30.11.2019

Laurin Vogt entscheidender Protagonist im Topspiel

Hessenliga: Stadtallendorf besiegt Eddersheim 3:1

Das Topspiel fand vor einer tollen Kulisse auf Kunstrasen statt. Foto: Pedro Acebes

Im Topspiel Teil eins der Hessenliga hat sich der TSV Eintracht Stadtallendorf am Samstagnachmittag mit 3:1 (1:0) gegen den FC Eddersheim durchgesetzt und dem bisherigen Spitzenreiter aus dem Main-Taunus-Kreis die Tabellenführung abgeluchst. Am Sonntag in acht Tagen beim "Rückspiel" an der Staustufe kann es freilich auch wieder umgekehrt aussehen.

Zweikampfbetont und mit viel Engagement gingen die beiden Spitzenmannschaften auf dem Kunstrasen zu Werke, technische Feinheiten blieben dagegen über weite Strecken aus. Die Gastgeber unterstrichen ihre Heimstärke und landeten Heimsieg Nummer zehn gegen die Überraschungself aus dem Main-Taunus-Kreis, die 14 Spiele lang ungeschlagen geblieben war und deren letzte Niederlage vom 24. August datierte (1:2 bei Türk Gücü Friedberg). "Die Niederlage mache ich an unserer Leistung fest. Stadtallendorf hat kein überragendes Spiel gemacht. Wir haben einfach eine richtig schlechte Halbzeit gemacht", analysierte FCE-Coach Rouven Leopold. "In der Summe haben wir weniger Fehler als der Gegner gemacht. In bestimmten Situationen waren wir cleverer. Das war jetzt nicht das beste aller Spiele, da war auch viel Krampf drin", sagte Stadtallendorfs Coach Dragan Sicaja nach dem Abpfiff. Bei Stadtallendorf avancierte Laurin Vogt zum entscheidenden Protagonisten.

Der Offensivmann markierte alle drei Tore des Regionalliga-Absteigers und verschoss in der Anfangsphase einen Elfmeter. Stürmer Felix Nolte hatte den Strafstoß rausgeholt, den Vogt viel zu schwach schoss. FCE-Torhüter Pero Miletic hatte kaum Mühe, um zu parieren (8.). Es war nicht der erste Elfmeter, den die Eintracht in dieser Saison nicht verwandeln konnte, denn das kam schon öfter vor. Sechs Minuten später machte es Vogt dann wieder gut. Nachdem er zweimal an Miletic scheiterte, schob er zum 1:0 ins rechte Eck (14.). "Er verkörpert diese Mentalität, die wir brauchen", lobte Sicaja den Matchwinner. Toll war die Kulisse, denn trotz der Kälte standen weit über 900 Zuschauer rund um den Kunstrasen, davon eine ganze Menge an Anhängern aus dem Hattersheimer Stadtteil. Sie sahen eine enttäuschende erste Hälfte der Eddersheimer, die sich außer mit Distanzschüssen (Anthony Wade/23., Turgay Akbulut/13.) kaum in Szene setzen konnten. Der Eddersheimer Goalgetter war so gut wie abgemeldet und kam von daher kaum zum Zug.

Henrichs Ausgleich bringt Stadtallendorf kurz aus dem Konzept

Die Führung Stadtallendorfs zur Pause war verdient, die Platzherren hätten höher führen können. Doch nach dem Seitenwechsel kam Eddersheim mit frischem Wind zurück und drückte auf den Ausgleich. Der gelang dann auch zeitig durch Daniel Henrichs Schuss von der Strafraumgrenze ins rechte Eck (52.). Die Gäste hatten kurz danach aber auch Glück, dass Damijan Heuser bei seinem Lattenkopfball im Abseits stand und Nolte eine weitere Großchance nicht nutzen konnte. Stadtallendorf geriet in dieser Phase etwas aus dem Konzept, da Eddersheim jetzt viel früher attackierte. In der 69. Minute forderten die Gastgeber vehement Elfmeter am soeben eingewechselten Niko Jovic, der am Kopf getroffen benommen liegen blieb. Doch der Schiedsrichter beantwortete die Frage nach dem Strafstoß mit Nein. Entscheidend trat dann Vogt in Erscheinung, der die gute Flanke des zur Pause gekommenen Brasilianers Guilherme Appel Prestes da Silva per Kopfball am zweiten Pfosten ins Netz beförderte (79.).

Chancen der Eddersheimer zum Ausgleich waren vorhanden, aber Jörg Finger (84.) und Felix Rottenau (89.) vergaben. "Es war so ein Tag, wo von elf Mann sechs nicht an die Leistungsgrenze gekommen sind. So kann man kein Topspiel bestreiten", haderte Leopold. In der fünfminütigen Nachspielzeit kam Hektik auf. Gästetormann Miletic warf seinem Landsmann Sicaja ein paar unpassende Worte auf kroatisch an den Kopf und nachdem mit dem Schlusspfiff da Silva Miletic überlupfte, sodass Vogt zum 3:1 per Kopfball traf (90.+5) war der Keeper bei der anschließenden besonnen von beiden Seiten aufgelösten Rudelbildung kaum noch zu bändigen. "Nolte und Miletic haben sich während der Partie Wortgefechte geliefert und da lag bei beiden eine kurze Zündschnur vor. Der Torjubel zum 3:1 hat dann die Gemüter etwas erhitzen lassen", erklärte Leopold zu dieser Szene. In acht Tagen treffen sich beide Vereine dann dank des kuriosen Spielplans an der Staustufe schon wieder.

Die Statistik:

TSV Eintracht Stadtallendorf: Olujic - Gaudermann, Vidakovics, Pape, Schütze - Arifi, Zildzovic - Döringer (46. Appel Prestes da Silva), Heuser (66. Jovic), Vogt - Nolte (90.+1 Vier).
FC Eddersheim: Miletic - Topcu, Finger, Lang, F.Rottenau - Phillips, Henrich (72. Schmitt) - Dechert, Hilser (66. Krause), Wade (57. N.Rottenau) - Akbulut.
Schiedsrichter: Christoffer Reimund (Zwingenberg).
Zuschauer: 927.
Tore: 1:0 Laurin Vogt (14.), 1:1 Hendrik Dechert (52.), 2:1 Laurin Vogt (79.), 3:1 Laurin Vogt (90.+5).
Besonderes Vorkommnis: Eddersheims Torhüter Pero Miletic hält Foulelfmeter von Stadtallendorfs Laurin Vogt (8.).

Autor: Pedro Acebes

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