt hast du jede Woche ein Derby, hast keine weiten Anreisen, kannst das mit deinem Familienleben gut arrangieren. Auch Frau und Kinder haben kurze Wege. Die Liga ist wie eine Familie.

Wie familiär die Liga ist, sieht man wahrscheinlich an meinem Beispiel ganz gut: Mit sieben Trainern der anderen Mannschaften habe ich in meiner Laufbahn schon zusammen Fußball gespielt. Und das ist nicht nur der ganz besondere Reiz in dieser Liga für mich, sondern sicherlich auch für ganz viele andere Spieler und Trainer. Man kennt sich, man schätzt sich, man trinkt nachher noch ein Bierchen zusammen.

Und sicherlich ist es außergewöhnlich und kaum vergleichbar mit anderen Klassen, wie hoch die Konstanz innerhalb der Teams ist. An Trainern wird oftmals lange festgehalten, in den Kadern ist wenig Bewegung. Für mich ist das schlichtweg ehrliches Handwerk, das eigentlich alle Vereine in der Liga betreiben. Und genau das wird von den Zuschauern honoriert. Die Zuschauerzahlen sind richtig gut, bei den Derbys, und davon gibt es jede Menge, sind die Sportplätze richtig gut gefüllt.

Und die Qualität leidet darunter wenig, weil sich in der Liga viele Spieler bewegen, die beruflich bedingt wenig trainieren können, aber über viel individuelle Klasse verfügen – da reicht ja ein Blick auf die Torschützenliste. Diese Liga macht einfach Spaß!

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