01.10.2019

Kolbe hat „kaum etwas zu verlieren“

B-Liga Fulda/Rhön: TSV Dalherda nimmt nach Trainerwechsel Fahrt auf

Mit dem Einstieg von Jan Kolbe (links, hier noch zu seiner aktiven Zeit) ins Trainergeschäft hat der TSV Dalherda sportlich wieder Fahrt aufgenommen. Foto: Charlie Rolff

Auf Hessens höchstgelegenem Sportplatz setzt der TSV Dalherda zu neuen Höhenflügen an: Vor fünf Spielen hatte Jan Kolbe den Rhöner B-Ligisten übernommen, seitdem gab es fünf Dreier in Serie.

Nach sieben Punkten aus den ersten sieben Spielen hatten sich der Verein und der bisherige Coach Ahmet Kilic dazu entschieden, mit einer Trennung einen Impuls zu setzen. „Die Erwartungshaltung war nicht nur angesichts der Verpflichtung der Ficht-Zwillinge für die Offensive groß. Irgendwie haben wir die Geschichte aber anfangs nicht zum Laufen bekommen“, erinnert sich Abteilungsleiter Frank Haschlar an den Saisonbeginn zurück. Kilic sei auf den Vorstand zugekommen, in Jan Kolbe fand der Verein schließlich den neuen Hoffnungsträger für die Trainerbank.

„Jan ist 30 Jahre alt, hat seinen C-Trainerschein im vergangenen Winter erworben, sich in der Jugendarbeit der JSG Vorderrhön verdient gemacht und ist gebürtiger Dalherdaer. Es hätte zu diesem für einen Trainerwechsel so schwierigen Zeitpunkt keinen besseren Kandidaten geben können“, findet Haschlar, der aber auch dessen Vorgänger Ahmet Kilic dafür lobt, dass dieser weiterhin als Spieler für den TSV aktiv ist: „Das zeigt Ahmets einwandfreien Charakter.“

Mit Kolbe, der seine Spielerkarriere nach drei Kreuzbandrissen früh beenden musste, auf der Bank und Kilic auf dem Feld ist das Rad beim TSV nun ins Laufen gekommen. „Für mich ist das eine Herzensangelegenheit, ich habe erstmal bis Winter zugesagt und kaum etwas zu verlieren – und der Start lief natürlich fantastisch“, frohlockt Kolbe. Dabei habe er gar nicht an so vielen Stellschrauben gedreht: „Taktisch war es mir nur ein Anliegen, dass wir das Zentrum mehr verdichten. Das funktioniert gerade super. Mir hilft es unheimlich, dass die Trainingsbeteiligung so gut ist und wir echt über einen riesigen Kader verfügen. In den jüngsten Spielen hatten wir dann auch immer das Momentum auf unserer Seite“, freut sich Kolbe, der seinen Spezi Enrico Schubert reaktivieren konnte und mit Hans-Otto Wilken einen früheren TSV-Coach als Assistent hinter sich weiß.

Bis zum Winter wollen Verein und Trainer nun den fußballerischen Floskeln folgen und „von Spiel zu Spiel denken“, wobei Dalherda als mittlerweile Fünfter sogar ein wenig den Blick nach oben richten kann. „Künzell III und Steinau/Steinhaus II dürfen am Ende vielleicht gar nicht hoch, weshalb vielleicht was gehen könnte. Das sind aber momentan noch Spinnereien“, beschwichtigt Jan Kolbe. Nach dem Oktober und dann absolvierten Spielen gegen die Topteams von Steinau/Steinhaus II oder Lütter II weiß man beim TSV vielleicht, ob der erstmalige Aufstieg in der Vereinsgeschichte doch Konturen annehmen könnte.

Auch Abteilungsleiter Frank Haschlar gibt sich noch demütig: „Man muss sich vergegenwärtigen, dass wir große Vereine wie Thalau in unmittelbarer Nachbarschaft haben und Dalherda generell nur 380 Einwohner hat. Wichtig ist derzeit, dass wir den Hype mitnehmen und auch ein Stück weit genießen können.“

Autor: Christian Halling

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