"Macht keinen Sinn mehr"

Jaksch muss die Schuhe an den Nagel hängen

11. November 2020, 07:04 Uhr

Mark Jaksch (hier noch im Trikot der SG Ehrenberg) wird nur noch an der Seitenlinie stehen. Foto: Florian Volk

Keine einfachen Monate liegen hinter der SG Elters/Eckweisbach/Schwarzbach. Mit neun Punkten aus zehn Spielen überwintert der Gruppenligist auf einem Abstiegsplatz, dazu mussten schwere Verletzungen hingenommen werden.

Mark Jaksch, der eigentlich als Spielertrainer fungieren wollte, muss beispielsweise die Schuhe komplett an den Nagel hängen. "Vor drei Jahren hatte ich eine Operation am rechten Knie, nachdem ein Knorpelschaden vierten Grades festgestellt worden war. Da wurde mir eigentlich schon gesagt, dass ich keinen Fußball mehr spielen sollte", erzählt der 31-Jährige. Bei Borussia Fulda und Ehrenberg hatte der Mittelfeldspieler aber anschließend kaum Probleme - doch in dieser Saison sollte sein viertes Spiel für die Dreier-SG in Großenlüder sein letztes bleiben.

"Das linke Knie war am nächsten Tag ganz dick. Der Arzt hat auch dort einen Knorpelschaden vierten Grades festgestellt, Meniskus und Außenband waren ebenfalls beschädigt. Ich musste mich dann entscheiden und habe gesagt, dass es so keinen Sinn mehr macht. Wenn ich weitergespielt hätte, würde ich zeitnah zwei neue Knie brauchen." So kann der Coach seinem Team nur noch von außen helfen. "Der Plan war natürlich ein anderer. Aber ich bin trotzdem total zufrieden im Verein, in dieser Truppe mit ehrlichen Jungs macht es unheimlich viel Spaß. Ich sehe mich künftig schon in dieser Trainerposition."

Leistungen passen, Resultate oft nicht

Jakschs Verletzung war nicht die einzig schwerwiegende. Robin Hahner zog sich in Schlüchtern den zweiten Kreuzbandriss innerhalb eines Jahres zu. "Er wird sicherlich anderthalb Jahre raus sein, um die Verletzung richtig auszukurieren", bedauert Jaksch. Die Ausfälle will der 31-Jährige nicht als Ausrede für die maue Punktausbeute gelten lassen, doch der Trainer weiß auch: "Wir brauchen Spieler, die das Spiel an sich reißen können. So ein Spiel wie bei Gundhelm/Hutten zum Beispiel, als wir 4:1 geführt haben und am Ende 4:4 spielen, darf zu 0,0 Prozent passieren. Ich sage zu den Jungs immer, dass wir auch mal unangenehm sein müssen auf dem Platz."

Deshalb seien die Rhöner in vielen engen Begegnungen nicht als Sieger vom Platz gegangen. Zwar waren die einzigen beiden Dreier (4:0 gegen Künzell, 5:0 gegen Müs) sehr deutlich, doch in vielen Spielen ging die Dreier-SG knapp leer aus. "Bei den Siegen hat man gesehen, was für ein Potenzial in der Truppe steckt. In anderen Spielen hat man die Unerfahrenheit gemerkt. Wenn es mal nicht so läuft, geht bei meiner jungen Mannschaft schnell der Kopf runter."

Sechs Punkte mehr hätte sein Team haben müssen, ansonsten gebe es wenig zu kritisieren: "Von den Leistungen war ich selten enttäuscht. Nur die Resultate haben nicht gepasst", betont Jaksch, der hofft, dass sich das Blatt wendet, sobald der Ball wieder rollt. "Wir wollen so schnell wie möglich aus der unteren Tabellenregion raus. Wir brauchen den letzten Willen, ein Spiel gewinnen zu wollen, dann werden wir uns auch öfters belohnen."

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