Barockstadt-Reserve kann Grundlage legen

Jung, frisch, spielsicher

15. September 2020, 11:48 Uhr

Jugend forscht erfolgreich: Arnis Mulaj (Bildmitte, im Duell mit Ehrenbergs Michael Geier (von links) und Felix Beck) zeigt sich mit der Barockstadt-Reserve sehr spielfreudig. Foto: Charlie Rolff

18, 19, 19, 19, 19, 20, 20, 20, 20, 20, 27. Was sich wie eine willkürliche Aneinanderreihung von Zahlen anhört, sind in Wirklichkeit das Alter der Startformation der SG Barockstadt II am Sonntag gegen die SG Ehrenberg. Und das 5:0 machte deutlich, dass die Unbekümmertheit mehr wiegt als die fehlende Erfahrung.

Gerade einmal 20,09 Jahre betrug das Durchschnittsalter der Startformation. Die Umwandlung der Mannschaft hin zu einer U23 ist vollauf geglückt, gar noch übertroffen, schließlich kann man getrost von einer U21 reden. Und das nun gar der Saisonstart mit vier Punkten aus zwei Spielen glückt – in der Vorwoche gelang ein 1:1 am Weidenhäusener Chattenloh –, hätten wohl nur die größten Optimisten erwartet. Die Verantwortlichen, darunter auch Trainer Florian Roth, hatten gewiss einige Bauchschmerzen, ob die Youngster denn schnell die etwas andere Spielart im Vergleich zu den Junioren bewältigen. Selbst nach den acht Vorbereitungsspielen war diese Frage noch nicht abschließend geklärt. 180 Spielminuten später hingegen schon.

Ja, die Barockstadt-Reserve kann Verbandsliga. Und dass ihr die Erfahrung in vielerlei Hinsicht fehlt, spielt bislang noch gar keine Rolle. Irgendwann wird sicherlich auch bemerkbar sein, dass mehr Abgezockheit vonnöten gewesen wäre. Doch bis es so weit ist, wirbeln die Kocaks, Mulajs, Weitzels und Co. unbekümmert durch die Liga. Die Spielfreude, die die SGB im zweiten Durchgang gegen Ehrenberg an den Tag gelegt hat, war lange Zeit nicht in Lehnerz zu sehen. Und nach Roth sei die Entwicklung längst nicht am Ende, inhaltliche Schritte nach vorne jedoch deutlich erkennbar. Und noch besser harmoniert das Team anscheinend, wenn ein "alter Hase" – wozu Julian Pecks mit seinen 27 Jahren in Anbetracht zum restlichen Kader zu zählen ist – in der Mittelfeldzentrale die Hand über die jungen Wilden hat.

"Einen wie Julian brauchen wir", stellt Roth klar, denn der Trainer weiß: "Nur mit jungen Kids, die manchmal naiv daherkommen, fehlen ab und an die richtigen Werte. Julian beispielsweise bringt viel Ordnung rein, hat mit seiner B-Lizenz zudem das nötige Fachwissen." Doch der 37-Jährige fordert für die Zukunft beileibe nicht ständig Spieler aus dem Hessenliga-Kader, sondern ist eher dankbar, "dass Akteure zu uns runter kommen, die Qualität und Erfahrung haben". Und beim Blick auf Sonntag wird klar, dass selbst Pecks unter den vielen Youngstern in Spiellaune verfällt. Lob und Anerkennung steckte derweil auch Ehrenberg-Trainer Sebastian Vollmar dem Gegner zu: "Man sieht, dass es gut ausgebildete Spieler sind, die viel Junioren-Hessenligaerfahrung vorweisen können." Und mit genau dieser Zusammenstellung kann die SGB-Reserve in den kommenden Wochen eine Grundlage für eine solide Saison legen. Mit Gudensberg, Dörnberg, Thalau und Türkgücü warten nacheinander Gegner, die wohl in der unteren Tabellenregion beheimatet sind. Mit der Maximalausbeute an Punkten kann sich das Team ein ordentliches Puffer zur Abstiegszone erarbeiten.

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