13.08.2019

Kollektiver Fehlstart der Künzeller Teams

Kreisoberliga Mitte: Vier von fünf Mannschaften der Gemeinde mit Null-Punkte-Start

Die Schieflage, in der sich Andreas Wingenfeld (links) und der TSV Pilgerzell aktuell befinden, soll schnellstens verlassen werden. Foto: Charlie Rolff

Drei Spiele, null Punkte und ein Torverhältnis von 0:14. Der Start des TSV Pilgerzell ist mächtig missglückt, aber damit ist der in der Gemeinde Künzell beheimatete TSV nicht allein. Die Nachbarn Bachrain, Edelzell/Engelhelms und Künzell II legten allesamt einen Null-Punkte Start hin.

Es ist wohl ein dubioser Zufall, dass alle Vertreter der Künzeller Gemeinde einen solchen Saisonauftakt hinlegten. Lediglich die Dirloser, die ebenfalls in der 16.000-Einwohner-Gemeinde beheimatet sind, konnten mit ihrer Spielgemeinschaft mit Dipperz drei Punkte einfahren. Pilgerzells Trainer Rolf Gollin tritt aber auf die Bremse, schließlich seien erst zwei beziehungsweise drei Spiele gespielt. „Im Laufe der Saison wird es sich neutralisieren, wir haben viele Mannschaften auf Augenhöhe in der Liga, bei denen die Tagesform über Sieg oder Niederlage entscheidet“, so der TSV-Coach. Generell prophezeit der Ex-Petersberger, dass das Feld neben den Ausnahmen Horas, Schlitzerland sowie Lütter, die oben mitspielen werden, eng zusammenrücken wird.

Der Vorjahres-Achte spielte vergangene Saison eine klasse Rückrunde und verlor lediglich zwei von zwölf Partien. Nicht wenige trauten dem TSV eine gute Rolle in der Kreisoberliga zu, doch für Gollin kommt der missglückte Start nicht überraschend daher. „Die Vorbereitung mit den Gemeindemeisterschaften war Firlefanz. Das wurde alles viel zu hoch gehängt“, blickt der Übungsleiter zurück.

Mentales Problem wegen der 0:8-Niederlage gegen Horas

„Durch die herbe Horas-Schlappe hatten wir ein mentales Problem und dann kommt meistens eine Kettenreaktion auf. Einfachste Automatismen funktionieren nicht und das Selbstvertrauen fehlt. Nach einer erfolgreichen Runde entstehen auf einmal Lücken, die wir nicht so einfach schließen können“, erklärt Gollin. In den kommenden Begegnungen möchte sich aber die Gollin-Elf das nötige Glück verdienen und wieder in die Erfolgsspur finden. Neben dem fehlenden Glück kam zusätzlich noch Pech dazu, denn gegen Niesig und Barockstadt III erspielte sich der Tabellenletzte jeweils gute Chancen, ließ im Abschluss aber die nötige Konsequenz vermissen. Dass dem Turn- und Sportverein aber noch kein Tor gelungen ist, wundert auch den 50-Jährigen, schließlich präsentierte sich die Offensivreihe um Andre Mathiebe in der Vorbereitung treffsicher.

„Und wenn dann noch ein paar Spieler fehlen, ist es nicht überraschend, dass wir die Spiele verlieren“, so der Übungsleiter. Mit Niklas Herber, Kelvin Jasching oder Tobias Wenzel fehlten wichtige Spieler urlaubs- oder verletzungsbedingt . Immerhin konnte der TSV Pilgerzell Christian Sislak nochmal überzeugen, eine weitere Saison die Schuhe am Andreasweg zu schnüren. „Hätten wir momentan alle Spieler an Board und legen einen solchen Start hin, dann würde ich mir Gedanken machen. Jetzt müssen wir aber Ruhe bewahren, denn helfen kann uns keiner“, weiß der erfahrene Trainer, der keinen Druck auf seine Mannschaft aufbauen möchte und auf ein Erfolgserlebnis hofft.

Darauf hoffen auch die Gemeinderivalen des TSV Pilgerzell, die zeigen wollen, dass es sich nur um einen Zufall handelt. Selbst der Pilgerzeller Trainer kann sich die aktuelle Situation nicht anders erklären. Zwar habe zum Beispiel Bachrain mit einem personellen Aderlass zu kämpfen, aber es handle sich nur um eine Momentaufnahme. Grund zur Sorge sollten sich die fünf Vertreter allerdings nicht machen, schließlich sollten am Wochenende die ersten Punkte stehen, wenn mit Edelzell/Engelhelms und Künzell II sowie Bachrain und Pilgerzell vier Mannschaften im direkten Duell aufeinander treffen. „Durch die aktuelle Situation ist nochmal mehr Feuer in den Derbys“, frohlockt Gollin abschließend.

Autor: Michel Ickler

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