23.03.2019

Kassel unterstreicht Anspruch auf Rang zwei

Hessenliga: 2:0-Sieg gegen Bayern Alzenau

2700 Zuschauer im Kasseler Auestadion sahen einen verdienten Sieg der Platzherren. Foto: Pedro Acebes.

In der Hessenliga verspricht der Kampf um Platz zwei und die damit verbundene Teilnahme an der Aufstiegsrunde zur Regionalliga Südwest Spannung bis zum letzten Spieltag. Der KSV Hessen Kassel liegt nach dem 2:0 (2:0)-Sieg gegen den FC Bayern Alzenau nur noch vier Punkte hinter den Unterfranken zurück und hat noch ein Spiel mehr als der direkte Konkurrent zu absolvieren.

Nichts zu holen gab es für Bayern Alzenau im Auestadion. Nach einer zähen Anfangsphase, in der die Gäste durch einen Schlenzer von Patrick Kalata auf die Latte direkt gefährlich wurden, hatten die Unterfranken zwar ihre beste Phase im Spiel. Zählbares kam für den Tabellenzweiten aber im ganzen Spiel nichts heraus. "Wir wollten couragiert auftreten und in den ersten Minuten ist uns das sehr gut gelungen. Beim Lattentreffer hatten wir auch etwas Pech. In den ersten 25 Minuten waren wir sehr mutig und damit war ich sehr zufrieden", begann FCB-Trainer Angelo Barletta seine Spielanalyse. "Wie es so kommt, in so einem Spiel auf Augenhöhe entscheiden Kleinigkeiten", fuhr der Gästecoach fort.

Die Platzherren brauchten tatsächlich etwa eine halbe Stunde, um die Spielkontrolle zu übernehmen. Kassel war nun tonangebend und nach einem Eckball von Nael Najjer stocherte Ex-Profi Mahir Saglik den Ball im zweiten Versuch zum 1:0 in die Maschen (34.). Jetzt kamen die Nordhessen ins Rollen und nur wenig später marschierte Marco Dawid dynamisch durch die Abwehrreihe der Mainfranken und markierte per Flachschuss das 2:0 (40.). "Nach dem 1:0 haben wir komplett den Faden verloren und mussten froh sein, zur Halbzeit nur zwei Tore kassiert zu haben", rechnete Barletta vor. Die "kleinen Bayern" kamen verbessert aus der Kabine, doch die Platzherren waren bei Kontern immer gefährlich. "Auch wenn das Ergebnis nicht ideal ist und wir Lehrgeld bezahlt haben, bin ich mehr als zufrieden", zog Barletta ein etwas ungewöhnliches Fazit.

Ohne Punktabzüge wäre Kassel jetzt schon vorbei gezogen

Seinen Humor hatte der Italiener trotz der Niederlage freilich nicht verloren: "Ich wünsche Euch viel Erfolg in der Restrunde, aber am Ende einen Punkt weniger als wir auf dem Konto." Die Gäste bemühten sich zwar bis zum Schluss, aber nach der zweiten Auswärtsniederlage in Folge müssen die Unterfranken um den erneuten Einzug in die Aufstiegsrunde bangen. Ohne den Punktabzug von fünf Zählern wegen fehlender Schiedsrichter hätte der KSV die Alzenauer in der Tabelle schon jetzt überflügelt. Die beiden Sturmspitzen Salvatore Bari und Hedon Selishta, der kurz vor Schluss per Kopfball noch die Latte traf, blieben im Auestadion blass. Kassel wiederum ließ mit dem 19-jährigen Niklas Neumann im Tor defensiv nichts zu und wahrt seine Chancen auf den direkten Wiederaufstieg.

KSV-Trainer Tobias Cramer war nur mit der Anfangsphase nicht zufrieden: "Die ersten 25 Minuten haben mir nicht gefallen. Das passiert aber mal, wenn eine Mannschaft auf Augenhöhe kommt und mitspielen will. Nach dem 1:0 haben wir endlich auch in den Räumen den zweiten Ball bekommen. Die Mannschaft hat Charakter und Qualität gezeigt und sich reingekämpft." Cramer blieb aber in seinen Ausführungen realistisch: "Ich habe vor dem Spiel gesagt, dass es auch heute nur drei Punkte gibt. Ich bin gedanklich schon beim Spiel in Ginsheim, weil Gießen und Fulda erlebt haben, wie unangenehm das dort ist. Das ist in dieser Phase nach dem Sieg gegen Alzenau das richtungsweisende Spiel", blickte der Kassel-Coach voraus.

Die Statistik:

KSV Hessen Kassel: Neumann - Najjer, Merle, Häuser, Brandner - Evljuskin, Brill - Dawid (87. Mitrou), Saglik, Bravo Sanchez (90.+1 Milloshaj) - Schmeer (71. Mogge).
FC Bayern Alzenau: Takidis - Kaiser, Milosevic, Wilke, Simon (89. Alessandro) - Calabrese, Konate Lueken, Kalata (86. Cetin), Ljubicic - Bari, Selishta.
Schiedsrichter: Patrick Haustein (Buseck).
Zuschauer: 2700.
Tore: 1:0 Mahir Saglik (34.), 2:0 Marco Dawid (40.).

Autor: Pedro Acebes

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