27.09.2018

Ist bei 7:1 das Spiel entschieden?

Eiterfeld/Leimbach gegen Sorga/Kathus droht Rechtsfall zu werden

Foto: Viktoria Goldbach

Mit 7:1 führte die SG Eiterfeld/Leimbach am Sonntag bereits gegen Sorga/Kathus – dann bereitete Schiedsrichter Kai Nöding (SV Rotenburg) dem Treiben ob des Sturmtiefs Fabienne bereits nach 50 Minuten ein Ende. Nun stellt sich die Frage: Neuansetzung oder Wertung.

Klassenleiter Karl-Heinz Blumhagen (Bebra) vertritt dahingehend eine klare Meinung: „Ich kann kein Spiel werten, das schon nach 50 Minuten abgebrochen wurde. Steht es nach 70 oder 80 Minuten 7:1, dann vielleicht – aber doch nicht schon nach 50 Minuten.“ Nun habe er dem Eiterfelder Vorstand auf Nachfrage mitgeteilt, dass er das Spiel werten würde, sofern beide Vereine damit einverstanden seien, ansonsten erfolge die Neuansetzung. Bis Ende der Woche müsse dafür jedoch jedoch das schriftliche Okay beider Vereine vorliegen. Noch sei dies nicht geschehen.

Die SG Eiterfeld/Leimbach wünscht sich eine Wertung, weil das Spiel eine klare Sache gewesen sei. „Wenn wir weiterspielen, gewinnen wir höchstwahrscheinlich zweistellig. An dem Tag hätte nichts mehr schiefgehen können“, sagt Eitefelds Vorsitzender Alexander Hübbe, der nachschiebt, „dass wir bei einer Neuansetzung höchstwahrscheinlich Protest einlegen würden, schließlich wollen wir auch nicht so viele Doppelspieltage und das kann eigentlich auch nicht im Sinne von Sorga/Kathus sein“.

Holl korrigiert Aussagen

Über die Beschwerde gegen eine etwaige Neuansetzung würde in diesem Falle der Verbandsausschuss für Spielbetrieb und Fußballentwicklung befinden. Die Entscheidung wäre höchstwahrscheinlich auf die lange Bank geschoben, da die nächste turnusmäßige Sitzung jenes Gremiums erst für Anfang November anberaumt ist.

Blumhagen darf sich in seiner Entscheidung auf §48a der Spielordnung berufen, in der es heißt, dass bei Abbruchspielen ohne Verschulden der Vereine über die Wertung „nach sportlichen Gesichtspunkten“ zu entscheiden sei. Für jenen Spezialfall sind keine genauen Parameter angelegt. In Vergleichsfällen, bei denen Beschwerde eingelegt worden war, wurden beispielsweise Schiedsrichter über die Spielsituation befragt.

Warum entgegen unserer Ausführungen am Montag nun doch die Klassenleiter und nicht die Sportrichter die Zuständigkeit über die Spielabbrüche infolge des Unwetters besitzen, erklärt Horst Holl (Rotenburg). Der Vorsitzende des Regionalsportgerichts hatte in seinen Ausführungen am Montag einem Irrtum auferlegen und stellt klar, „dass einzig bei Spielabbrüchen aufgrund von Dunkelheit oder Unbespielbarkeit des Platzes der Klassenleiter zuständig ist, in allen anderen Fällen das Sportgericht über die Wertung oder Neuansetzung des Spiels zu entscheiden hat“.

Autor: Johannes Götze

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