11.06.2018

Läuft O/Z mit einem Weltmeister auf?

Leo Benz steht im WM-Finale der Carglass-Monteure

Leo Benz macht sich im Austauschen von Autoscheiben derart gut, dass er es bis zur Weltmeisterschaft gebracht hat. Archivfoto: Markus Arns

Als eine der besten Mannschaften der Region auf Kreisoberliganiveau dürfen sich die heuer in die Gruppenliga Fulda aufgestiegenen Fußballer der SG Oberzell/Züntersbach sowieso fühlen. Doch beherbergt das Team von Trainer Frank Kühlthau womöglich in wenigen Wochen sogar einen Weltmeister in seinen Reihen?

Leo Benz, der seit Beginn der Saison 2017/18 die Fußballschuhe für die Sinntaler Spielgemeinschaft schnürt, tritt als Deutscher Meister am 27. und 28. Juni in der Frankfurter Festhalle an, um den Titel „Weltbester Fahrzeugglasmonteur“ zu erringen.

Nationaler Titelträger ist der in Kasachstan geborene Benz seit Beginn des Jahres, als er sich im Finale gegen 150 Konkurrenten durchsetzte. Insgesamt beschäftigt das weithin bekannte Unternehmen 1600 speziell geschulte Monteure. Wem ist der Werbeslogan „Carglass repariert, Carglass tauscht aus“ nicht schon einmal im TV begegnet?

„Und genau darum geht es, nämlich um das Reparieren von Steinschlägen und das Austauschen von Autoscheiben, und zwar einer Windschutz- einer Heck- und einer Seitenscheibe“, erläutert Carglass-Pressesprecher Jens Krees, der Benz aus Anlass eines Videodrehs im Raum Fulda und auf dem Sportgelände der TSG Züntersbach begleitet.

Dabei ist jeweils schon eine Zielzeit vorgegeben, die zwar nicht die Hauptrolle spielt, aber dennoch nicht überschritten werden darf, weil ansonsten Strafpunkte drohen. Krees weiter: „Die Arbeitsschritte sind korrekt einzuhalten, der Monteur hat eine Schutzbrille und Handschuhe zu tragen, und er muss das Fahrzeug durch Abdeckungen vor Beschädigung schützen.“

Um all diesen Anforderungen als bester Fahrzeugglasmonteur weltweit gerecht zu werden, ist Leo Benz derzeit von seinen beruflichen Aufgaben und Verpflichtungen in der Carglass-Filiale Bad Kissingen freigestellt. Vielmehr wird er von zwei Coaches in Eberswalde bei Berlin gezielt auf das WM-Finale Ende Juni in der Frankfurter Festhalle vorbereitet. „Da geht es abends auch schon mal in den Kraftraum, denn eine gewisse Fitness ist für den Wettbewerb von Vorteil“, ist sich Leo Benz sicher.

Am 27. und 28. Juni werden 30 Audi A4 mit identischen Beschädigungen den Teilnehmern alles abverlangen, vor allem Präzision ist gefragt. Eine fachkundige Jury von Carglass-Managern wird die Leistungen bewerten. Die besten Montierer kamen in den vergangenen Jahren aus Holland, Belgien, England und den USA.

„Leo ist ein Top-Kandidat, ein ruhiger, konzentrierter und zudem ehrgeiziger Arbeiter“, räumt Jens Krees seinem Schützling gute Chancen ein. Dafür hat Leo Benz in den vergangenen Wochen und Monaten viele Entbehrungen familiärer und privater Natur in Kauf nehmen müssen. Doch dafür kann er unter Umständen in Frankfurt mit einer fünfstelligen Siegprämie entlohnt werden.

Vom Fußballspielen bei der SG Oberzell/Züntersbach musste sich Benz mit Beginn der Restrunde im beiderseitigen Einvernehmen mit seinem Arbeitgeber wegen der drohenden Verletzungsgefahr verabschieden, auch andere Risikosportarten wie Skifahren waren tabu. „Mein letztes Spiel habe ich in Freiensteinau gemacht, wurde dort verletzt ausgewechselt und hatte bis dato fünf Tore erzielt“, berichtet Benz, der sich freilich freut, ab Juli ins Vorbereitungstraining für die Gruppenligasaison einsteigen zu können.

Als gelernter Einzelhandelskaufmann war der 32-jährige Benz sechs Jahre lang im Kaufhaus Langer in Schlüchtern angestellt. „Durch Vermittlung eines Fußballkumpels bin ich zu Carglass gekommen“, sagt Leo Benz, der in Sickels, Hettenhausen, bei Borussia Fulda, dem Haimbacher SV und zuletzt vor dem Wechsel nach Oberzell/Züntersbach als Spielertrainer in Römershag seinem heißgeliebten Hobby frönte.

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