Hessenliga: Alzenau siegt in Steinbach

Kvacas Traumtor, Paliatkas Rot und Sprungs Unterschied - Fotos

12. September 2021, 15:40 Uhr

Der Winkel war für Steinbachs Max Stadler (blau) etwas zu spitz. Alzenaus Emrecan Heptazeler schaut nur hinterher. Foto: Charlie Rolff

Nach vier sieglosen Spielen in Folge hat der FC Bayern Alzenau wieder dreifach in der Hessenliga gepunktet. Beim SV Steinbach siegte der Regionalliga-Absteiger mit 2:1 (1:1), weil FC-Spielertrainer Peter Sprung den Unterschied machte. Beim SVS herrscht indes Unverständnis über die Rote Karte für Trainer Petr Paliatka.

Stolze 42 Lenzen hat Sprung mittlerweile auf dem Buckel. Dass der Coach seinen jüngeren Mitspielern dennoch gut tut, bewies der Oldie nach 80 Minuten. In einem Spiel, das in beide Richtungen hätte kippen können, nickte Sprung eine Flanke gefühlvoll neben den Pfosten. Erst zur Halbzeit gekommen, machte der Spielertrainer den Unterschied, denn sein Team hatte in Person von Maximilian Brauburger (7., 30.) zuvor doppelt im glänzend parierenden SVS-Schlussmann Philipp Bagus seinen Meister gefunden. "Einen Spieler wie Peter wünscht sich jeder Trainer", sagt Sprungs Trainerkollege Murat Özbahar, der ergänzte, "dass es nicht relevant ist, ob einer 17 oder 42 ist. Hauptsache die Leistung stimmt. Zumal Peter seit dem Barockstadt-Spiel angeschlagen ist."

Ganz unverdient ist der Sieg der Bayern nicht gewesen, ein Unentschieden oder vielleicht sogar Sieg war allerdings ebenfalls für Steinbach drin. Nicht in den gefährlichen Raum kamen die Hausherren bis Minute 23. Und selbst dann nicht. Doch Petr Kvaca zauberte einmal mehr, indem er erst einen Gegenspieler vernaschte und dann aus rund 25 Metern mit der Lattenunterkante die Führung brachte. Eine "unglaublich geile Bude", wie Özbahar sagte, während Steinbachs Co-Trainer Joachim Weber betonte, "dass es ein Tor des Monats war. Wir wissen um Petrs Qualität." Und was wäre wohl im Mühlengrund los gewesen, wenn Max Stadler sechs Minuten darauf nicht den Pfosten getroffen, sondern auf 2:0 gestellt hätte. Das Übergewicht des FCB sollte aber noch vor der Pause belohnt werden, da Mingi Kang abstaubte (35.). Zuvor parierte Bagus stark gegen Canel Burcu. "Die Jungs haben Moral gezeigt. Wir mussten den Kampf annehmen, haben zudem spielerische Akzente setzen können. Einzig konsequenter hätten wir vor dem Tor sein müssen", schilderte Özbahar.

Glück hatte seine Mannschaft, als Thore Hütsch regelwidrig im Strafraum von den Beinen geholt wurde (65.). Wütende Proteste des SVS brachten nichts, obwohl Schiedsrichter Manuel Winkler (TSV Landau) die Pfeife schon im Mund hatte und sein Blick gar zum Assistenten ging. Zehn Minuten darauf geriet der Referee erneut in den Blickpunkt. Bei einer Alzenauer Torchance sahen die SVS-Verantwortlichen ein klares Foulspiel im Vorfeld, weshalb sich Paliatka lautstark beschwerte. Winkler zückte daraufhin Rot, da dem Schiedsrichtergespann das Verhalten Paliatkas nicht gepasst habe. Eine mehr als fragwürdige Entscheidung. In der Schlussphase hatte Steinbach zwar noch zwei, drei gefährliche Aktionen, aufs Tor brachten die Hausherren allerdings nichts mehr. "Die Jungs werfen alles rein und erarbeiten sich Chancen. Das ist positiv, weil es am Saisonanfang nicht so war. Jetzt müssen wir uns belohnen", sagte Weber, der die kommenden Partien in der Verantwortung stehen wird.

Die Statistik:

SV Steinbach: Bagus; Reichmann, Bott, Neacsu, Hütsch (78. Ludwig) – F. Wiegand, M. Wiegand – Stadler, Kvaca, Manß (46. Madzar) – Halimi (Uth).
FC Bayern Alzenau: Wolpert; Grünewald, Bergmann, Wilke, Pancar – Alexander, Cetin, Burcu (84. Fecher), Heptazeler (46. Heptazeler) – Brauburger (62. Santos), Kang.
Schiedsrichter: Manuel Winkler (TSV Landau).
Zuschauer: 160.
Tore: 1:0 Petr Kvaca (23.), 1:1 Mingi Kang (37.), 1:2 Peter Sprung (80.).
Rote Karte: Petr Paliatka (Trainer Steinbach) wegen Reklamierens.

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